SMS 2016 + sonstige Trivia & Halbwahrheiten, die eigentlich woanders hingehören

Kennst du das? Du willst mit irgendwas anfangen, weißt aber nicht wie? Gut, ich auch nicht…

Ab die Post! Wird wieder Zeit, dass ich aus freien Stücken ‘nen neuen Artikel schreib. Warum? Делать нечего. Aus Russland. Im Urlaub. Natürlich habe ich mir vorgenommen, keine meterlangen Texte mehr zu schreiben und mich möglichst auf das Wesentliche zu fokussieren, aber das hier wird wieder ein Brecher. Brecher nicht in dem Sinne, dass du rein vom Lesen her brechen musst, sondern ein Rekordbrecher. Das ist das Ziel. Was natürlich nicht heißt, das dir nicht irgendwann doch noch speiübel wird.

Geschrieben wird der ganze Spaß hier auf dem Sony Xperia Z5 Compact. Das ist eine Art Novum. Natürlich halten sich ein paar Leute für die Weltmeister im WhatsApp Nachrichten tippseln und besonders bei den Frauen der Schöpfung sind hier schon die Finger eingekrümmt (ich denke an niemanden Bestimmtes), aber das hier ist next Level. Akku sagt 27% – also so 2.000 Wörter müssten schon drin sein. Wenn ich mich ranhalte. Deine iPad-Schulter kannste auf den nächsten VideoDays präsentieren, wenn das nächste Bunny Doggystyle genommen wird – ich hab hiernach ‘nen ordentlichen Displayschaden. Und das, obwohl ich natürlich in meinem Urlaub fernab von jeglichem Handygeficke sein wollte – so ganz klappt es dann doch nicht und ich muss mir eingestehen, dass ich auch so’n Sklave dieses Miniatur-Backsteins bin. Wenn auch nicht so ganz krass wie manch anderes Opfer. Erschreckenderweise sieht man auch hier in Russland einen Großteil der Jugendlichen mit Smartphone am Meer herumlaufen. Pralle Sonne, frische Meeresbrise, schlanke & hübsche Menschen, überall dampft es nach frischem Grillfleisch, nee lieber aufs Handy gucken und Ohrstöpsel drin. Aaaalles klar. Die Seuche hat inzwischen auch das höchstkonservative Russland übernommen. Und die Handys sind nichtmal aus Holz! Kleine Anekdote am Rande: einer hat versucht mit dem Handy in einer Kirche Pokémon zu fangen – und durfte das hinterher in der Zelle weitermachen, nachdem die Polizei ihn abgeführt hat. Mit dem Humor hier nimmt es halt nicht jeder so ernst. Erdowie, Erdowo, Erdogan.

Zurück zum üblichen Erzählstil: Romanski ist gestern in 2 Unfälle verwickelt gewesen und der Schädel brummt immer noch. Liegt eventuell auch am Alkohol, aber verglichen mit den sonst üblichen Dosen (Plural von Dosis, du Weltmeister) juckt bei ihm allein davon ausgehend nicht mal die Kimme. Beide Unfälle hätten durchaus tödlich ausgehen können, aber hätte hätte fick die Fette… bedenkt man das Fahrverhalten des Russen per se, sind solche Geschehnisse eigentlich normal. Ähhh, was?! Ja, genau. Normaaaal, digga. Da ihm wieder mal bewusst wurde, wie schnell seinem erbärmlichen Dasein ein Ende gemacht werden kann, macht es für Romanski durchaus Sinn, die ihm zu Verfügung gestellte Plattform noch mit der einen oder anderen Zeile zu fluten. Der Tod ist allgegenwärtig, nicht nur in Syrien. Das verdrängen natürlich die meisten Menschen und tun nur betroffen, wenn Bud Spencer oder Mohammed Ali stirbt. Überhaupt fliegen fast täglich Meldungen rein, wo irgendwer irgendwo irgendwie den Löffel abgibt. Das muss ein Zufall sein, oder?! Die Welt ist dem Untergang geweiht! Bemerkenswert, wie da noch diskutiert wird, welche Ursache der Tod im Einzelfall denn haben könnte… im Zweifelsfall, liebe Freunde, ist immer das Leben schuld. Ying und Yang gehören untrennbar zueinander, ob du willst oder nicht. Daraus könnte man jetzt natürlich einen fruchtbaren Gedanken entwickeln oder einfach nur weiter vor sich hin existieren und alles Negative um sich herum verdrängen.

Womit wir hier natürlich wieder beim Thema wären. Romanski verdrängt immer noch die Tatsache, dass auf seinem komischen Blog keine Bilder mehr hochgeladen werden können, weil das eingangs erwähnte Xperia nur Monster MB-Dateien aufnimmt und diese einfach mal den ganzen Laden hier sprengen. Nicht dass jetzt unüblicherweise mehr Aufnahmen gemacht wurden als sonst, aber Bronko hatte den Selfie-Stick am Start. An sich ein megapeinliches Teil, weil du damit aussiehst wie der hinterletzte Japsentouri, aber wenn dann dein “Konnichiwaaa” in die Kamera schreist, hat das zugegebenermaßen eine ganz eigene Wirkung aus der “Ferne”. So, jetzt stellen sich erste Ermüdungserscheinungen im Tippellenbogenbereich ein. Weiter im Text: Romanski gönnte sich vor der Abfahrt zum diesjährigen Festival Hühnersuppe und plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen. Dieses Flimmern, wenn du zu lange in die Sonne guckst. Kam ganz von alleine, ohne Sonne. In Begleitung eines Schwindelgefühls. Mit Losfahren war nichts mehr und er legte sich nochmal für 2 Stunden hin um sich auszuruhen. Sehr merkwürdig das Ganze, er hatte das noch nie und es ist schon interessant, warum es direkt jetzt vor der Abfahrt zu seinem Lieblingsfestival passiert. Wäre man jetzt gläubig oder etwas in der Richtung, könnte man das als Zeichen deuten und eventuell die Fahrt auf morgen verschieben oder sogar das Festival ganz absagen. Aber wie oft muss man sich selbst noch beweisen, dass man zu blöd für solche Zweifel ist. Ist das Gehirn denn überhaupt lernfähig? YouTube an, Rooz ein bisschen labern lassen und schon döst man vor sich hin und bekommt Alpträume, dass die ganze Nacht durchgepennt wurde. Nix da. Romanski gab sich ein Smack that auf die linke Backe, packte seine Zahnbürste und flog geradezu zum Auto. Der Gedanke zu spät anzukommen, löste in ihm einen Schock aus und machte ihn hellwach. 23.45 Uhr fuhr er los und schrieb seinen Kölner Kollegen, dass er sich etwas verspäte und ließ sich den Standort schicken. Red Bull Cola intus heizte er alleine auf weiter Prärie in Richtung seines Lieblingsspielplatzes. Warum er auch in diesem Jahr wieder keine Mitstreiter gefunden hat, ist wieder mal ein Rätsel, doch längst nicht mehr sein Problem. Grüße gehen raus nach Köln, Düsseldorf, Castrop-Rauxel und Ennepetal. Denn Frankie, Charlie, Shöttie und Öttie’s Vertretung (ÖV im Weiteren genannt) waren auch wieder am Start. Öttie selbst war aus diversen Gründen verhindert, wahrscheinlich um sich Darkwing Duck auf den Nacken tätowieren zu lassen, aber wie gesagt, es ist klar, wessen Problem das ist. Überhaupt hatten die Kölner Jungs nichtmal vorgehabt, bei diesem SMS dabei zu sein, doch Romanski’s Schaschlik und seine feuchtfröhliche Ader bewirkten den Spontanentschluss. Endlich normale Leute!

Romanski fühlte sich verarscht, als er um 4 Uhr nachts ankam. Wie keine Parkgebühr. Letztes Jahr wollten die Futts noch 20 Flocken. Frechheit… Die hat sich wohl die junge Dame letztes Jahr direkt einmal durch den Schlitz gezogen. However. Ist ja klar, wessen Problem das ist. Die Wiedersehensfreude war groß. Der Zeltplatz, die riesige Area, das Dosawoiza und Shöttie’s Glitzern in den Augen, als er Romanski und seine Dreadlocks erblickte. Des…. des isser! Prousht mitainond und ab runter zur Zeltdisko. Das Problem an der Sache war allerdings, dass um halb sechs Uhr morgens kaum noch was ging, was untypisch war, bedenkt man, dass am morgigen Tag der Festival-Freitag beginnt. Was morgen Lan, eher gesagt heute. So gingen alle nach dem dritten Bier in die Haja, Romanski quetschte sich in seinen Autosessel, da er sich natürlich viel zu fein war, sein Wurfzelt in der Nacht “aufzubauen” und gönnte sich Lenkrad als Kopfkissen. Natürlich wurde kurz davor wieder mit Charlie ausgiebig über Teilchenbeschleuniger diskutiert, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Hadouken! Weiter geht’s mit 68 % Akku. Zwischendurch probiert ‘en läppisches Bild hochzuladen. Aha. Arschlecken. Na gut, dann halt weiter im Text, bis der Zeigefinger glüht wie Merkel’s von der AfD zermarterte Rosette. Bisschen Politik und Gewalt muss ja auch immer mit rein. Ja jaaaa, unterbrich’ mich jetzt nicht! Tag 2 sagste? Richtig. Tag 2 gestaltete sich unüblicherweise recht katerfrei. 3 Bier sind ja noch lange kein Grund sich ‘nen Kopf zu machen. Jeder, bei dem das der Fall ist, macht am liebsten einen riesigen Bogen um Festivals und auch um Romanski. 10 Uhr aufgewacht – 12 Uhr wieder knülle. Heiliger Jesus, wie haste das nun wieder geschafft. Die Antwort liegt klar auf der Hand: pfandfreies Pils aus den Niederlanden und Charlie hatte Bock auf Gin Tonic. In der Mitte lag so ne Pulle Bombay’s Gin rum und Romanski hätte sich in dem Moment ritzen können, weil er wirklich so doof war und vor dem Festival jeglichen Alkohol in Plastikflaschen umgefüllt hat. Weil Glasverbot und so. Save the Beach 2.0 und so. Zur Hölle, bljat! Überall fliegen irgendwelche Glaspullen herum, aber nein, Mr. G(r)eek hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, alle Anweisungen strikt zu befolgen. Dieser Musterschüler… “ähm, gehört einem von euch der silberne Jetta?” – “JAAA BLJAT, was ist mit der Karre?” – “Kannst du das bitte ein Stück wegfahren?” – “Wozu” – “Möchten Bierpong spielen” – “Bier…was?! Achso! Ja klar… gib’ mir 2 mins.” Nach ca. 7 Minuten hievte Romanski seinen Fettarsch aus dem Campingstuhl und lief in Richtung seines Autos. Bierpong ist an sich ein schlüssiges Argument und man will die Kinder ja in Ruhe spielen lassen. “Ahhhh, da kommt er ja doch noch!” – ” Sooo, was zum Geier ist hier schon wieder los.” Während auf Romanski gleichzeitig 5 Leute einredeten, musste er feststellen, dass er wirklich gut einen sitzen hat. Die Sonne tat ihr Übriges. “Ich kann dein Auto auch wegfahren!”, sagte ein Mädel zu ihm. Jetzt pass mal auf du Hodin, es trennen uns immer noch 5 Promille, bevor ich dich an mein Auto lass’ – dachte sich Romanski und hätte beinahe beim Voll-cool-Hinsetzen ins Auto das Lenkrad weggerissen. Nach 20 Sekunden hat er auch atemberaubende 1,5 m nach vorne geschafft. “Ist das jetzt dein Ernst?”, lachte ihn das Mädel aus. “Wieso, die Karre ist ein Stück nach vorne gekommen, so wie ihr wolltet.” – “Nicht dass einer dann auf dein Auto fällt…” – “Wieso sollte jemand auf mein Auto fallen wollen und nich’ viel lieber in meine Faust?” Klingt logisch. Das Spiel hat begonnen und Romanski ließ sich verleiten, mitzumachen. Hey, immerhin ging es um Bier. Nach einem “Passt mir ja aufs Auto auf!” – “Danke, lieber Romaaaan!” ging es auch wieder zu den Jungs zurück, die sich auch nur fragten, was um Himmels willen der Kerle da wieder getrieben hat. Aber wie eingangs schon erwähnt – im Zweifel immer dem Leben die Schuld geben.

Apropos Schuld geben. Brillante Überleitung incoming: man kann einem Deutschen nicht die Schuld geben, dass er nicht weiß, wie er mit einem russischen Holzkohlegrill umzugehen hat. Frankie und Charlie machten wilde Experimente, füllten das Teil bis zur Hälfte hoch mit Kohle und wunderten sich dann noch, warum das Ding fast bist zum Explodieren knisterte. Shöttie war in der Zwischenzeit so verblüfft, als hätte er bei einer chemischen Reaktion von entzündbarem Methan zugesehen. Wie kann dieser Metallkasten sich nur dermaßen erhitzen? Romanski staunte auch nicht schlecht, wie das Ding ein so übertriebenes Eigenleben führte. Und die umliegenden Passanten: “Was zum Geier machen die da eigentlich… ach lol, ich vergaß ja fast, wo ich bin.” Shöttie: “naja, jetzt haben wir zumindest ne gute Heizung.” Man muss an dieser Stelle sagen, dass es freitags recht kühl war und man selbst bis um 12 Uhr noch in Pulli bzw. Jacke dasaß. Das wirklich gute Wetter kam erst am Samstag. So gut, dass Romanski sich noch 3 Wochen später die vom UV-Licht zerstörten Hautfetzen abstreifen konnte. Aber dazu später. “Jou, ich denke so langsam können wir das Fleisch draufpacken!” Mangal hat so 10 Minuten vor sich hingebrutzelt und die 3-Sekunden über dem Grill-Halteregel konntste immer noch knicken. Wat soll’s, rauf mit dem Fleisch. Neee, wieder runter mit dem Fleisch!!! Achwaaas, beste Temperatur, digga. Kennste das, wenn du einen Grill hast und vier verschiedene Grillmeister kennste, kennste, kennste?! Aber das Ergebnis konnte sich sehen bzw. schmecken lassen. Auch der in diesem Jahr neu hinzugekommene ÖV war sichtlich angetan von scheneidet das Feleisch scheweißferei. Gut, an paar Stellen war das Fleisch noch bisschen garstig, aber die Marinade übertünchte jeden Makel. Und abends gab’s noch in Mayo und Gürkchen einmarinierte Hähnchenflügel awwwwrrrrrrr…. Festival Fried Chicken. Also rein vom Kulinarischen konnte auch in diesem Jahr keiner meckern, auch wenn das inhalierte Holland-Pielz mit dem verdauten Grillfleisch für die ganz besondere Gärung sorgte.

Jetzt kam es zum absoluten Clou in diesem Jahr. Wir holen hier mal kräftig aus. Kräftiger als Ruffy für seine Elephant Gun oder Grizzly Magnum. Romanski hatte im Dezember 2015 vier Karten für 560 Nüsse geholt. Eine für ein junges Mädel, was ihm im Februar absagte, eins für irgendsoeinen Blöden, der aufgrund eines Jobwechsels abgesagt hatte und die letzte für nen Kollegen, der 2014 auch mal dabei war, aber laut eigener Aussage keinen Urlaub bekommen hätte. Ahso. Letzteren 2 hatten allerdings Vorkasse geleistet, von daher alles kein Problem. Karte zurück und guck’ selber, wie sie los wirst. Die Karte vom Mädel blieb also noch übrig. Und da Romanski nie so ein Freund von Schwarzmarktgeschichten über ebay war, hat er die zweite Karte einfach mal mit aufs Festival genommen. “Findet sich schon wer…” Was man halt so denkt, wenn man Optimist ist. Dass er mit einer Karte aber gleich vier Leute ins Festival geschleust hat, dieser Gedanke ist ihm in dem Moment noch gar nicht in den Sinn gekommen. Call me Davos-Romanski, the Festival-Schmuggler. Wie stellt man das nun an? Du hast eine Karte, also kriegst du ein Bändchen. Du nimmst den dicksten Handrücken von den Vieren und holst dir das Bändchen. Derjenige sagt dann “och, bitte nichso eng, das zieht doch nur unnötig”… Und schon hast du ein Bändchen, was sich mit ein wenig Gefummel abstreifen und bei einer anderen Hand wieder anziehen lässt. So spielt man aus 1 mach 4. Jetzt nimmst du nur noch einen knüllen Romanski, der es mit sich machen lässt, total unauffällig einen nach dem anderen reinzuholen, mit ihm reinzugehen, dort das Bändchen abzustreifen und den nächsten zu getten – et voilà: Pulp Fiction. Romanski hat sich wie ein vorbildhafter Schmuggler verhalten: den Pulli nur auf einer Seite an – er fühlte sich nämlich wie Auron von FFX – und jedes Mal, nachdem er die Schranken hinter sich gelassen hatte, schmiss er sich in eine Menschenmenge, die ein Gruppenfoto machen wollte und hielt seine komische Fresse rein. Höchstprofessionelles Procedere. Wahrscheinlich dachten sich die Secus, der ist einfach nur so besoffen, der blickt gar nicht, dass er immer wieder rein und raus geht. Macht auch Sinn. Eigentlich kann es ihnen auch scheißegal sein, die Karten waren sowieso schon im Februar ausverkauft und der Veranstalter hat sein Geld. Schwarzmarkt hin oder her. Nur Charlie hatte ‘nen deftigen Absturz, da er als Letzter reinkam und dementsprechend bis zur einer halben Stunde auf demselben Platz auf- und abging. Romanski ist wirklich nicht der Schnellste, mein Freund. Vor allem die torkelnde Version nicht.

So nun waren alle drin, es wurde sich mächtig ins Fäustchen gelacht, ab zum SMS Beach, sämtliche Zelte abklappern. Romanski teilte jedoch seinen Genossen mit, dass jemand auf ihn wartet. Und dieser Jemand ist kein Geringerer als Delta Heavy. “Bis später Jungs, bin auf Empfang!” – Hahahaha haha haaaaaa…. nice1. Delta Heavy bämste ihm derweil den Schädel weg. SO GEIL!!! White Flag VIP brachte den Overload. Jetzt realisierte er, dass es gar nicht mal so klug gewesen ist, mit Sweatshirt und noch ‘nem dicken Pulli drum rum zu X-Steppen. Un nu? Romanski badete im Schweiß. Dicken Pulli in die Ecke geschmissen, weiter abgegangen. Un nu? Schweiß bappt immer noch. Allagut, Pulli nehmen und zum Zeltplatz hochschleppen. Willst ja nicht ewig mit diesem fetten Ding rumlaufen, auch wenn das manche Männer mit sich machen lassen. Höhö. Hinfort mit der Qualle. Beim Hochkrächzen kassierte Romanski ‘nen Arschtritt. An sich nichts Besonderes aufm SMS, aber er drehte sich trotzdem um… nach 4 Sekunden blitzschneller Reaktionszeit.

Ja, meine Hacke. Der gude alte Bronko, was geeeeeeht! Ab dieser Stelle kleiner Hänger. Weiter geht’s im Text aus Barcelona Airport. Ohrstöpsel rinn und 2 Stunden auf den nächsten Flug nach Stutti warten. Echt nix Besseres zu tun, aber zumindest geht die Zeit rum. Bewaffnet mit einer Sprite und Dusky am grhymen the shit is just happenin’. So, Bronko… der Hansel kam kurz nach Mitternacht von Freitag auf Samstag an, hat sich umgehend s’ Bändle geholt und ging runter. Romanski hingegen ging zum Zelt. Diese ganze Reinschleusaktion und Delta Heavy und der fette Quallenpulli haben seine Waden dermaßen gefistet, dass er ich nicht mehr wusste, warum er immer noch so voll war. Verdammt, irgendwie ging das alles früher viel easier! Alter Sack. Während Romanski es sich in seinem Zelt bequem machte, eierte Bronko ca. bis 3 Uhr unten rum, gönnte sich nen fetten Bottich Gin Tonic. Die Kölner gingen ab bis 6 Uhr mit anschließenden 2 Stunden Schlaf. Wie machen die datt nur. Antwort: einem geschenkten Gaul holste gerne auch mal einen runter. Oder so ähnlich…

Tag 3: Romanski wachte auf und musste heeeeftig pullern. Datt Pielz drückte hart. Glücklicherweise kamen die Scheißewägen durch und er fand ein frischgeputztes ToiToi vor. Die Königsklasse unter den Assis. 2 Stunden später musste er wieder heeeeeftigst pullern. Da war allerdings schon vorbei mit Etepetete. “Wo warst du schon wieder zum Teufel?”, gelang Shöttie’s Stimme aus dem Zelt. Ja, hm. “Einer Bock duschen zu gehen?” Um mal ziemlich sachte das Thema zu wechseln. “Bin dabei”, ertönte es ausm Zelt. Ach stimmt, Bronko Kulitschka war ja auch noch da. Und ab zum Kater schieben und Schlange stehen. Altaaaa, war das wieder anstrengend. Zwischendurch kamen paar Tussis an und wuschen sich beinahe komplett im Großbecken, was vor der Dusche stand. Morgendliche Hygiene ganz im Bundstyle. Zwar haben sie zum Teil akrobatisch die Beine hochgehoben und waren in engen Stoffhosen unterwegs, aber dabei an etwas Versautes zu denken war ein grober Fehler. Hattest es doch getan, kam die nächste verkaterte, von alter Schminke zersetzte Visage vorbei, und dann hieltst dich mit dem Gaffen dezent zurück. 45 Minuten später kamst dann endlich zum Duschen und wie immer hat sich die Anstrengung gelohnt. Wieeee neu geboren. In den neidischen Blicken der Wartenden konntste grad weiterbaden.

In der Zwischenzeit warf Charlie ein paar Würstchen aufn Grill und es kam Kohle raus. “Scheiße, wieso guckt danach keiner!” – hm, man hatte wohl andere Sorgen. Besonders Frankie verzog die Miene so hart, dass sämtliche Stirnfalten noch einmal in sich zusammenfielen und dadurch im unteren Teil des Gesichts kaum Haut mehr vorhanden war und sich die Zähne offen zeigten. “Boah, langsam krieg ich datt nimmer gebacken…” Shöttie: “Joa, große Klasse. Und ich muss morgen noch auf ‘ne Hochzeit.” Bitte was? Hochzeit an einem Sonntag? SMS als Aufwärmphase? 2 Fragen: wie krass musst du deine Freunde und Verwandten hassen, dass du deine Hochzeit auf einen Sonntag legst, und die noch viel wichtigere Frage: Samma, nimmst du die ganze Scheiße hier denn überhaupt ernst? Nach SMS bist du eigentlich kurz davor, dein Testament zu machen. “Hm, ja… was soll man machen”, sagte Shötte und guckte bedrückt aufn Boden. “Wir packen langsam zusammen und dann fahren wa.” Jetzt war Romanski auch bedrückt. Andererseits war er meilenweit davon entfernt, nochmal diese Rein- und Rauslaufolympiade zu veranstalten. Aber hatten die Jungs sicher auch kein Bock drauf. “Keine Sorge, nächstes Jahr sind wir alle Tage am Start, du den Schaschlik, wir die Couch”, versicherte Frankie. Bronko ist in der Zwischenzeit Brötchen holen gegangen, Charlie die Bild und las die beknacktesten Schlagzeilen vor. Wie, keine Titten…was ist nur aus der Bild geworden… Versager. Romanski pfiff sich schon die nächste Jägermische rein und grillte Chorizo Würstchen. Das sind so fette Dinger, bis zum Rand gefüllt mit Schweinfleisch, triefen vor Fett, dass Vegetarier dich dafür häuten und selber zu einem Würstchen verarbeiten würden, aber warte warte….!!! Leichte Paprikanote war auch dabei. Mangal war zwar echt nicht mehr heiß, dennoch sind die Dinger absolut nicht zum Grillen gedacht. Romanski spießte gleich drei davon auf und das rotgefärbte Fett rannte den ganzen Spieß runter. Eine einzige Sauerei. “Ist echt gut, mach mir bitte noch eine!” Na also. Shöttie hat Geschmack und weiß, was abgeht. Kombiniert mit der Jägermische dürfte das das ungesündeste Frühstück aller Zeiten sein. Aber wen kümmert das hier noch groß. Du bist ausschließlich hier, um dich zu foltern. Wer mir was andres erzählt, kann sich gerne nach SMS 5 Tage Summer Breeze geben. Das ist immer die Woche drauf. Dann hau mal rein und erzähl mir nochmal was von einem gesunden Sommer. Come to think of it – die Sonne kam heraus und Frankie kam gar nicht mehr klar. “Los, wir packen jetzt!!!” Und alle springen voller Euphorie auf, wie man’s halt kennt.

 

JVA 2016

Was bin ich doch ein fauler Sack und nehme es mir allen Ernstes raus, erst einen Monat später zu berichten… im Vorfeld schon mal keine Entschuldigung an keinen. Was doppelte Verneinungen alles ausmachen, heftig oder? Was soll’s: die scheiße ist mal wieder mega abgefahren…

PRAGRIGATION:

Na gut, eigentlich war ja ein Trip nach Italien mit einer schönen Finca am Meer geplant, doch rückblickend betrachtet ist Prag halt einfach nur geil. Silvester 2013 – der Beitrag befindet sich irgendwo in den dunkelsten Katakomben dieser Seite, ist jedoch sehr empfehlenswert – spricht für sich. So entschloss sich eine Mannschaft von 16 reudigen Russen, mit dem Hashtag конченийнарод betitelt, die tschechische Hauptstadt unsicher zu machen. Um nicht dieses Mal wieder von irgendjemandem die Ohren vollgenölt zu kriegen “wieso schreibst du das über mich!”, wird im Folgenden alles anonym gehalten. Naja teilweise anonym. Ihr Pisser.

Der Grund für diese Reise war der JGA eines Kumpels, der allen Ernstes vorhatte das Ehegelübde zu schließen und es damit seine letzte Chance war, ohne sein weibliches Gegenstück ordentlich einen drauf zu machen. Dass viele Leute die ganze Aktion als JVA bezeichneten, schien den meisten sinnvoller. Und so begann die Gaudi, indem sich eine Meute aus 14 männlicher Personen zusammenraufte, ein Becker’s Pils (oder zwei) an Obi soff, und den sechzehnten Auserwählten mit Sturmmaske und Baseballschläger aus dem Schlaf riss. Dieser konnte kaum die Augen öffnen (kann er auch so kaum) und bekam erstmal eine Dose Becker’s Pils in die Flosse gedrückt. Ab jetzt wusste er, was eigentlich zum Teufel abgeht. Noch den allerletzten Genossen aufgegabelt, der noch mit einer Kuh Schach spielte und deswegen nicht früher da sein konnte, und ein munterer Haufen vollmotivierter Trunkenbolde gab sich gegenseitig Umarmung und Mische. Es standen 8 Stunden Fahrt und jede Menge Tankstellenausfahrten bevor. Als es bereits hell wurde, fingen die ersten Genossen an zu randalieren, zu pöbeln und irgendwelches wirres Zeug in die Luft zu schreien. Wie man es halt eben kennt. Atriwaza nada.

Die Eskalation auf der Hinfahrt führte dazu, dass einige das geplante Kartfahren für ein Mittagsschläfchen ausließen, andire genervt die andiren verfluchten, weil sie nicht genauso eskalierten wie sie selbst, der erste schon beim Essen kotzen musste und abends bei dem ein oder anderen der Akku sagte: Gay Over – Try Again Tomorrow. Naja was soll man sagen: Tag 2 ist berüchtigt, das weiß man spätestens seit SMS. Romanski ist alt geworden und wollte an Tag 2 abends auch nichts mehr machen. Aber für einen Dropkick in Richtung Bronko, weil dieser ihn einfach nicht pennen lassen wollte, reichte es allemal. Er selbst hatte es geschafft, mit seiner gewohnt feuchtfröhlichen Russenzunge einen Rumtreiber namens Женя zuzulabern, ihn gefragt, wo heute Abend der Bär steppt und sich dann Eintritt zu einer Privatparty verschafft. Der Cheater! Natürlich hatte er dann noch Titten im Gesicht, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Vorher war man noch im Hooters und die Spare-Ribs waren echt scheiße. Aber das Geschäftsmodell, junge hübsche Dinger in schwarzen Hot-Pants und Pressbalkon bedienen zu lassen, dazu Bier und Fleisch, ist schon genial. Bronko spielte schon mit dem Gedanken, selber so ‘n Laden in seinem Kaff aufzumachen. Dieser Geschäftsmann, diese. Wo er die minderjährigen, sich selbst für einen Appel und ein Ei verkaufenden Schmaras herbekommen möchte, ohne dass die Kripo bei ihm andi Tür klopft, sei mal dahingestellt. Aber der Farmerburger war geil! Und die Nachlieferungen mit Bier erst recht. Der Fahrer von gestern bzw. heute Morgen gab in diesem Moment den Geist auf und machte die Denkerpose. Aber auf jeden Fall Respekt an ihn, dass er so lange durchgehalten hat. Als Lohn wurde er nicht vollgesprüht, wie der andere, der im Nachhinein in geschwärztem Bettzeug aufwachen durfte. Und gleich mal die Dusche versiffte.

Kommen wir nun zum Hostel. An sich ist ein Hostel ein Ort, von dem man sagt, dass selbst ein Penner seine Würde behalten und nicht dort hausen möchte und dass es selbst die Afrikaner besser als hier haben. Dennoch war es diesmal ganz erträglich. Sogar mit Romanskis Schnarchakrobatik. Nicht zu vergleichen mit dem Hostel in London, wo einem die Frau den Schlafplatz wegnimmt und dann auch noch aus irgendwelchen psychischen Überempfindlichkeiten anfängt zu weinen. So ist das mit den Weibern, gibst ihnen was sie wollen und sie flennen trotzdem! *Hust*… Das Hostel war in Ordnung, das furztrockene Brot zum Frühstück dagegen nicht. Man hielt sich ja sowieso die ganze Zeit in der Stadt auf. Und da war das Essen wirklich fett, wenn auch nicht allzu billig. Aber zumindest hat Prag seine Rolle als weltoffene europäische Stadt verstanden und Euronen akzeptiert. Kronen will man auch nicht unbedingt in seinem Geldbeutel haben, sieht doch peinlich aus. Warum allerdings die Duschen und WC’s im Hostel nach ‘Girls’ und ‘Boys’ strikt getrennt wurden, leuchtete nicht ein. Will man die Damen davor bewahren, dass die Dusche plötzlich voll mit schwarzer Farbe ist? Wie auch immer. Romanski gönnte sich Damendusche. Als er herauskam und zwei Frauen bereits warteten, bis Madáme fertig ist, entgegnete er: “I have long hair too!” Naja, macht Sinn. Im Bund hatte man wenigstens ein Tisch im Zimmer, aber scheiß mal aufs Hostel! Wir würden’s doch alle jederzeit wieder tun. Kein Grund, diese komische Einrichtung weiter in Grund und Boden zu reden. Achja nebenbei liefen noch Bauarbeiten, aber das zum Glück nur an Tag 2.

Der Abend von Tag 2, nach Hooters, gestaltete sich für jeden Hobbytschechen ganz nach seinem Gutdünken. Es reicht von Besuchen diverser Etablissements, Würstchenbuden oder auch Bronko’s VIP-Club. Oder man ging einfach nur pennen.Versuchte es zumindest. *HIER EINFÜGEN, WAS NOCH SO ABGING*

Tag 3 war wieder ganz ok. Es ging wieder einigermaßen. Oder man hatte sich einfach nur andi Schädeldisko gewöhnt, kann natürlich auch sein. Wieder das trockene Brett am Kauen, ging es in Richtung Marktplatz und ein paar Besorgungen wurden gemacht. Schneekugel, Russenmütze, Bleistift mit Aufschrift “Praha” and so on. Alles Zeugs, das man nie wieder braucht. Aber man möchte ja auch nicht mit leeren Händen wieder zu Hause auftauchen, oder? Neee, schmeckt mir ned. Nebenbei lief einem wieder ein kaputter Женя über den Weg. War wohl zuviel für das sanfte Gemüt, der harte Kurs. Einfach nur im Sack und abgefucked vom Tageslicht hoffte er, dass ihn niemand unter seiner Sonnenbrille erkennen würde. Am Arsch, Bobo. Als Bronko ihn umarmte, fragte der gekrümmte Junge ihn, ob er nicht einfach dessen Job haben kann. In der Stadt rumlaufen, irgendwelche Typen von A nach B buxieren, irgendwas empfehlen und dafür Provision kassieren, nebenbei noch paar Drogen verticken, und am nächsten Tag Gott und die Welt verfluchen – das ist nicht so ganz das, was sich der junge Bub für sein Leben vorgestellt hatte. Bronko entgegnete nur: “Du machst das schon super, bleib dabei! Immerhin darfst Du so coole Leute wie uns treffen!” Romanski platzte das Lachen raus. “Meinen Job willst Du sowieso nicht haben.” Romanski nickt. “Yup. Den Job willst Du echt nicht haben.” Und zack, rief schon der nächste wieder bei Bronko an. Scheiß mal auf die Auslandsgebühren. Harter Kurs!

Zum Mittag traf sich die gesammelte Truppe unten wieder am Hostel und es kamen zwei Begleiter hinzu. Der Tour-Führer und der Selfie-Stick. Mit dem Unterschied, dass der Scheiß-Stick der treuere Begleiter war und an jedem noch so beschissenen Fleck Fotos mit Weitwinkel geschossen wurden.

Der Führer wechselte zur Führerin, was sowieso den meisten lieber war. Dann ging es ab ins Brauhaus. Endlich etwas Kultur hier, Junge! Die Führerin wechselte zu einem rotbärtigen Führer, der allesamt durch die verschiedenen Stationen des Bierbrauens führte – manch einer war vom Treppengeländer bereits komplett überfordert – und er las in einem gebrochenen Deutsch von seinem Fresszettel vor, wie Bier zu dem wird, was es letztendlich wird und wie groß die Biertradition in Prag doch ist. Noch ein Grund Prag zu lieben. Endlich fand sein Gesabbel ein Ende und es gab das nächste Schwarzbier zum Runterspülen. Richtig lecker! Nebenbei gab es auf einer Bank was Feines zu spachteln, sodass der Pegel etwas gedämpft wurde. Im Endeffekt half das allerdings wenig. Denn in der nächsten Bar konnte man seinen Promillewert messen und die Führerin fragte sich, wie es bei so manch einem der Wert zulässt, dass er noch aufrecht stehen kann. Die Antwort: “Harter Kurs!” – Nuja… macht Sinn. Darauf erst einmal ein Bier. Von hier an wird es allerdings etwas dunkel. Zu dunkel. Romanski kriegt nur am Rande mit, wie Bronko von einem Mitgenossen angepöbelt wird, woraufhin er die Grenzen zu Polen öffnen wollte und im Nachhinein nur das Fazit gezogen wurde: “Passiert. Hat ja keiner aufs Maul gekriegt.” – Exakt! Wie pflegte unser Altbundeskanzler Helmut Kohl zu sagen: “Es kommt immer darauf an, was hinten rauskommt!” Und wie Recht er doch hat. Aber wie ist dieser Fettsack eigentlich in diesen Beitrag reingekommen? Der vielfach gepriesenen political correctness willen.

Zurück zum Thema: Nach diversen Pöbeleien ging es zur nächsten Bar und zwei junge, gutaussehende Blondinen machten den Fehler, sich neben die Gruppe aus schwarzen Hemden und roten Krawatten tragenden Gigolos zu setzen. Gay Over. “What’s your name?” – “+*#-§”%&)(=” – “Ah, cool!” – und in dem Moment natürlich gleich wieder vergessen. Ne, nicht vergessen. Zu voll, um überhaupt abzuspeichern – so war’s. Scheiß Touristen, kommen nur her, um sich volllaufen zu lassen! Das dürften sich die zwei Damen wohl gedacht haben. Wer weiß, wie lange sie im Bad gebraucht haben, um sich so aufzutackeln. Ungeschminkt, zerzauste Haare und Mundgeruch hätten die Jungs aber auch nicht verjagt. Eure Mühe war zwar umsonst, natürlich. Es ist allerdings nicht so, dass ihr irgendeine Wahl gehabt hattet. Romanski rechnete jede Sekunde mit einem “leave us alone!”, was auf Gut-Deutsch soviel heißt wie “пошол в жопу, урод”, aber sie zeigten sich äußerst geduldig. Er selbst hatte aber schon die nächste Dummheit im Visier. Auf dem Weg zum Klo hörte er ein paar Engländer reden und als Master of the Universe wollte er in die Konversation gleich mit einsteigen: “What’s up dude! I love Drum n’ Bass, mate!” Bevor er’s blicken konnte, war er umzingelt von Briten, die sich auch nur fragten, was diese komische Gestalt hier eigentlich soll. “Oh, that’s Roman, mate! He’s pretty cool!” Pretty voll, würde man eher sagen. Er folgte ihnen in den nächsten Kellerclub, bis er auch hier langsam bemerkte, dass die zwei Blondinen im Gefolge keinen Bock auf ihn hatten. Die logische Konsequenz ziehend haute er auch hier wieder ab und ließ sich den Standort von seinen alten Kameraden schicken. Tja was soll man sagen. Romanskis Orientierung war in dem Moment, naja sagen wir mal, “temporarily not available”. So he fetched his mates again, who found him lurking around in the streets, as if he was looking for the meaning of life itself. They knew he was completely lost. “Hey mate, where you were going! We’re heading towards goldfinger, wanna join us?” – Ah, genau! Da war doch was. An der Destination angekommen, fragte er sich, warum kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Was soll der Scheiß. Selbst in so einem verfickten Bumsschuppen hinterm Dog zahlste 5 € und kriegst so ein schwules neongrünes Bändchen nachgeschmissen. Kein Eintritt lol. Versuch das mal im Unity bei Nyusha trotz VIP-Tischen. Solche Läden finanzieren sich doch nur dadurch dachte er. Aber nein, da gab es ganz andere Einnahmequellen. Betonung liegt auf Einnehmen. Von Einnahmen. Von so manch einem gar der Monatsverdienst.

*An dieser Stelle wird sich ein Red Bull-Cola reingepfiffen, um das letzte Quäntchen an Motivation herauszukitzeln* So wo waren wir nochmal. Ah ja, Bitches und so, ne? Romanski hat an diesem Abend kein Bitchie geschossen. Schade eigentlich, denn Material war genug da. Und sie waren noch so freundlich und hingebungsvoll, einem anzubieten, sie auf ein Sektchen einzuladen. Wo gibt’s das noch in freier Natur? Da muss man nicht mal selbst seinen Mumm zusammennehmen und besoffen daherstammeln: “Maggsuu wuas zu trienköhn?!” – “Boah du Arsch, was denkst du, wer du bist? Ich bin eine gestandene Frau und kann mich selbst versorgen!” Ja, genau. Die Weiber von heute. Emanzen. Hören Deutsch-Rap und sind die krasseren Massafakkas als diese Pussies, die nur mit gehobenem kleinen Finger an Gin Tonics schlürfen. Warum kommt also nun so ein gequirlter Mist an dieser Stelle? Ganz einfach: Faden verloren. *HIER EINFÜGEN, WAS NOCH SO ABGING*

Tag 4 war angebrochen. Es folgte der traurige Abschied. Das trockene Brett zu guter Letzt noch einmal angeknabbert und den Rest dann irgendwo in die Tonne gekloppt wurde sich erstmal ein Becker’s Pils runtergezogen, um die Speiseröhre von den restlichen Brotkrusten wieder zu befreien. The Royal’s Flush. Jeder Einzelne war sichtlich gezeichnet von diesem Trip und manch einer sah aus wie 35. Was für den einen oder anderen sogar noch ein Kompliment war. Um dem Spiegelbild nicht erliegen zu müssen, wurde die nächste Palette geöffnet oder die Big Pump Flasche verdunkelt. Und wieder ab nach Hause! In einer abschließenden kleinen Prag-Tour kam man wieder an Europas größten Diskothek vorbei, in der es schon jeden im Treppenhaus auf die Fresse gelegt hat – trotz Putzfrauen im Dauereinsatz. Außerdem wurde jedes weibliche Wesen hinsichtlich des ersten Eindrucks von 1-10 bewertet. Romanski kämpfte derweil wieder mit sich selbst und hatte große Furcht davor, das nächste Becker’s Pils zu öffnen (was im Nachhinein als bestes Weckergeräusch ever hochgepriesen wurde), da jede kleine Erschütterung das instabile Gemisch in seiner Magengegend zum Zerbersten bringen könnte. Doch er war sicher nicht der Einzige, der von Sorgen gequält wurde. Einer war kreidebleich – wegen Krankheit. Noch einer – wegen Kassenbon. Noch einer wurde verfolgt – und zwar immer noch vom harten Kurs. Der Nächste von Jägermeister-Bull ausgeknocked. Und noch einer. Der Junggeselle bekam nen Schritt ins Gsicht. Und egal, welche Sorgen den einen oder anderen noch an Tag 4 quälten, z.B. dass der nächste logische Schritt nach einem Junggesellenabschied die Hochzeit ist, oder was man mit den Walkie-Talkies nun anstellt, die bis zum Erbrechen mit Finanzamt- und DAX-auf-Talfahrt-Witzen vollgespuckt wurden, oder wie man überhaupt die kommende Woche ohne Meteor überleben solle – das Wichtigste ist, dass man zu seinem Anker zurückkehren konnte, zu seiner Heimat, seinem heiligen Refugium: der Schüssel sowie dem eigenen Bett, egal wie verranzt es auch ist. Denn nach so einem Trip will man a) die anderen bis auf Weiteres nie wieder sehen b) eine Stoffwechselkur machen c) sich in die Entzugsklinik einweisen lassen und d) alles bis dahin Angestaute entladen, was auch immer das heißen mag. Denn erst in der Erholung quillt der Lebenssaft nochmal so richtig auf. No homo.

Tja und das, meine lieben Freunde, war die berühmt-berüchtigte Pragrigation, der JVA 2016. Harter Kurs…

Nochmal alles zusammengefasst, wofür sich der eine oder andere ohne Umleitung direkt die Einbahnstraße zur Hölle gönnt (in absolutely no order):

  1. Junggesellen im Schlaf entführt und ihm noch ‘ne Nackenschelle extra gegeben.
  2. Noch vor der Fahrt fast eine Pulle Wodka vernichtet.
  3. Sowohl freitags als auch samstags sowohl Schwänze als auch Titten gesehen.
  4. Im Hooters zwei Leute trotz hinreißender Bedienung eingepennt. Einem davon wurden die hellen Haare mit schwarzer Farbe zugesprayed.
  5. Genau dieser Typ bat dann darum, dass man ihn heimfährt, das Auto stünde doch gerade um die Ecke und er will sich nicht weiter verarschen lassen.
  6. Mitten auf dem offenen Marktplatz gesoffen.
  7. Einem Spasti auf dem Segway dessen Flyer vor seinem Gesicht auf den Boden geschmissen. “That’s why it’s called a flyer!” – “Ahhh, you are German, right?”
  8. Auf dem Weg nach Prag jede halbe Stunde zum Pissen angehalten und die Fahrer zur Weißglut getrieben.
  9. Party an jeder Tanke gemacht.
  10. Mehrere Paletten Becker’s Pils vernichtet.
  11. In einer Bar einen Promilletest gemacht. Kaum einer hatte unter einer Promille.
  12. Die weibliche Führung besoffen angebaggert (nicht nur einer).
  13. Zu blöd, um ein Treppengeländer gescheit runterzulaufen. Beim nächsten Versuch immer noch zu blöd.
  14. Kaum in Prag angekommen, schon gekotzt.
  15. 2.000 € an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet. Und erst hinterher von der Abrechnung erfahren.
  16. Mit einem T-Shirt von der besoffenen Jugendfresse des Junggesellen durch die Stadt gelaufen.
  17. Seinen Finger mehrmals vergoldet.
  18. In einem Club abgegangen, wo Ecstasy zum guten Ton gehörte.
  19. Einen Russen in Prag aufgegabelt, der Weed besorgt hat.
  20. Ganzen Samstag im Hostelzimmer verbracht.
  21. In der Damendusche geduscht.
  22. Einem tschechischen Mädel hinterhergepfiffen und Stinkefinger kassiert.
  23. Kopfnuss gegen den Bus mit anschließender банка-об-еблом Attacke.
  24. Ihn rausgeholt und öffentlich auf den Tisch gelegt.
  25. Minderjährige Russinnen aufgegabelt und mit ihnen Fotos gemacht.
  26. Selfie vor einem Schild mit der Aufschrift “POZOR!” gemacht.
  27. Mietbusiki in einem Siff aus Becker’s Pils und Jäger zurückgegeben.
  28. Auf die Gruppe einen Feuchten gegeben und stattdessen mit ein paar Engländern und deren Bitches Party gemacht.
  29. Versucht, eine nette, leicht bekleidete Dame mit Coupon auf ein Bier einzuladen.
  30. Auf der Rückfahrt Kondom und Münze im Arsch gehabt.
  31. Sich auf der Rückfahrt nur von Becker’s Pils ernährt, um den Magen zu reinigen.
  32. Statt direkt heimzufahren, abschließende Prag-Besichtigungs-Tour.
  33. Sämtliche Kontakte interviewt, was Sie mit 2.000 € anstellen würden: Hier jetzt das Ergebnis investigativer journalistischer Feinarbeit !!!EXCLUSIVE!!!
  • In Urlaub fahren, Thailand
  • Eigene Nutte kaufen
  • Auf die Seite legen
  • Urlaub fahren & shoppen
  • Shoppen
  • Roma geben
  • Schuhe kaufen & San Francisco
  • Oculus Rift & Drohne holen
  • Augen lasern
  • Rotterdam Nutte & Gras holen
  • Spenden
  • Noch mehr stoned werden
  • Sparen
  • Neue Möbel, bessere Wohnung
  • Ferrari für einen Tag holen, alle Clubs abfahren und alles und jeden durchficken

Das Erschreckende daran ist, dass man bei diesen Antworten immer erahnen kann, ob sie von einem männlichen oder weiblichen Befragten kommt. Soviel zum Thema Geld verdirbt den Charakter.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass sich ein Trip in das wunderschöne Prag immer lohnt und dass es hoffentlich nicht wieder drei Jahre werden, bis man in den Genuss dieser wunderschönen mitteleuropäischen Hauptstadt kommt. POZOR!!!

Und zu aller-aller-allerletzten guter Letzt: Bitte entschuldigen Sie diese ganzen Fickwörter, ich habe erst sehr spät Deutsch sprekken gelernt :’-(

Serdars Machtergreifung

“Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung”

Der Dauerbrenner unter seinen Auftritten, neu hochgeladen. Vorher hatte dieses Video an die 3.000.000 Views.

Ja, manch einer fragt sich, wer ist dieser Türke mit der Glatze und der Wampe, der, wie er ja selbst sagt, sich inzwischen vor sich selber ekelt? Muss man Serdar Somuncu kennen? Nun, da würden sich bei jedem Redakteur ganz klar die Fingernägel kräuseln, weil sie denken: “Nein, er hat Kimme gesagt!” Also in diesem Fall ein ganz klares Nein. Man muss den Serdar nicht kennen. Es hilft allerdings, die Welt etwas besser zu verstehen, wenn er in die Rolle seines Hassias schlüpft. Denn ungeachtet seines vulgären, frauenverachtenden und total diskriminierenden – total weckt bei den Leuten in Bayern vielleicht falsche Assoziationen – Wortschatzes ist er ein hochintelligenter Redner, der mit Worten umwirbeln kann wie kein Zweiter. Na gut, nach Romanski vielleicht. Aber während in Romanskis Wortschwall kein Funke an zweckmäßigem Inhalt drinsteckt, will Serdar durch seine Wortgewandtheit etwas bewegen. “Kabarett muss wie ein Pickel am Arsch sein. Es ist wie ein Schlag in die Fresse, es muss weh tun, es muss zumindest ehrlicher, härter und vulgärer sein als das, was uns im täglichen Leben so begegnet.”

Und in der Tat: irgendwo muss auch das gesagt werden, was sich die meisten nicht zu denken trauen. Unter dem Deckmantel der Kunstfreiheit sagt der liebe Serdar so ziemlich alles, macht keine Abstriche, und wenn man ihm ins Wort fällt, dann kommt wie aus der Pistole geschossen der Konter. Außerhalb der Bühne wird er auch in politische Talkshows eingeladen, sei es “Anne Will”, “hart aber fair” oder “Menschen bei Maischberger”. Hier zeigt er, ich kann auch anders. Zu Themen wie dem Islam, Integration, Flüchtlingen oder Putin sitzt er am Tisch mit hochrangigen Politikern und zeigt ihnen mit spitzer Zunge seine Sichtweise auf. Da kannste keinen Mario Barth hinsetzen. Oder einen Bülent Ceylan. Die sollen dann doch bitte zu Markus Lanz.

Und paar Tage später spielt er wieder im Theater und lässt durch den ganzen Saal Fotzen und Pimmel fliegen. Wie kann das sein? Wie kann sich ein so hochintelligenter Mensch auf ein so niedriges Niveau begeben, obwohl er zu so viel mehr fähig ist? Nun, Punkt 1 ist: er hat damit immer sein Publikum, dessen niederen Instinkte befriedigt werden und Punkt 2: nach 1.500 Mein-Kampf-Lesungen vor lauter Nazis und Fleischmützen, die ihn am besten danach häuten wollten, hat er sich ein ganz dickes Fell aufgebaut. Oder mit seinen Worten: “Hakenkreuze malen ist leicht und macht Spaß!”

Nur damit wir uns nicht missverstehen. Es geht hier nicht darum, Serdar zu verherrlichen. Vielmehr geht es darum, ein kleines Porträt dieses Künstlers aufzuzeigen, der sich ganz hart seinen Weg von einem 10-Mann Publikum zu einer riesigen Hörerschaft erarbeitete, inzwischen mehrere Bücher veröffentlicht hat und dennoch kaum den Anschein macht, als wäre er am Ziel angekommen. Denn so sehr er auch vorgibt, dass seine ganze Wut gespielt ist, so kann man sich auch sicher sein, dass keine Wut und kein Hass nicht auch von irgendwo kommen und genährt werden. Sich künstlich aufzuregen steigert den Blutdruck, und da unser lieber Serdar mit seinen 47 steil auf die 50 zugeht, wird er diese Schiene nicht ewig halten können. Oder vielleicht hält es ihn gerade deswegen fit? Denn wie wir alle wissen, hasst Serdar ja Sport und diese ganzen Türken, die unter lauter Bumsmusik im Fitness-Studio Hanteln schwingen…

Oh, wir sind etwas abgedriftet… Kommen wir nun zu der Sicht eines Betroffenen. Denn wie viele tausende Menschen hat es sich Romanski nicht nehmen lassen, Serdar Somuncu mal live zu erleben und ist mit seinen Kumpels extra nach Mannheim getuckert. 35 Euro für das Ticket, und alles nur für einen guten Zweck.

Im November vergangenen Jahres tourte Serdar in ganz Deutschland. Das wollte man sich natürlich nicht entgehen lassen. Romanski und seine Kumpels freuten sich auf dieses Event wie ein kleines Teenie auf ein Tokio Hotel Konzert – wobei man sich hier natürlich fragen muss: wer zur Hölle ist Tokio Hotel und was ist aus dem Teenie geworden? Nun wahrscheinlich eine erwachsene Frau, die jetzt andere Dummheiten macht…. öhm, wie auch immer. Eine Stunde in der Schlange gestanden bei winterlichen Temperaturen wurde angenommen, die Veranstaltung geht erst los, wenn alle Leute in den Konzertsaal Einlass erhalten haben. Leider weit gefehlt… Kurz vor 9 Uhr die Sitzplätze bezogen – es waren natürlich die obersten, wo man fast gar nichts mehr mitbekommt – hatte Serdar schon fast eine Stunde gespielt. FUCK, ALTER!!! Ein Kollege hatte diesbezüglich seinem Unmut freien Lauf gelassen, indem er an Serdars Bühne vorbeigelaufen ist und ein bisschen gepöbelt hat. Er wurde von anderen im Publikum darauf hingewiesen, er solle sich gefälligst mal verpissen. Die Situation schien jetzt schon ein wenig zu eskalieren und ein paar Leute standen auf. Doch dann ergriff Serdar das Wort und löste die Angelegenheit hochprofessionell. “Schau mal, jeder hat einen Grund zu spät zu kommen. Ich bin 300 km gefahren, um hier zu sein und dann wurde mir noch gesagt, ich kann nur eine Stunde spielen. Ich habe aber gesagt, ich zieh mein volles Programm durch. Wenn ich jetzt nur eine Stunde gespielt hätte, dann wärst Du völlig umsonst gekommen. Klar ist das scheiße, draußen in der Kälte zu stehen, aber bei so vielen Menschen ist das nicht immer so einfach…” Beeindruckend. Danach war wieder Ruhe, als ob nichts gewesen wäre. Wie er einfach nur mit der Sprache das Problem gelöst hatte, wo man kurz vorher dachte, gleich geht’s richtig rund. Serdar zeichnet besonders aus, dass er nicht nur sein Programm abrattert, sondern auch intensiv sich mit seinem Publikum auseinandersetzt und dieses sogar in seine Nummer miteinbindet, ohne dass es groß auffällt. Da würde Romanski mit seinen minderbemittelten Zwischenrufen auch nicht weit kommen, vor allem nicht aus der obersten Ecke…

Stattdessen zückte er sein Büchlein und notierte die ganzen Sprüche. Die Leute staunten nicht schlecht, als er seinen Mantel als Unterlage nahm und wirklich permanent am Schreiben war. Wie ein richtiger Redakteur eben. Serdar haute einen nach dem andern raus, nachdem sich die Lage von vorhin etwas beruhigt hatte und er nur noch meinte: “Für diejenigen, die nur hergekommen sind, weil sie wollen, dass ich das Wort “Fotze” sage: keine Angst, der Teil des Abends kommt erst noch!” Eeeeeeendlich!!! Schreibwerkzeug im Anschlag. Alle gesammelten Sprüche finden sich genau hier:

  1. Ich werde jetzt alle 5 Minuten Fotze sagen!
  2. Frauen… Schabracken! Und dann gehen sie heim und lutschen Schwänze!
  3. Weltpolitik nein! Schwanzgelaber ja!
  4. Wenn ich mir ‘nen Porno anschaue, will ich nicht das Gesicht des Mannes sehen, sondern den Schwanz, der meinen abbilden soll!
  5. Jeder hat einen Grund zu spät zu kommen, ich auch!
  6. Können wir endlich wieder über Schwänze reden?
  7. Wer bezahlt eigentlich die ganzen Leuchten hier? Mein Solidaritätsbeitrag.
  8. Schade, dass die KZ’s nicht geöffnet sind, die hatten nur zur falschen Zeit offen.
  9. Das Arschloch wächst nach, das wissen Schwulis.
  10. Das Schöne an Deutschland ist, dass wir diese Vielfalt haben und eigentlich stolz darauf sein müssten. Jeder kann bumsen, wen er will, solange er mich nicht bumst!

 

Festival Tag Tournament – Sonne, Mond, Sterne vs. Summer Breeze

IMG_5550Hmm… eine passende Einleitung hmm…. einen Moment bitte. … *Ich muss es dir gestehen, selbst wenn dein Herz daran zerbricht – in Wirklichkeit lieb’ ich dich nicht. Du hast so schöne Augen und noch ein schöneres Gesicht, doch in Wirklichkeit lieb’ ich dich nicht. Eigentlich bist du mir egal. Eigentlich bist du nicht mein Typ. Und auf jeden Fall bin ich fast gar nicht in dich verliiiieeeeebt*

HEILIGER STROHSACK… hat das denn nie ein Ende? Ich dreh’ durch! Und wieso sagt man eigentlich zum Strohsack, dass er heilig ist? Hat sich das schon jemand mal gefragt? Und was hat der umkippende Sack Reis in China damit zu tun? Wie geht es deinem Blog, haben sie gefragt. Wo kommen die ganzen Bikini-Tusen her, haben sie gefragt. Wann hörste endlich auf mit dem Scheiß und schreibst endlich ein gottverdammtes Buch, haben sie gefragt…. MAAAAAAAANNN sieht das denn wirklich so einfach aus oder was -_- 15.000 Wörter und etliche Tassen Kaffee, Tee, und Paulaner und gedankliche Bluescreens wird mich der Rotz hier wieder kosten. Und du konsumierst das in 10-15 Minuten. Voll kein Bock drauf. Und dennoch viel zu viel Freizeit. Wie sähe denn die Alternative aus? Entweder 6 Stunden Tekken zocken mit unausweichlicher Aufn-Sack-Krieg-Rate von 85 %, weil du nur zu Anfang wirklich fokussiert und kreativ bist und die restliche Zeit einfach nur bis zum Umfallen eingelernte Tastenkombinationen runterratterst oder du schaust dir einen Vlog von DailyMelinaSophie an, wie sie Girls abcheckt. Blooooß nicht nachmachen. Dann überlegst du dir gleich zweimal, ob du nicht doch lieber als einer auf die weite Prärie ausgesetzter Space Marine dem Zerg in Form von unzähligen Zeichen gewaltig in den Arsch trittst. Achja Starcraft II zocken wollt ich auch mal wieder. Memo an mich selbst: erinner dich wieder dran, dein komisches Terminbüchlein zu führen, damit du nie vergisst, was du eigentlich vorhattest. Im Kreis drehen macht zwar Spaß, aber irgendwann musste davon kotzen. Dann mal los, Commander… jetzt geht’s rund!

 

So in dieser Form hat es das auch noch nicht gegeben. Festival auf Festival auf Vogel, Vogel, Schwein. 3 Tage das Electro-Festival “Sonne, Mond und Sterne” im idyllischen Saalburg in Thüringen und gleich im Anschluss 5 Tage das gnadenlose “Summer Breeze” im versteckten und gemütlichen, bayrischen Metal-Hochofen namens Dinkelsbühl. Allein wenn ich mich nur dran zurückerinnere, brummt mir der Schädel. Aber lassen wir das mal mit der Ich-Perspektive…

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Romanski ist ein knallharter Typ. Muss man keinem erzählen. Ein Gott in seinem komischen Mikrokosmos umgeben von Weicheiern und Halbstarken. Besonders die Lümmel, die ihm die Hand drauf geben, dass sie mit zum Festival Sonne, Mond und Sterne mitkommen, und dann zum Schluss den Schwanz einziehen und absagen oder besser gesagt sich gar nicht mehr melden, sind die größten Amöben unter den Würmern. Aber genug von den Kleinigkeiten. 4.35 Uhr aufstehen, nach 3 Stunden Schlaf infolge ausgiebigen Zockens, schnell noch alle Sachen ins Auto schleudern und dann wieder ab nach Thüringen.

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Zum vierten Mal begibt er sich mit seinem einzigen Weggefährten, seinem VW Jetta, auf ins Abenteuer in den Osten. Waren es im letzten Jahr noch insgesamt 11 Leute, die am SMS teilnahmen oder besser gesagt teilnahmslos vor sich hinwetterten, wollte dieses Jahr kein Einziger mit.

Warum? Wir nennen es mal den hirnverbrannten asozialen WhatsApp Aussteige-Schneeball-Effekt. Kurz: HAWAASE. HAWAASE ist ein Phänomen, das in sämtlichen Schichten, Rassen, Gruppierungen etc., also vermutlich überall auftritt. Und damit ist letztendlich Folgendes gemeint: In einer bestehenden WhatsApp-Gruppe genügt nur ein einziger verfluchter Mensch, der sagt, er habe keine Zeit, habe etwas Besseres zu tun, kein Bock, lutscht lieber seiner Freundin einen oder aus welchem Grund auch immer er aus der Gruppe austritt, dass bei allen anderen der Eindruck entsteht… hmmm… scheinbar hat ja gar keiner Lust mitzukommen. Besonders bei Silvester-Feten, Auslandsreisen oder anderen großen Unternehmungen steht von Vornherein bei vielen fest: Wird doch sowieso nix. Je mehr Leute aus der Gruppe austreten, desto mehr fragt sich der kleine Tim aus Schloss Neuschwanstein: Will denn überhaupt jemand mit? :( So und jetzt kommen wir zum asozialen Part des Ganzen: Tim ist fest davon überzeugt, dass keiner seiner lieben Freunde auf die ganze Schose Bock hat. Anstatt sich normal in einem sozialen Umfeld (also in realer Umgebung ohne Vorhandensein eines Displays – jahaaa liebe Freunde, sowas soll es noch geben), verlässt er selber die Gruppe mit einem billigen Vorwand, OBWOHL – und das ist das Entscheidende – er selber wirklich Lust dazu gehabt hätte. Der Fehler vom kleinen Tim ist, dass er seine Entscheidung von anderen abhängig macht. Und jetzt beginnt das Schneeballsystem. Leute sehen, wie Tim die Gruppe verlässt und denken sich: na, wenn Tim nicht dabei ist, dann habe ich auch keine Lust. Und Tschüss. DAS IST SO EINE SCHEISSE!!! HAWAASE ist ein maßgeblicher Grund dafür, dass das Erstellen von Gruppen in WhatsApp für eine ernste Planung von Ereignissen völlig unzureichend ist. Besonders wenn sich einzelne Leute innerhalb der Gruppe eigentlich nicht riechen können und es deshalb nicht als nötig sehen, überhaupt irgendwas hineinzuschreiben. Das hat mit Realität und vor allem mit Hip Hop rein gar nichts zu tun! Aber beenden wir den Exkurs an dieser Stelle, es führt letztendlich doch nur zu einem großen Strudel aus Unverständnis, Fassungslosigkeit und überdimensionalen 360 Grad Facepalms.

HAWAASE war aber für Romanski noch lange kein Grund, Sonne, Mond und Sterne auszulassen. Warum auch? Er ist ein Meister der Verständigung und der traumhafte Zeltplatz ist vollgestopft mit normalen Leuten. Leuten, die ihrer Verrücktheit freien Lauf lassen wollen und selbst wenn du da nackt aufkreuzt, bieten sie dir erstmal ein Bier an. Zu behindert kann es nicht geben! Genau so muss das sein und nicht anders! Ganz davon abgesehen, dass Romanski sein viertes SMS-Bändchen braucht und für die Karte locker 200 € gelöhnt hat. Rückzug war absolut nicht drin. Es ist schon fast zu seiner Religion geworden… Wenn von drei Seiten die Cantina Band auf dich einprasst, dann weißt du, was es heißt, wirklich zu leben… oder du hast einfach nur nen ordentlichen Hörschaden, kann natürlich auch sein.

Womit wir natürlich wieder beim Thema wären. Aber gehen wir jetzt mal ganz chronologisch vor, nicht dass es hinterher heißt, wie du schreibst einen Artikel über Festivals und kotzt dich zuerst über WhatsApp aus. Da bin ich ganz bei euch, Freunde. Scheiß auf diesen hässlichen Facebook-Sohn namens WhatsApp…alsoooo…

TAG 1 SUN MOON STARS:

5.30 Uhr Abfahrt und Ankunft gegen 9.30 Uhr. Romanski musste feststellen, dass er einen Tick zu spät angereist ist. Waren im Jahr 2012 die hinteren Zeltplätze zu dieser Zeit noch wie leergefegt, musste er eine ganze Weile durch die hügeligen Durchfahrtswege rumtuckern, in der Hoffnung, überhaupt irgendeinen Abstellplatz für sein Auto zu finden. Die skeptischen Blicke derjenigen, die bereits ihr Zelt aufgeschlagen hatten, signalisierten ihm Folgendes: Du!? Hier!? Neeeein, leider gar nicht, tut mir leid, fahr’ bloß weiter. Das war echt strange, dass wirklich nirgendwo ein kleines Plätzchen frei war und selbst wenn, wollte man das Auto auch nicht unbedingt dort stehen haben, wo die normalen Leute ein- und ausgingen. Also fuhr er wieder raus auf die Hauptstraße und dann weiter den Hügel hoch. Und dann haben sie ihn erwischt. Parken 20 €. WASSSS… “Ja letztes Jahr wurde so viel Müll da gelassen, da haben wir uns einfach mal gedacht, wir erhöhen die Gebühr nochmal um 10 €, weil ihr faulen Drecksschweine es natürlich nicht gebacken kriegt, den Zeltplatz sauberzuhalten, suki.” So direkt hat sie es natürlich nicht gesagt, aber bedenkt man die verbrannten Lack- und Lacoste-Schuhe von Andros Andros und Romanski letztes Jahr, mit denen man auch nicht mehr ins Big Sleshnij konnte, konnte man sich ausmalen, was andere Leute alles an Müll haben rumliegen lassen. Und dabei ist nicht die Rede von von Couches, die von einer alten Oma frisch bezogen und demoliert zurückgelassen wurden. Viel schlimmer.

Alles klar, SMS-Parkaufbepper an der Windschutzscheibe angebracht, geht’s ans Weitertuckern, schön an den Dixies vorbei. Mhmhm…. Und gerade da, wo Romanski nicht mehr weiter wusste, wohin mit seinem silbrigen Gefährten, erblickte er eine kurze Parklücke hinter einem VW Bus am Ende des Weges… und 3 Typen, die sich auf einer Couch die Seele abchillten. “Ey yo, Jungs, habt ihr was dagegen, wenn ich mein Auto hier parke?” – “Solang’ wir genug Platz zum Grillen haben, kein Ding. Musst du denn noch dein Zelt aufbauen?! Dann wird’s eng.” Hehehe, Jackpot. Natürlich hat Romanski kein Zelt. “Ne, ich schlafe im Auto.” – “Achso? Na dann, kannst du da stehen bleiben, solange es die mit dem VW BUS nicht stört.” Hat es glücklicherweise nicht, besser gesagt Romanski hat sie gar nicht erst gefragt. Als Willkommensgruß überreichte er Charlie, Frankie, Öttie und Shöttie (Namen auf deren Wunsch natürlich geändert), 4 waschechten Sunnyboys aus dem wunderbaren Köln, jeweils eine Dose Mixery bzw. Salitos. “Oh, doch sowas Feines! Nimm’ dir nen Platz aufm Sofa, das Bier steht im Kühlschrank.” Endlich mal normale Leute hier! Man muss aber auch dazu sagen, sie hatten kanisterweise Dosenbier, aber nur das Schlossbräu ausm Aldi, was außer den Wespen keinem so richtig geschmeckt hat. Da war natürlich das, was Romanski mitgebracht hat, ein Geschenk des Himmels. Vor allem zum Frühstück. Von der kommenden Gin Tonic Mische mal ganz abgesehen…

Kommen wir nun zu der Couch, die letztendlich so verdammt bequem und entspannend war, dass sie einen Namen verdient hat. Nennen wir sie an dieser Stelle mal Sofia. Romanski kam zeitweise stundenlang nicht von Sofia herunter. Fehlte echt nur noch ein Plasmabild-Fernseher und was zum Zocken, wie beispielsweise ausnahmsweise mal Tekken, und das wär der absolute Wahnsinn. Mucke, Bier, Sofia, Tekken und vorbeilaufende Bikini-Tusen. Was braucht Mann mehr? Sofia hat mittlerweile 30 Jahre auf dem Buckel gehabt und wurde über ebay-Kleinanzeigen von einer Oma gekauft. 50 € soll sie der Spaß gekostet haben. Die Oma hat die Jungs auf ein paar einzelne Flecken hingewiesen, aber sonst sei Sofia top in Schuss. Dass Sofia über die kommenden 3 Tage noch einiges mehr als Flecken abbekommen würde und wie das letzte Flittchen auf dem Abstellgleis am Sonntag einfach stehen gelassen wird – das hatte man der lieben alten Frau dann doch lieber verschwiegen.

Charlie war noch knülle vom Vortag, weil sie irgendwann um 2.00 Uhr nachts angekommen sind, schnell aufgebaut haben und sich dann noch zuknallten. Also genauso wie Pridurki letztes Jahr. Infolgedessen war er megachillig drauf, als er das kühle Mixery runterzog. “Bringt den Kreislauf in Schwung!” Romanski staunte nicht schlecht, als er das Bett von Frankie sah. Ja, richtig. Ein gottverdammtes Bett mitten im Zelt. “Mach ich immer so, einmal von IKEA geholt, 2 mal drauf gepennt und wieder zurückgeben. Klappt meistens. Ist eh nicht das, was ich gesucht habe!” Gefolgt vom gemieteten Hyundai Jeep mit Anhänger, bis oben hin mit Bierdosen zugerammelt. Das meiste Geld haben die Leute im Süden Deutschlands, soso. Na gut, einen Wermutstropfen hatte die ganze Sache: Sie hatten einen Tisch, der war so mini, daran hätteste dir mindestens einmal den Rücken verrenkt, hättest du vorgehabt, darauf eine wegzuballern. IKEA ist nicht die Antwort auf alles. “Jungs, da hab ich was…” – und zack packt Romanski seinen kreisrunden, holzigen Veranda-Tisch mit einsteckbaren Tischbeinen auf den Teppich – scheiße es gab ja echt noch einen Teppich, dass ich bloß keine Flecken auf dem Teppich sehe! – und stellte Bier und Sonnenmilch auf die breite Fläche, die im Sonnenschein vor sich hinblendete. “Na, da ist einer ja vorbereitet. Sag’ mal was hast du noch alles im Auto? Ich wette nachts packt er noch seine Stripperin aus!” Jaaaaa, da ist ein richtiger Veteran unter euch. “Hä, wie du hast schon ein Bändchen. Scheiße die sind ja aus dem Vorjahr! Also ein Anfänger bist du schon mal nicht. Wir sind schon das fünfte Jahr hier.” Bljat, da will man einmal cool machen und was is’… spiel denselben Song nochmal! Apropos… besonders erstaunt waren die Kölner, dass sie im näheren Umkreis nicht die größten Spackos sind. “Normalerweise sind wir immer die größten Assi-Nachbarn, aber sowas wie die da drüben hatten wir echt noch nie!” Die Rede ist von den Nachbarn hinter dem Zelt, die eine Musik-Anlage aufgebaut haben, dass du hinterher dein eigenes Wort nicht verstehen konntest. Romanski war auch relativ fassungslos. Naja, was heißt fassungslos, er weiß ja, mit wem er es hier zu tun hat. Sagen wir mal, beeindruckt. Vor allem, weil sie außer billigen Achzigern und Neunzigern (no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, no, there’s no limit!) auch chilligen Dubstep und Drum n’ Bass á la Dimension Bootleg von deadmau5′s Avaratia rausgehauen haben. Frankie fand das allerdings nicht so lustig und bat die Nachbarn höflich, ihren verdammten Scheiß da auszumachen, sie können sich doch nichtmal gescheit unterhalten, so ballert datt. Dieser wurde allerdings noch höflicher darauf hingewiesen, dass, wenn er ein Problem damit habe, er doch bitte sein Zelt woanders aufschlagen möge. “Die Scheiße bleibt so laut!” Im Gegensatz zum Summer Breeze gibt es auf dem SMS keinerlei Bestimmungen, die mit Aggregaten betriebene Dauertröten verbieten, egal wie dumpf und trommelfellzerberstend die Bässe auch klingen. Ein Glück fassten sich die Leute aber auch ein Herz und hatten die Scheiße nachts ausgelassen. So normal die Leute auch sind, wenn sie um ihren Schlaf gebracht werden, ist nix mehr im Zombie-Modus. Dann wird was gerissen, nicht nur das Zelt. Von den überkaputten, die um 3 Uhr nachts rumlaufen und fragen, ob du noch etwas Pepp oder Speed bei dir hast, ganz abgesehen. Auch dieses Jahr passiert. Und dann schmeißt dieser Hurensohn – man kann ihn gar nicht anders nennen als den Sohn einer schwänzeverschlingenden Nutte – Romanskis heißgeliebten Holzkohle-Grill um, weil er zu drauf ist, um gerade laufen zu können. Womit wir wieder beim Thema wären…

Die Jungs machten einen kleinen Abstecher zum Festivalgelände, um das Bändchen zu holen – Romanski konnte natürlich nicht lange warten und hat es sich gleich geholt – während er mit Sofia kuschelte und gegen Schlossbräu ankämpfte. Er wollte Essen machen, bis sie wiederkommen, doch sein Zeitgefühl machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Als Romanski den liebevoll marinierten Schaschlik von Mutti – er hätte es ja auch selber machen können, aber er war am Vortag viel zu beschäftigt mit diversen Produkten von Sony – auf die Spieße aufsetzte, wurden die Augen der Kölner groß. “Deluxe” und “Premium” waren die Bezeichnungen, die hierzu fielen. “Das sieht ja richtig gut aus, wie du das machst. Alles klar, du bist schon fürs nächste Jahr gebucht, Schaschlik-Roman!” Besonders die an der Straße vorbeigehenden Leute betrachteten die in kleine Stücke aufgespießte dampfende Schweineschulter mit besonderer Neugier. Kommt auf einmal so ein Kevin daher: “Boah wie cool, du machst ja echt Spieße! Wie geil!” – “5 Euro. Und ein Bier.” – “Haja klar, Mann! Sowas hat man ja nicht jeden Tag!” – “Sauce steht da drüben.” Dann läuft er zu den Kölnern rüber und fragt sich, was hier eigentlich abgeht. Schaschlik, Sofia, Kühlschrank, ein Bett, alles voll mit Wespen und Bier… bestimmt hat er sich in dem Moment gedacht: Irgendwas mache ich hier falsch. Kevin hat daraufhin mitgeteilt bekommen, dass Mr. Chefkoch extra aus Sibirien eingeflogen wurde, um die Meute zu versorgen. Wahrscheinlich hat er es auch geglaubt, denn das Fleisch war so unglaublich zart und saftig, selbst Romanski ist dahingeschmolzen. Vermutlich auch wegen der sengenden Hitze.

Frisch gestärkt ging es nun langsam runter zum Festival. Besprengt von Super Soakern, getränkt von Bier und vernebelt von allerlei Gerüchen, die von Dixi bis Döner reichten, hatte Romanski einen höllischen Plan: Seinen Flachmann an den Securities vorbeischmuggeln. Dazu hatte er mit Shöttie abgesprochen, dass er zuerst vorlaufen und er ihm dann durch den Zaun den Flachmann reichen werde. Gesagt, getan. Das Problem ist allerdings, dass da nur Gin Tonic drin war. Wirklich gepumpt hat der Rotz also nicht, was letztendlich auch dazu führte, dass Romanski gegen Mitternacht nüchtern und müde wurde. Zwischendurch kam ein richtig süßes Mädel durch und meinte so flüchtig: “Hi.” – “Ja, hi, was geht?” – “Alles!” – “Waaaas, doch so viel” – “Jaaa, Mann!” . Ende der Lovestory. Zwischenzeitlich pumpte sich Shöttie einen Liter Long Island Eistea für 24 € runter. Aber was für ein Becher! Kannste einen direkt damit umknocken. Bedenkt man, wie viel Alk sie da reinknallten, gleich zweimal. Romanski hat sich davon auch einen ergiebigen Schluck genommen, und es kam, wie es kommen musste. Der Gott der Autopilot-Aktionen. Er hat sich von den Jungs abgekoppelt. Obwohl er es eigentlich gar nicht wollte. Aber er kann seinem Schicksal wohl nicht entrinnen… was soll’s, ab zu Netsky! Dieser legte auf der Mainstage auf und schon von weitem waren die fetten Lieder zu hören. Und diesmal hatte er es richtig gemacht – ohne seine komische Band, mit der er 2 Jahre vorher in Mannheim auftrat, nur er und sein DJ-Set. Es ist Zeit für DAS Drum n’ Bass Lied des Sommers 2015, beigesteuert von Netsky: “Wherever she goes, I go, we roll, we go, flyin’ over cities down to RIO! it’s real, love the way I feel. Well nothing lasts forever, but I’m down for the minute so just chill!” Und wie down Romanski war. Kein Platz für X-Step und trotzdem rumgetreten wie ein Blöder. “Ja, Maaaaaann geh einfach voll ab!” – “Chill, bljat!”

Natürlich ist das Original für Deutschland gesperrt dank suka Gema, aber das hier tut’s auch. Vor allem wegen den netten Kätzchen. Daraufhin spielte Netsky seine weiteren Knaller wie sein Remix von Rusko’s “Everyday”, was inzwischen über 20 Millionen Klicks auf YouTube hat, sowie “Come Alive” und “Love Has Gone”. Und dann kam tatsächlich ein Lied, wo Romanski einfach nur dachte: neiiiin, das kann er nicht bringen. Oh, nein. Und doch, er kann! “AWE – Crystals”. So genial, dass Romanski fast die Tränen kamen und hier einfach nur getrieben aus purer Geilheit der nächste Clip kommt.

Absolute beauty. Aber natürlich kamen auch solche, ja ich will ja nicht sagen Schnulzen, aber doch irgendwie schon, wie “Running Low”. Hmmm…. kann man dabei abgehen, muss man aber nicht. Das führte dazu, dass Romanski doch das Weite suchte und wegen Andy C. einfach mal locker Deichkind ausließ, obwohl er die echt gerne gesehen hätte. Whatsoever, you don’t know Andy C.? Domo arigato, Clip Nr. 3 bürrrreeeee!!!

Das Breaks N’ Drums Zelt flutete über. Romanski hatte das noch nie erlebt. Wieso gibt es zum ersten Mal kein Platz hier in meinem Zelt!? Dass die Mainstage überquillt, ist ja völlig normal, aber selbst hier wirste Klaustrophobiker. Später wurde ihm gesagt, dass dies bei allen Zelten der Fall war. Alles lückenlos randvoll. Wo kommen auf einmal die ganzen normalen Leute her? Und wieso stopfen sie sich Schulter an Schulter überall rein? Achja, er hatte fast vergessen, wo er eigentlich ist. Aber den Mädels beim X-Step zuzuschauen war wieder der Gipfel der Gefühle. Sooooo awwwwrrrrr…. <3 Andy C. hatte auch, wie heißt der Spast nochmal, den John B. immer im Schlepptau hatte… ahja genau, MC Fava. Gott, halt’ doch einfach mal die Fresse. MC’s sind ja manchmal schön und gut, aber Fava grummelt immer so komisches Zeugs in sein Mic, und man will doch eigentlich eher die geile Musik genießen. Diese und andere Gründe wie Waden aus Blei und die besagten 3 Stunden Schlaf in der letzten Nacht führten dazu, dass Romanski frühzeitig gegen 0.30 Uhr das Festivalgelände verließ. Und noch was Weiteres: Er hatte unsäglichen Durst. Oben angekommen packte er sich erstmal den Orangensaft aus dem Kühlschrank und exte ihn fast weg. Beim Zuknallen der Kühlschranktür erblickte er Frankie, wie er bereits in seinem IKEA-Bettchen ‘nen Chilligen machte. “Was’n mit dir los, Jung?” – “Ja, irgendwie brauche ich kurz ‘ne Auszeit, geht gleich weiter.” Romanski legte sich auf seine Picknick-Decke und es kam, wozu es bisher noch nie aufm SMS gekommen ist: Er musste kotzen. Den ganzen Orangensaft, den er mit großen Schlucken in den Wanst befördert hatte, beförderte dieser in einem Rutsch wieder nach oben. Behalt’ den Scheiß, ich brauch’ ihn nicht! Nach einigem Hin- und Herwälzen, begleitet von unzähligen Magenkrämpfen und Kotzattrappen kam Frankie auf ihn zu und umsorgte ihn fürsorglich mit Wasser. Er hat in dieser Nacht zwei Flaschen gebraucht, um seinen Magen von dem darmzerfressenden Orangenfruchtfleisch zu bereinigen. An dieser Stelle einen großen Dank an Frankie, bester Mann. Natürlich durfte er sich einige Sprüche, vor allem von Öttie und Shöttie drücken lassen, die feststellten, dass Orangensaft echt ein krasser Scheiß ist und es an ein Wunder grenzt, wenn man davon nicht kotzt. Zurecht Jungs, war an sich eine echt erbärmliche Aktion. Das Kurioseste ist natürlich, dass der Magen sich mit Schlossbräu zufrieden gibt, aber leicht verderblichem Orangensaft sofort nen Dropkick nach oben verpasst. Die Scheiße ist abgefahren. Während seinen Schlummerversuchen auf der Picknickdecke hörte er so einige lustige Stimmen in der Nacht. “Hey… pssstt. Da steht ‘ne geile Couch, lass die mal klauen. Scheiße, da liegt ja einer!” Oder auch gut war auch Folgendes. Zwei Mädels laufen vorbei. “Ohhhhh, ich hätt’ schon grad Lust auf ‘nen Fick. Scheiße, da liegt ja einer!” Romanski hatte die Schnauze voll von den lauter komischen Gestalten, die seine nächtliche Ruhe stören und begann sich langsam, aber sicher in seinen Jetta zu begeben. Und dann kam der eingangs erwähnte Hurensohn, den man gar nicht oft genug erwähnen kann. “Hast du etwas Peeeeeepp? Bist n’ echt cooler Typ!” Komm hau’ den Mangal weg und verpiss dir einfach, du Ende der Nahrungskette.

TAG 2 SUN MOON STARS:

Romanski wachte auf und dachte nur an Armageddon. Wegen der “etwas” unbequemen Schlafsituation hatte er unzählige Träume gehabt und war horny as fuck. Bisschen an den Nüssen rumgespielt stieg er aus dem Auto und es grüßte ihn Kevin, der Schaschlikbegeisterte von gestern, dem er immer noch wohlgesonnen war. “Du schuldest mir noch ein Bier.” – “Ja klar, Mann… später!” Daraufhin erblickte er Charlie, der gerade von seiner Morgentoilette herkam und leicht desolat versuchte, einen Fuß neben den andern zu setzen – was ihm nicht wirklich gelungen ist. “Ich gehe jetzt duschen.” – “Oh ja, wart kurz, ich komm mit! Bringt den Kreislauf in Schwung!” Bis 5 Uhr morgens waren die Kaputten unterwegs gewesen und jetzt war es vielleicht… 8 Uhr? Die halbe Stunde Anstehen beim Duschen brachte allerdings noch ganz andere Dinge in Schwung: vor allem leichenzersetzende Körperdüfte. Aber ein Phänomen war wirklich ganz interessant zu bestaunen: Jeder, aber auch wirklich jeder sah verkatert aus, als ob er gerade in einem Zombiefilm mitgespielt hat. Und kaum kam derjenige wieder aus der Dusche heraus, sah er oder sie nicht nur wie neugeboren aus, sondern wahrscheinlich sogar frischer als am Vortag. Romanski stopfte sich seine Elektro-Zahnbürste bis in den Rachen und kassierte nur Blicke voller Hass, weil wohl ein paar Leuten das Vibrieren ein bisschen zu laut war. Wieder am Zelt angekommen lieferten sich Öttie und Shöttie ein filmreifes Battle: Nach der obligatorischen Frage “Wo zum Geier warst du” an Romanski stand dann die Frage im Raum, was jetzt als Nächstes ansteht. Shöttie: “Lass runter zum See!” Öttie: “Ich will aber duschen.” – Shöttie: “Macht doch überhaupt keinen Sinn, wenn wir sowieso zum See gehen, geh’ da duschen. Darfst auch dein Duschgel mitnehmen, sagt keiner was.” – Öttie: “Ich will aber hier duschen.” – Shöttie: “Mann da stehst doch ewig an! Wenn die schon eine halbe Stunde anstehen mussten, stehst du ‘ne Stunde!” – Öttie: “Ich geh duschen, ob es dir passt oder ned! Muss ich mich echt rechtfertigen, was ich machen muss oder was….” – Shöttie: “Ja aber, dann warten wir ewig auf dich, nur wegen deinem behinderten Sturschädel! Überleg’ doch mal, du gehst duschen, dann in den See, und kannst gleich nochmal! Sag’ doch auch mal was da drüben!” – Romanski: “Also ich muss schon sagen… so ‘ne Dusche ist echt verdammt erfrischend!” Charlie nickte zu und Shöttie bekam derben Absturz. Öttie: “Ich hab’ mir das jetzt in den Kopf gesetzt und mach’ das auch. Da kann kommen wer will. Ich will die scheiß Dusche jetzt haben!” Shöttie war die ganze Zeit am Lächeln, weil er nicht begreifen konnte, wie jemand nur so stur sein kann. Viel lustiger war natürlich, dass Öttie drei Minuten später wieder zurückkam und feststellte, dass er lieber die lange Schlange gegen Wasserkanister und do-it-yourself Dusche eintauschen möchte. Shöttie bekam sich nimmer.

Unten am Zeltplatz gönnten sich die fünf erstmal was Feines zum Frühstück. Pulled Pork Burger mit American Fries bzw. Burritos mit Tacos. Normalerweise ein Garant für eine hemmungslose Sratschka. Doch Romanski musste erst am Sonntag, aber dazu später. Jetzt kommt erstmal der absolute Hammer: wenn dir irgendjemand auf der Welt sagen sollte, Junge… auf der Welt gibt’s nichts umsonst, dann kannst du ihm Folgendes antworten: Doch, Bananenboot fahren aufm SMS!!! Da Romanski aber im katervollen Zustand Schlangen meidet wie ein Hartz VI-Empfänger den Biomarkt, legte er sein Handtuch auf den Absteig und fühlte einen Hauch von Urlaub über seine linke rasierte Seite wehen. Anora Baby, ist das gerade geil hier. Natürlich begleitet von Zeltmucke brachte das einen Chill-Effekt over 9.000 mit sich. Lass’ die Jungs nur ihr Bananenboot fahren, ich mache hier lieber einen auf by the rivers of Babylon und walking like an Egyptian feat. Daddy Cool zugleich. Charlie hatte auch eher keinen Bock auf Bananenboot, sondern holte sich erstmal nen Drink. Gute diese. Anschließend gingen alle nochmal ins Wasser und Romanski bekam Anschiss von einem Securensohn, weil er eine Art Boje als Absprungbrett für ne Arschbombe benutzt hatte. Fand der Homo nicht so lustig.

Oben angekommen gab’s wieder ein Battle mit den Nachbarn. “Dass denen die Scheiße nicht mal selber auf den Sack geht!!! Und die Leute geben denen noch Bestätigung, wenn sie vorbeigehen und rumtanzen. Ich krieg’ nen Koller! Das Schlimmste ist, dass sie denken, das Gedonner kommt von uns! Gibt’s doch nicht!” Während Frankie den Absturz seines Lebens bekam, Romanski ein kleines Mittagsschläfchen auf Sofia hielt und nebenbei 11 Wespen im Cola-Bier Becher starben, kamen 2 Mädels vorbei, um hauptsächlich Strom zu zapfen. “Ja wir haben ein Glätteisen dabei, nur kein Strom hihi.” Romanski wachte auf, blickte verwirrt um sich und gönnte sich daraufhin erstmal nen Gin Tonic. “Seid ihr zu fünft hier?” – Frankie: “4+1, der da gehört eigentlich gar nicht zu uns.” – Romanski: “Ja ich bin derjenige, der sich auf anderer Kosten hier durchschnorrt.” – “Haha, wie jetzt, du bist ganz alleine gekommen?” – Romanski: “Ja sagen, wir mal so… einige Leute haben mir eigentlich zugesagt, doch letztendlich hat sich herausgestellt, dass es blöde Missgeburten sind.” – “Ohhhh, das ist ja schade. Naja wenigstens haste hier paar Leute kennengelernt!” – Romanski: “Ja, das ist das Geile am SMS. Jeder ist lässig drauf und man ist nur von normalen Leuten umgeben.” Dann stellte sich heraus, dass das eine Mädel eine Russin war und die andere Bosnierin. Romanski dachte, Letztere ist Spanierin, woraufhin diese nur dachte, was soll diese und dann warf er ein, dass er keine Russin kennt, die hässlich ist. Die Bosnierin bekräftigte dies und warf einen neidischen Blick rüber zu ihrer Kollegin. Die hatte aber auch Beine in ihren Hot Pants, ay Caramba! Die Frage, ob sie denn auch in Russendiskos geht, verneinte sie allerdings und Romanski wurde höflich aufgefordert, sein Russisch mal stecken zu lassen. Wie no disco… alles klar, ab zum Supermarkt Jäger holen. Braucht noch jemand was? Während seinem Gang hinunter wurde er aus drei verschiedenen Richtungen mit Kantina Band zugeballert. Ja wie geil ist das denn, spiel denselben Song gleich dreimal!

Für 30 Flocken Jäger, Puten- und Kräutersteaks, Würstchen (die Würstchen werden noch auf dem Summer Breeze eine wichtige Rolle spielen) Brot und Tüte geholt, musste er den ganzen scheiß Hügel wieder hochlatschen. Wadentraining XXL. Vor allem, weil Romanski es bevorzugt, Treppen und Anhöhen auf Zehenspitzen zu bewältigen. Geht richtig schön in die Keule. Ungefähr 200 m vom Zeltplatz entfernt hörte er noch richtig laut die Musik röhren. Ne, das kann nicht sein. Das kann nicht von unserem Zeltplatz kommen, das ist ja hier schon unerträglich laut. Unterwegs bekam er den netten Tipp “Schöne Grüße nach Neuseeland!” – weil er ein chilliges blaues Hawaii-Hemd anhatte, was schon so einige andere Kommentare abgekommen hat: “das Hemd ist voll porno!” – “mit dem Hemd kannste dir jede abchecken!” – oder am besten: “haste dich bei deiner Kleidungswahl von Jürgen von der Lippe beraten lassen?”. Mein… dass der Mensch rein visuell fixiert ist und nur auf Oberflächlichkeiten achtet, ist ja klar. Auch von Romanski kommt daher immer wieder der altbekannte Spruch: “die erste Blondine im roten Oberteil gehört mir!” Oder solche Aussagen wie: “klar guck’ ich jedem auf den Arsch, das ist das Wichtigste am Menschen!” Da kann man es den Leuten auch nicht verübeln, dass sie ihre komischen Assoziationen mit dir teilen wollen. Zurück zur Music. Alter hat datt gebrettert. Der Bass hat sich angehört, als würde er die Boxen zerreißen wie ein LKW-Reifen ein Frettchen. Dementsprechend traf Romanski auf abgefuckte, genervte Gesichter: “Wir müssen weg hier, machst du Essen?” Klaro, Schaschlik-Roman ist wieder im Dienst. Shöttie steuerte ein paar Kräutersteaks bei, und dann gingen sie wieder ihres Weges. Lustigerweise hörten die Nachbarn genau dann mit ihrem LKW-Gebretter auf. HA! Dann wurde ja das Bluetooth-Döschen nicht ganz umsonst mitgenommen! Romanski machte den Grill an wie immer: paar Grillanzünder bisschen ankokeln, ‘ne Weile brennen lassen und dann volle Röhre Grillspiritus drauf. Das fickt zwar das Ozonloch noch ein Stück weiter auseinander wie zwei Negerschwänze ein blondes Teenie, dafür kannste aber sicher sein, dass die Flammen in 10-20 Minuten eine echt geniale Glut hinterlassen. Beim Camping in Frankreich zwei Wochen später hätte er damit fast eine Tanne abgefackelt, aber mein Gott: wo gehobelt wird, brennen eben Tannen. Alles eine Frage der Zweckmäßigkeit und Effizienz. Die Bluetooth Mumu schön neben den Wespenleichen auf dem Tisch positioniert, während der Grill mit seinen Flammen an vorbeilaufenden Leuten eine eindrückliche Miene auf die Wangen setzte, machte er sich erstmal eine schöne Jägermeister-Mische mit Magic Man – Verhältnis 60% zu 40%. Was davon die Überhand hatte, kann sich jeder selbst ausmalen.

Die Jungs kamen zurück und waren erstaunt: “Das Getröte ist ja weg… wie haste das denn geschafft. Haste den Russen raushängen lassen?” Bemerkten aber die Mumu zuerst gar nicht und dachten, das verhältnismäßig leise Geklapper kommt vom Auto an der gegenüberliegenden Straßenseite. “Nix da, meine Bluetooth Möse!” – Beobachtet wurde das Teil mit großem Interesse und Neugier, vor allem, wie so kleines Ding so viel wiegen kann. Und wo die Mucke eigentlich genau herkommt und wieso auf Frankies Bett ein Handy mit angeschlossenem USB rumliegt. Langsam lichtete sich der Nebel. Dann war auch schon das erste Steak durchgebrutzelt und schön mit Cocktailsoße in ein Brötchen eingekerkert. Der Essensbeauftrage kam als Letztes zum Essen und es war nur noch das Putenfleisch über. Notwendigerweise auch was für die Figur getan, aber geschmacklich stand es seinen verwandten Schweinefetzen eigentlich in nichts nach. Bombenlecker. Frankie und Charlie zogen sich in ihr Zelt zurück, um das zu tun, was sie auch gestern taten. Öttie und Shöttie machten sich eine Mische mit ihrem Whiskey und Romanski köpfte die Jägermeister alleine auf 1/4 runter, wovon aber auch der Flachmann gespeist wurde. Waren die anderen nicht so die Fans von. Also vom Jägermeister an sich. Versteh’ ich nicht. Vielleicht, weil die Eiswürfel fehlten. Die sind aber tödlich… zum Schluss erzählte Frankie noch eine lustige Story über seinen damaligen WG-Kumpanen, der seine Master-Arbeit in Architektur darüber schrieb, wie man Kameras dazu einsetzen kann, ein Gebäude quasi “einzuscannen” und dabei außer Acht ließ, dass man damit höchstens den Außenriss dokumentieren kann, aber das Innenleben völlig ignoriert wird. “Und sowas hat nen Master. Das ist doch gar nichts mehr wert, wenn selbst so ‘ne Torfnase das schafft!” – “Er hat aber ne Scheißnote dafür gekriegt” – “Er hat nen Scheiß-Master dafür gekriegt!” Oder über eine andere WG-Kollegin, die am Tag locker mal so 10 Tüten vernichtete. “Ich hab’ keinen blassen Dunst, wie die datt überhaupt finanziert hat! Nur am kiffen die Olle!” Hat einfach nur Bock gemacht, ihm dabei zuzuhören, wie er sich in Rage redete. Fast so gut wie eine Argumentationsreihe eines gewissen Jürgen, wenn er nie zuviel Knoblauch auf seinen gebratenen Pepperoni haben kann. Es ist wie Poesie.

Schnauze, Homo. Nach dem ausschweifenden Tête-à-Tête ging es wieder runter in den Hexenkessel. Nachdem der Flachmann auch ein zweites Mal an den Securities vorbeigeschmuggelt wurde – die machten ihren Job fast so gut wie die vom Primark, wo Romanski einfach mal so in der Tiefe des Gesprächs mit einer 3 € Sonnenbrille herausspazierte – fand man sich wieder vor an der Strandbar, wo sich der ein oder andere Cocktail gegönnt wurde. Aber immer mit Blick auf die Mainstage. Denn dort spielten gerade Faithless und Romanski wollte die unbedingt mal live sehen. Tja… was soll man dazu sagen. Die Kölner folgten ihm, weil sie an sich auf keinen speziellen Act eingespielt waren und stellten fest: “Da stellste so einen alten Mann hin, der bisschen was ins Micro blubbert. Tolle Sache. Echt, darauf habe ich schon mein ganzes Leben gewartet.” Romanski verzog das Gesicht, weil er sich das auch bisschen unterhaltsamer vorgestellt hatte. Das Problem war auch, dass diese tiefe Stimme, die die Tracks mit ihrer Melancholie und Düsterkeit unterstrich, live völlig verloren ging. Es hat sich echt wie ein unkontrolliertes Brabbeln angehört, da hätteste auch Matumba Gandhi hinstellen können, der vor seinem Stamm eine Rede über Wildschweinfang hält. “Na gut, aber ich bleibe so lange, bis Insomnia kommt!” Eigentlich kennt man Faithless nur durch dieses Lied. Es wurde bis zum Erbechen von tausenden von DJ’s geremixt und durchgecovert. Aber das Original bleibt nunmal das Original. Ein Glück ließ es nicht zu lange auf sich warten, war vllt. das fünfte Lied im Set. “I can’t get no sleep!” – zum ersten Mal sah man die Menge bei Faithless abgehen. Wohl auch nur das einzige Mal. Danach machten die 5 einen Rundgang in sämtlichen Zelten, um zu gucken, was sonst noch so abging. Zwischendrin kam Öttie auf den besten Anmachspruch aller Zeiten. Zu einer Bedienung: “Du hast aber einen schönen Busen!” – “Wartet Jungs, ich komm’ mal rum.” Whaaaaat!? Hab’ ich eben richtig gehört? “Geile Titten, Alte! Komm’ mal her” – “Ok”. Na dann… den gleichen Spruch hat Romanski eine Woche später aufm Summer Breeze gebracht, wurde aber eiskalt ignoriert. Nicht jedermanns Sache so ein Busen-Kompliment. In Öttis Fall aber erfolgreich und so wurde schön einer mit der heißen Bedienung gekippt.

Romanski ist inzwischen schon wieder verloren gegangen! “Du bist echt ein Phänomen….”, bekam er am Tag darauf als Kommentar. In Wahrheit wollte er den anderen Jungs aber auch nicht die ganze Zeit am Arsch kleben. High Contrast kommt ja gleich! Und die würden sicher nicht mitwollen, gerade auch wegen der kürzlich geschehenen Faithless-Misere. Auch heute war das Breaks N’ Drums Zelt voll wie Schwein. Da musste Romanski erstmal den Flachmann zücken, um mit der Situation überhaupt klarzukommen. Dann kam der absolute Waaaaahnsinn, Alter. Neben dem Remix von Duke Dumonts – I got U, was ihm noch Wochen später als Ohrwurm im Kopf herumgeisterte, brachte er einen so geilen Übergang, der als solcher nur zu erkennen war, wenn man sich bisschen mit aktuellem Drum n’ Bass auskennt. Romanski tickte aus. Man starte beide Lieder bei 2.00 und stelle die Ähnlichkeiten fest.

Friction, Dimension, aber auch Culture Shock sind zur Zeit dick angesagt in der Szene. Aber überhaupt darauf zu kommen, die beiden Lieder so zu mixen, dass du fast denkst, es wäre ein einziges, ohne wirklichen Übergang, sondern Schlag auf Schlag – da ging Romanski einfach nur einer ab. So eine Genialität erlebst du nur hier auf diesem beknackten Festival! Und wenn es bisher noch keine Gründe gegeben hat, alleine auf SMS zu fahren und sich die zahlreichen geilen Künstler zu geben – High Contrast war definitiv einer. Kein Wunder platzt das Scheiß Zelt fast auseinander, und Romanski’s Waden ebenfalls. X-Step machste eben größtenteils nur auf Zehenspitzen. Auch hier war die Gefahr extrem groß, mal auszurutschen und jemand anders auf die Fresse zu fliegen. Der Boden war eben gut schweißdurchtränkt und der Kopf jägerdurchtränkt. Also wurden auch heute wieder die Beine gefickt, schlimmer als 300 kg auf der 45 Grad Presse – dem Hurensohn unter allen Geräten. Wer den Leg Day nicht skipped, weiß, wovon die Rede ist. Kaum noch in der Lage zu stehen, ging Romanski lieber eine Runde, in der Hoffnung die anderen doch noch zu finden. Eine Weile bei Calvin Harris rumgestanden, der “Bad” von David Guetta spielte (welch Ironie), kippte er den letzten Rest an Jägermeister aus dem Flachmann weg, der für neuen Schwung an Energie sorgte, zumindest für eine Weile. Und dann kam von hinten die Überraschung. WUUUUUUUSHHHHH!!! Ein schöner Flammenschuss aus irgendsonem riesengroßen Plastikdrachen brannte ihm die Nackenhaare weg. Heeeeiiiiß, Alter! Aber er war wieder wach. Nachdem Harris seine komische “We found Love…”-Leier da beendet hatte und als nächstes Boyz Noise anstand, wurde die Zwischenpause für ein Feuerwerk genutzt. Von überall her schrien die normalen Leute “Frohes Neues!” und ein paar waren wirklich verwirrt und dachten sich: “Watt… bin ich nu so voll, dass ich vergessen hab’, dass schon wieder Silvester ist? Happy Birthday!” Es war echt komisch. Das Feuerwerk war wirklich krasser als zu Neujahr vor 2 Jahren auf der Moldau-Brücke in Prag. Liegt vielleicht auch daran, dass die Leute hier professionell in die Luft schossen und damals einer gucken musste, dass er beim Böllern sein kleines Boot nicht mit in die Luft jagte. Man wird es wohl nie erfahren. Jedenfalls, ein echt geiles Silvester 2015 2/3!!! Ab in das dritte Drittel des Jahres. Vorsätze? Zunächst einmal mit den Beinen aus Plumbum den Berg wieder raufkommen. Und die Nacht überleben.

TAG 3 SUN MOON STARS:

Heiliger Strohsack. Wieder unzählige Träume gehabt. Und nicht wenige davon beinhalteten den sehnlichsten Wunsch von Romanski irgendwoanders aufzuwachen als im verfickt unbequemen Autosessel. Umso größer der Abfuck, als er sich doch eingestehen musste: fuck, ich bin ja immer noch hier. Gottverdammt, wann erfindet mal einer endlich den Teleport? Hast du überhaupt die geringste Ahnung, wie geil es wäre, nach einer phänomenalen Abschussnacht sich wieder auf sein Kissen, oder noch besser, auf seinen Kater zu beamen? Da kriegt der alte Herr ‘nen Vogel, wenn aus dem heiteren Nichts ein knüller Romanski auf ihm landet. “Nu Swin, idi ot suda!” – “Me-meoooowww…” So genug phantasiert. Der Himmel ist noch dunkelblau, der Rasen nass und keine Menschenseele auf den Beinen. Nur ein dumpfes Klopfen hört man aus den tiefsten Tiefen der Raverhölle. Wer da noch unterwegs ist, hat entweder die ganze Blutbahn voller Amphetamine oder ist einfach nur ‘ne richtig coole Socke. Erstmal ins ToiToi pissen, dann denken wir weiter. Der Zeltplatz sah aus wie eine Mülldeponie, es türmte sich Plastikbecher auf verbranntes Kräutersteak auf Gewürz-Ketchup auf leere Wasserflasche auf Brotreste. So willste echt dein Wohnzimmer nicht haben. Sofia sah auch nicht wirklich glücklich aus, sondern auseinandergenommen, als wäre sie gestern Nacht gerade dabei gewesen. Romanski riskierte einen Blick ins Zelt, da waren die ersten auch schon wach. “Du bist echt ein Phänomen. Wie schaffst du das, dass man dich in einer Sekunde sieht und in der nächsten schwupp weg bist.” Erklärungsnot auf Romanskis Seite wurde weiterhin gefragt, ob ihm einfach nur wieder schlecht war und er sich zu viel Orangensaft bestellt hat. Den kannste Sofia’s Oma erzählen. “Aber Faithless waren echt der Hammer. Habe ich schon als Kind drauf gewartet.” Penetriert von Öttie’s Sarkasmus dachte sich Romanski nur eins: Der restliche Jäger musste weg. Also machteer dasselbe wie an Wasserrausch. Reschtefeschte. “Du bist echt knallhart, wie willst du noch fahren?” – “Ach ich geh’ einfach nochmal runter an den See und nüchter’ noch etwas aus.” Sich wieder wach- und die Laune hochgesoffen, digitierte Romanski mal wieder zu Käpt’n Hässlich. Kapitänsmütze aufn Schädel, weißes Hawaii-Hemd mit Palmen drauf, Piloten-Sonnenbrille und Schlappen. “Sou ihr Londrotten, setz die Seygel! De Käpt’n iss wieder am Setart!” Die Kölner dachten sich, ach komm du falsches Pokemon, mach’, wasde willst… wir bauen jetzt ab. Aber erstmal noch bisschen auf Sofia chillen, man wird sie nämlich sehr vermissen. Kam zwischendurch so ein Atze ran: “Haha, die Mütze ist ja geil! Komm wir tauschen, du kriegst meinen Bierhelm und meine Sonnenbrille im Tausch für diese Mütze!” – “Junchen, jitz poss mal ouf, wiede mit de Käpt’n reydest! Do verstey ich koin Seposs!”- “Hahaha, coooooole Mütze Mann!”, und ging weiter seines Weges. Immer leerer wurde der Zeltplatz und Romanski war einfach nur heilfroh, Urlaub eingereicht zu haben. Er brauchte den ganzen Scheiß Montag und Dienstag, um sich wieder zu regenerieren. Denn am Mittwoch stand schon Summer Breeze an… nochmal 5 Tage purer Wahnsinn. Nach dem Sonntag gab’s dann keinen Urlaub mehr.

Da ging der Käpt’n vorm See nochmal schön kacken – er musste das ganze Festival über nicht, erst am Sonntag! Ein Geschenk Gottes! Nicht so wie letztes Jahr 6-mal am Tag! – wurde ihm die Tür aufgerissen und ein armes junges Mädchen bekam den Schock ihres Lebens. Die wird wohl noch eine ganze Weile von kackenden Käptn’s Alpträume haben. Dabei war er sich doch felsenfest sicher, die Türe zugezogen zu haben… achja, er hatte ja fast wieder vergessen, wo er war. Hier geht gar nichts nach Plan. Frankie zimmerte sein IKEA-Bettchen auseinander wieder in den Karton. “Da fehlt ein Teil! Muss ich leider so zurückgeben!” Shöttie gab sich schnell noch eine Kanisterdusche mit bis zum Arschgipfel heruntergelassenen Badeshorts, Öttie machte hier und da eine spitze Bemerkung, um seinen Kater zu übertünchen und Charlie war ein kleinwenig zwiegespalten, weil er am Vortag seine Arbeitskollegin getroffen hat und nebenher seine Freundin ihn mit Anrufen terrorisierte. Das Härteste war aber, dass alle vier morgen wieder ran durften. Also Andi Arbeit. So verabschiedete man sich, es war jedem Einzelnen eine Freude und mit einem “bis nächstes Jahr!” sausten die 4 Jungs mit ihrem gemieteten Hyundai und vollgepackten Anhänger wieder zurück in den Ruhrpott. Während Sofia mutterseelenallein am Straßenrand stehen gelassen wurde und Romanski mit breitem Grinsen Richtung Wasserreservoir schritt. Kein Grund zur Eile heute. Nachdem er in voller Montur, also mit Mütze, Hemd und Brille ins Wasser ging, entdeckte er am Meeresboden noch eine Brille und lag am Strand, umtönt von lässigen House-Sounds. Heute einfach mal nen chilligen. Dann gemütlich hochgelaufen, Sofia ‘nen Abschiedkuss gegeben, Unity CD reingehauen und den Hinterausgang durch die ganzen Käffer genommen. Auf der Haupteinfahrt waren Polizeikontrollen und da wollte er wirklich nicht reingeraten. Ein Magic Man als Reserve und ab in Richtung Heimat. Mission zu vollster Zufriedenheit erfüllt. Als Belohnung wartete neben den ganzen “Schwarze-Bändchen-Trägern” der Doppel-Whopper im Burger King an der Autobahn-Raste, umgeben von lauter Polen und Rumänen. Ansonsten gestaltete sich die Heimfahrt – so wie natürlich jedes Jahr – als der absolute Horror. Aber ein notwendiges Übel, das man in Kauf nehmen muss. Man kommt ja sonst nicht vor die eigene Haustür.

Um es abschließend festzuhalten, wäre Romanski natürlich lieber bei vier Ladies gelandet anstatt bei vier Kerlen – Moment mal, Ladies gibt’s aufm SMS doch gar nicht – aber dass er seine 3 Tage mit Frankie, Charlie, Öttie und Shöttie verbracht hat, war ein schon extremer Glücksfall. Richtig coole Jungs, dicke Grüße gehen raus nach Köln. Das, was normale Leute ausmacht, korrekt, lässig, flexibel, immer gut drauf, manchmal etwas aufbrausend und temperamentvoll, habt ihr voll und ganz erfüllt. Der Glaube an die Menschheit ist durch euch wieder ein Stück aus dem Abgrund emporgestiegen. Hängt jetzt an der Klippe. Danke für die fette Zeit und bis nächstes Jahr! Was bleibt einem noch zu sagen? Achja, genau – !!!UNA CAIPIRINHA POR FAVOR!!!

So. An dieser Stelle folgt jetzt ein harter Cut. Zeit für einen anderen Film. Nix mit una Caipirinha. Nix mit heiler Welt Sonnenschein. Mach’ dich bereit für ewige Dunkelheit, Gasmask-Terror, Misery’s Crown, “Aus’m Saddlllll” und Dosawoiza. Herzlich willkommen zuuuuuuu….

TAG 1 SOMMERBRISE:

COZ WE ARE HERE TO DRINK YOUR BEER!!!

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Womit wir natürlich wieder beim Thema wären…

Zum Thema wie klatscht man seinen Blog so mit Bildern zu, dass sogar nen Furz hochzuladen nicht mehr funzt, weil Kapazität und so. Da müssen wir uns noch ne ganz clevere Lösung einfallen lassen. Apropos clevere Lösung: Achja Summer Breeze, sag’ doch was!

Nachdem Romanski 2 Tage gebraucht hat, um von SMS auszukurieren und nicht eine Tür vor den Fuß gesetzt hat, ging am Mittwoch 9.00 Uhr das nächste Abenteuer los. Um eine gewisse Anonymität der beteiligten Arbeitskollegen zu wahren nennen wir sie einfach AK 1-7. Hat nichts mit Arschlochkind oder dem Maschinengewehr zu tun, wehe ich kriege davon was zu hören. AK 1-3 holten Romanski mit einem Ford Kombi ab, vollgestopft mit Decken, Consumables und Dosawoiza. “Das ist alles, was du dabei hast? Wo ist dein Zelt?” – “Wofür Zelt…” Im Endeffekt hat es sich als äußerst hilfreich erwiesen, denn so geräumig und tiefergelegt der Ford auch war, er hätte nicht viel mehr in sich reinbekommen. Romanski hat seinen Klappstuhl vergessen, weswegen nochmal fast alles rein- und rausgeräumt wurde und er das Ding letztendlich über seinem Kopf hatte. “Kommt davon, wenn man was vergisst!” Ach Scheeeenauze, her mit dem Radler. Auf der Fahrt nach Dinkelsbühl wurde zur Einstimmung eine Metal CD eingelegt und die Insassen wurden mit einem kleinen Ratespiel gefragt, um was für eine Band es sich handelte. Romanski brillierte mit seinem Metal-Fachwissen und erlangte einfach mal 0 Punkte. “Muss ich sonst noch etwas über das Festival wissen? Hab ja gelesen, man soll seine Spritzpistolen zuhause lassen und sie lieber dort mit Urin füllen, anstatt aufm Festival damit herumspritzen und auch die Messer zuhause lassen und lieber da sein Zelt aufschlitzen, aber sonst?” – “Wenn wir mit dir fertig sind, haste selber deine eigene Metal-Band. Halt dich einfach an uns, da kann nix schiefgehen!” Echte Metal-Veteranen *-* Über zehn Jahre beim Summer Breeze dabei, wo es echt nur eine kleine Wochenendfete war, weil sie den Veranstalter kennen. Da kann Romanski mit seinen 4 Jahren auf SMS erstmal einen kauen gehen. Interessanterweise hatte er just vor 2 Tagen ein Auto mit schwarz gepanzertapedten “SUMMER BREEZE” Schriftzeichen auf der Heckscheibe in Straßburg gesehen. Echt krass, wie international schon dieses Ding geworden ist. Und in der Tat: Die Leute kamen von überall her, hast fast jede Sprache dort gehört. Sogar Metal-Russen! Ohne Spaß jetzt. Normalerweise siehste dieses Volk nur rasiert bis zu den Eiern und sobald die Haare auch nur etwas über den Ohren abstehen, folgt die Kahlrasur. Umso verblüffter war Romanski, als er eine Gestalt mit Metall in der Fresse, Haare bis zur Hüfte und schwarzer Leder-Ummantelung sah, die auch noch russisch sprach. Was datt denn. Passte nicht ins Bild. Ins Gespräch kommen wollte er mit dieser Mischung jetzt auch nicht unbedingt, aber lauschen geht immer.

Am Zeltplatz angekommen wunderte sich Romanski, was hier eigentlich abgeht. Autoschlange? Kontrollen? Securities? Du bekommst deinen Zeltplatz zugewiesen? What the… “Das is’ aber aufm SMS nich so.” Diesen Spruch brachte er mindestens 50.000 Mal. Im Gegenzug fragte er sich auch, wer diese ganzen Leute bezahlt und warum es auf dem SMS so reibungslos klappt, dass sich jeder seinen eigenen Zeltplatz aussuchen kann und sich mit den Nachbarn abstimmt. Normale Leute? Vielleicht. In der Zwischenzeit hat er es auch schon geschafft, mit seinen Flip-Flops in eine Glasscherbe zu treten. Das Flaschenverbot macht also auf jeden Fall Sinn.

Wo wir beim Thema “Saufen für Nepal” wären. Kein Scherz. Man konnte seinen Pfand einfach liegen lassen und hinterher kamen Hilfskräfte durch und sammelten alles in Tüten. Alles für einen guten Zweck. Das hatte natürlich zur Folge, dass der ein oder andere sein Bier weghaute, die Dose hochkant irgendwo in die Wallachei pfefferte und nach einem lauten Rülpser schrie: “Brot für die Welt! Heute knall ich mich nur für euch zu, meine Freunde aus dem Osten!” Eine sehr gute Idee, noch mehr Müll zu hinterlassen. Denn halbvolle oder zerknüllte Dose wurde nicht mitgenommen. Insofern sah es auch dieses Mal aus wie Schwein. Romanski hatte noch seine Würstchen von SMS über, die natürlich schön am ersten Tag gegrillt wurden. Recycling, yo! AK 3 hatte in der Zwischenzeit die Idee gehabt, in seinem Klappstuhl ein kleines Mittagsschläfchen zu halten. Ganz schlechte Idee. Romanski steckte ihm ein Würstchen, nein nicht seins, in den Mund und AK 3 reagierte blitzschnell und schmiss das Stück Fleisch ruckartig weg. War wohl noch zu heiß. Dementsprechend sah auch der Zeltplatz aus. Grill umgekippt, Asche verschüttet, juckt keine Sau. Nur Romanskis Wohnzimmer sollte einigermaßen ordentlich aussehen, sprich alles unter dem Pavillion, den AK 5 mitgebracht hatte. Das waren vielleicht ein paar horrende Nächte, aber dazu später mehr… jetzt war erstmal die Frage, was nach dem Gin Tonic und den etlichen Woiza noch so ging. Auftritt-technisch.

BAD HAIR YEAR

“Hey Kaputter, kannst Du nicht einmal normal sein?”

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Der “Ichmachemeinenurlaubansaalbeachundihrdenktesistmiamischmaras”

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Der “resurrectionbyerrectionhardcoremetaller”

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Der “Sidecutansidecutmonkeyd.ruffy”

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Der “Lassdichmalbloßnichtsohängenwaschlappen”

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Der “40gradimschattenstraßenkehrhawaiianer”

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Der “Sicherunddiskretchauffierservice”

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Der “Cubalibreliebhaberafrojack”

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Der “Holzhackendekampfirokese”

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Der “Yufkamitpepperoniundsonneoutdoorer”

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Der “Ichhaballesunterkontrolle!käpt’nfettbart”

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Der “Verdammtsehichgutausselfieeingebildete”

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Der Sidecutäraeinläuter

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Der “Bereitfürrunde2partyboy”

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Der “Nachmosterwochenendewiederauferstandene”

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Der “Frischausderduschesteiger”

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Der “Zuvielwachsindiehaareschmierer”

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Der “120kgkniebeugenvergewaltigte”

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The day after tomorrow – styled by partynight

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Der “Hochindenbergenoutdoorsaunierer”

Halloooooo liebe Leute!

Das ist eine Einleitung, die, wo auch immer ihr sie auch hört oder lest, keinen anderen Zweck hat als euch gefügig zu machen und mir richtig aufn Sack geht. Lieb ist das, was warm in der Mikrowelle steht – merken. Gerade die, die solche Floskeln tagein-tagaus benutzen, scheren sich einen Dreck um euch. Aber bei den 13-jährigen Teenies scheint’s zu wirken, also dachte ich: jaaaa guuut ääähh… probierstes auch mal.

Zum Thema: Was für den 0815-Frisurjunkie der Bad Hair Day ist, ist für Romanski das Bad Hair Year. Der Bub muss es natürlich immer übertreiben. Aber was bedeutet das? Ganz einfach: vom 01.03.2015 bis zum 01.03.2016 werden die Haare nicht geschnitten. Höchstens an den Seiten ein bisschen, damit es nicht zu arg wuchert. Das Besondere an diesem Event: Jeder Kommentar, der geistreich ist und sich zu den Haaren negativ äußert, ist mir 1 Euro wert. Die gesammelten Kommentare werden am Ende des Beitrags veröffentlicht. Und nein, damit meine ich nicht so eine Scheiße wie “na, frisch aus dem Bett?” oder “na, ist es windig draußen?” Bleibt fort mit eurem Normalgeseier – Kreatives muss her! Es muss wirklich ein Spruch sein, wo ich kurz in mich gehe, in die linke obere Ecke schaue, meinen Zeigefinger ums Kinn binde und dann sage: “Jap, des isser! Des is der Spruch fürs Lewe!”

Was wäre natürlich ein Bad Hair Year ohne die passenden Bilder. Bei der Dokumentation dieser Hässlichkeit habe ich mir gedacht, es kommen Bilder rein, seien es Alltags- oder Extremsituationen, wo man generell scheiße aussieht oder wenigstens der Hintergrund etwas hergibt. Ihr wisst ja, Schönheit ist eine Frage der Beleuchtung und davon braucht man in der Regel ziemlich viel. Ich habe ausnahmsweise auch mal versucht, bei den Bildern keine Grimassen zu ziehen, damit die Fresse nicht von der Frise ablenkt – Fris vor Fres ebe. Bevor die Haare grau werden bzw. die ersten ausfallen, wird der gottgegebenen Haarpracht ein Tribut gezollt. Schreibt in die Kommentare, welches Bild ihr am schönsten findet! Haha als ob… wer braucht schon Meinungen! Scheeeeenauze Miez.

 

Update zwanzigschterdridda. Wucherungsfaktor over 9.000 an den Seiten. Und schon jetzt hältst es nicht mehr aus und gehst zum Friseur. Das mit dem Bad Hair Year fängt ja schon mal gut an. “Nur bissle die Seiten kürzen, ok Fräulein?” – “Höööö, du warst ja schon ewig nicht mehr bei uns!” Punkt für dich, aber wer bist du überhaupt? Macht die einen auf Kundenbindung, obwohl sie neu ist. Versteh ich nicht. Und Gesicht wie Arsch konnte ich auch nicht zuordnen. “Woran lags, dass nicht mehr bei uns warst, hihi?” Siehst du doch an meinen Fransen, Mädel. Komm mach’ doi Äwet und hör auf zu flirten. Wie ich allerdings bei nem Billigfriseur wieder 25 Euronen losgeworden bin… achja jetzt weiß ich wieder, warum ich nicht so oft hingeh. Ob die mich in nem Jahr wieder fragt, warum ich nicht mehr so lang da war? Wär schon schiggich.

Update erschterfünfda. Jetzt wird es ernst. Die Tante zückt den Rasierapparat. Der aber keineswegs durch die Haare kommt, da Romanskis Haare so widerspenstig sind wie er selber. Nach etlichen Versuchen, wo mehr Haare gerupft als geschnitten wurden, hatte er beinahe die Flinte ins Korn geworfen und wäre fast wieder beim Friseur gelandet. Doch zum Glück hatte Tantchen noch eine Schere und so wurde solange dran rumgeschnibbelt, bis auch der Apparat durchkam. Nur eine Seite hoch bis zum Scheitel und hinterm Ohr wurde auch alles gelassen. Soll mal in Zukunft ein Skrillex werden – nur ohne Nerd Brille, denn die sind scheiße, haben keine Funktion und verhelfen den jungen Leuten zu einem falschen Selbstbewusstsein. Dennoch ein ziemliches Ungleichgewicht, wenn einen Romanski frontal anstarrte. Sofort nachdem er es gemacht hatte, bereute er es auch wieder. Aber da er nur eine Seite rasiert hatte, musste er sich nur geschickt hinstellen und keiner würde etwas merken xD Ach… scheiß doch der Hund drauf, haben wir nun Bad Hair Year oder nicht!? Also gehören Verunstaltungen und Mut zur Hässlichkeit einfach dazu! Zu Romanskis Entsetzen fanden vor allem die Mädels die neue Frisur ziemlich cool, während er von den Jungs meist einen Shilban kassierte. Ja, Happy Birthday eu…

Update siebenunzwanzigschterfünfda. Meine Fresse, ich weiß, ich wiederhole mich, aber ALTER schaut das kacke aus. Wenn dir rechts die ganze Seite überwuchert und du links kahl bist. Jetzt grad noch arbeitslos werden und dann passt die Frise endlich zur Position. Aber wir wollen ja nicht meckern, wir haben es uns ja so ausgesucht – ich und meine 40 anderen Persönlichkeiten. Nun gut… Tantchen sucht jetzt den Beleg vom Rasierapparat, der eher als ein Zupfapparat bezeichnet werden sollte. Vllt. steht’s ja auch so in der Bedienungsanleitung, was juckt’s mich. Fakt ist, dass ich mir ne Kahlrasur geben muss, weil anders schnitt das Ding einfach nicht. Schönen Gruß an Philipps. Erstaunlicherweise kams auf der Arbeit ausschließlich gut an und ich habe noch keinen wirklich fiesen Spruch bekommen. Nicht mal vom Chef – zu Lasten der Kommentarsection natürlich. Man geht eher davon aus, dass ich aufmerksamkeitsgeil (gibt’s das Wort denn? Naja jetzt schon) bin und mich durch mein Äußeres definiere. Aber eigentlich will ich nur meine Ruhe, das verstehen die Wenigsten. Es ist schon scheiße, wenn man so interessant ist :-7 naja, das legt sich hoffentlich spätestens dann, wenn ich überall kahl bin. 0815 zu sein, hat schon seine Vorteile… However. Dieses Wochenende stand 90er Party an und ich kam als LMFAO Afrojack durch (siehe Bild irgendwo oben). Endlich war’s wieder normal ein Freak zu sein!!! Och, Schätzele… ich freu mich x)

Update Zehndersiebta. Puuuuhhh… es ist echt nicht leicht, so nen Haarlappen übers halbe Gesicht hängen zu lassen, habe ich festgestellt. Juckt doch nur. Wie war das nochmal mit den kurzen Haaren? Ich weiß es nicht mehr. Fest steht, dass ich nun echt täglich morgens duschen muss, um die Haare einigermaßen in den Griff zu kriegen. Ansonsten Fransentornado styled by Kopfkissen. Tantchen meinte jede Frau wäre neidisch, so tolle Haare zu haben wie ich. Ich wäre so ein hübsches Mädel geworden =( Naja noch ist das Projekt gerade mal zu einem Drittel abgeschlossen, also lassen wir es  schön weiter wuchern. Irgendwann schaffe ich den Headbanger mit schweißnassen Haaren als Sprenganlage. Turn down for what!?

Commentarys:

“Hey Bushy!” – Sabine S., 27.03.15

 

“Deine Frisur sieht so aus, als hättest über Nacht dran gearbeitet.” – Sabine S., 27.03.15

 

“Das Geld hat wohl nicht mehr gereicht, auch die andere Seite zu rasieren.” – David S., 03.05.15

 

“Was wird das, wenn’s fertig ist?” – Dennis H., 04.05.15

 

“Das sieht echt… interessant aus!” – Jonathan S., 04.05.15

 

“Wieviel Schmerzensgeld hast du vom Friseur dafür bekommen?” – Andreas K., 07.05.15

 

“Du machst das doch selber, oder?” – Unknown

 

“Sag mal, kennst du John B?” – Tobias S., 28.05.15

 

“Ist dir die Perrücke verrutscht?” – Dennis H., 10.07.15

 

“Wenn du dir den ganzen Kopf rasierst, siehst du aus wie Tarek von K.I.Z.!” – Paul S., 20.08.15

 

“Hey Tarek!” – Paul S., 21.08.15

 

“Also von vorne schaut das ja gar nicht mal so schlecht aus – nur hinten ist das etwas arg schleimig. Versuch’ es mal mit Schaumfestiger und Fön” – Julian F., 24.08.15

 

“Jetzt schaust erst recht aus wie so ein Mexikaner” – Andreas S., 28.08.15

 

“Alter meine Haare sind viel zu lang, ich komme einfach nicht zum Friseur” – Romanski: “das nennst du lang? Schau mich mal an” – “Ja, bei dir ist das ja normal!” – Eugen S. 29.08.15

 

“Schneid’ dir doch endlich mal die Haare!” – 3/4 der Menschheit