Warum man irgendwann in seinem Leben an einen Punkt gelangt, an dem man keine Prüfungen schreiben sollte

Ja gut, es ist 5 Uhr morgens. Ja gut, der Schlafmodus ist immer noch Katastrophe. Ja gut, man muss in 3 Stunden wieder Andi Arbeit. Aber wen sollte das jucken, wenn es nicht mal Dich sonderlich kratzt?

Doch was war passiert? Im Grunde lässt es sich so zusammenfassen, dass, egal wie sehr Du es auch versuchst, alle Matrixstränge aus Deinem Körper zu reißen, an manchen Sachen kommt man einfach nicht drumherum. Bevormundung ist ekelhaft wie ein Schluck Hustensaft – schmeckt wie Medizin, bringt aber im Endeffekt einen feuchten Kehricht.

Ohne jetzt weiter in die philosophische Kerbe einzuschlagen, wir legen direkt damit los, warum Prüfungen absolut nicht cool sind:

Die Vorgeschichte:

Romanski lässt sich ja generell nicht viel sagen. Auch wenn irgendwann Prüfungen anstehen und man vielleicht einen Monat vorher spätestens mit den Vorbereitungen starten sollte, weiß er: diesen ganzen Quatsch hat sich irgendein Horst mal ausgedacht, ohne Rücksprache mit ihm, also muss er sich einfach mal fügen. Was dennoch nicht bedeutet, dass man nicht eine Woche vorher auf einen Junggesellenabschied gehen kann. Man muss Prioritäten im Leben setzen, und ob er jetzt einen Trip nach Hamburg mitmacht oder lieber eingeschlossen in seinem Zimmer ist und so tut, als würde er lernen – das kann man an fünf Fingern abzählen. Pünktlich zum Ausnüchtern könnte man sich das eine oder andere Thema nochmal anschauen. Soviel zur Theorie.

Kommen wir zur Praxis: die Woche vor den Prüfungen hatte er sich Urlaub genommen und als er seinem Chef sagte, dass er die Woche darauf auch nicht da ist (aufgrund der Prüfungen), war seine Reaktion die folgende: “Oh Gott, soll ich mich erhängen?” – Selbstmord ist keine Lösung, Diggi. Muddu durch, so wie ich durch den ganzen Scheiß hier. Die erste Woche verging wie im Fluge, gemacht wurde selbstverständlich nichts, und am Donnerstag traf man sich in der Lieblings-Shesha-Bar des Junggesellen, der sich erstens dachte: Watt zum Teufel macht ihr eigentlich hier… und vor allem ein Bruchsaler und ein Heidelberger? Der Groschen fiel schnell. Sein erster Gedanke war, kurz als Vorwand zum Auto zu gehen und gleich danach die Flucht zu ergreifen. Besonders seine Zukünftige genoss den Gedanken, dass er keine Wahl mehr hatte. Ein Gedanke, den wohl viele Frauen genießen dürften…

Ab zum Sprinter: Vorher noch einen schönen Karottensalat reingedrückt und dann erblickte man das schöne Ding, vollgestopft mit 8 Paletten Bier, Jägermeister, Wodka sowie den 9 obligatorischen Alkoholleichen. Natürlich fragt man sich an dieser Stelle: Woher kommt eigentlich dieser komische Brauch? Warum muss man sich immer dermaßen die Kante geben, nur weil sich 2 Leute denken, sie müssen sich ewig aneinanderketten? “Feste vor der Hochzeit gab es schon im antiken Griechenland”… ihr also schon wieder. Na schönen Dank auch. Nach ca. 10 Stunden Fahrt und ungefähr 10 Stopps, um das Bier wieder der Natur zurückzugeben, war man dann in Hamburg angekommen. Beim Ausstieg begrüßte der Junggeselle diese schöne Stadt direkt, indem er vor den Sprinter kotzte. Der Schlaf im Sprinter war natürlich marginal, insofern war schon der eine oder andere allein dadurch ziemlich angeschlagen. Schließlich sind wir ja keine 18 mehr. Nach einem kurzen Spaziergang und einem kleinen Frühstück kam man einigermaßen wieder klar, um sich in den nächsten Untergang zu stürzen: Man zwängte sich in einen Ballon und spielte Fußball. Bei jedem Ballkontakt gab es einen Zusammenprall und irgendeiner rollte immer mit einer leichten Gehirnerschütterung durchs Feld. Romanski machte den Fehler, mit seiner Brille in so einen Ballon zu steigen und wurde dafür nochmal extra umgewichst. Dann rastete er irgendwann aus und verteilte Dropkicks, die ihm mehr zusetzten als den anderen. Nach dieser Aktion kotzte bereits schon der Nächste, während draußen am Sprinter wieder weitere Kurze eingeschenkt wurden.

Danach folgte das übliche Gedudel mit Besaufen auf Hostelstube, braucht man ja auch nicht weiter breittreten, hat jeder schon zigtausendmal mitgemacht, blaaaa….. irgendwann wacht man aus dem Rausch auf und hat Arsch auf dem Schoß. Hmmm… gud!!! Private Party für alle Beteiligten, wir sind ja schließlich nicht zum Spaß auf der Reeperbahn. Als die Hand dann selbstverständlich auch tiefere Ebenen erreichen wollte, drehte sich auf einmal der Kopf um: “Nein, nicht Muschi!” Allagut, wird halt weiter an den Möpsen rumgespielt. Weiter ging es dann in den nächsten Stripschuppen, wo sie nach Dollar gierten. Aber 60 Flocken für 5 Minuten Möpse begaffen (auch hier keine Muschi) ist auf Dauer alles andere als belustigend. Ein Teil der Meute suchte weiter nach Möglichkeiten sich abziehen zu lassen, der andere Teil ging in den Club. An dieser Stelle muss man wirklich sagen, dass die Hamburger Clubs sehr nice sind, aufgeschlossene Miezen, chillige Mucke und von den Preisen her auch nicht teurer als unsere Bumsbuden im Süden. Romanski hatte nach 3 Stunden abdancen und 10-Jahres-Regel ausreizen keinen Bock mehr und setzte sich ein wenig zur Ruhe, während ein Tisch weiter irgendso eine heulende Olle von seinem Kollegen bespaßt und gleichzeitig befummelt wurde. Ab 3 Uhr heißt bei ihm aber zu Ruhe setzen… er ist eingepennt. Security begleitete ihn sehr nett nach draußen und das dürfte der Moment sein, wo er sich seine Erkältung einfing, die ihn die ganze Prüfung über begleitete.

Nach ungefähr einer Stunde rumstehen kamen auch seine Kollegen wieder aus dem Club raus und dann ging es gemeinsam wieder zum Hostel. Währenddessen wurde noch eine junge Blonde, die ein engelsgleiches Gesicht hatte (so Weiber, die aussehen, als könnten sie keiner Fliege etwas zu Leide tun, dann aber am lautesten schreien, wenn man ihnen den Finger… Gedankenspiel Ende) angesprochen und gefragt, ob sie denn keine Lust hätte, 5 nette Jungs mit nach Hause zu nehmen. So oft kriegt man dieses Angebot ja auch nicht. Es sei denn, es kommt von Romanski. Und bislang hat es jede Frau verstanden, Angebote von ihm gekonnt auszuschlagen. Somit war Tag 1 auch gegessen.

Tag 2 stand etwas Besonderes auf dem Programm: Paintball. Und Gott weiß: Romanski hasst Paintball. Auch diese Ego-Shooter-Kacke ist komplett fürn Arsch. Wie kann man sowas nur geil finden. Sagte er und zockte 10 weitere Stunden Digimon. Wie auch immer!!! Einer vom Personal entdeckte, dass Romanski mit einem Kollegen Bier soff. Das ist eigentlich auch kein Problem, nur sollte man die leere Dose vielleicht nicht direkt vor den Eingang parken. “Ihr habt definitiv getrunken!” – “Ähm, ja?” – “Das ist laut unserer Satzung verboten!” – “Achso!” – “Ja, daher könnt ihr nur zuschauen”- “Mhmm, mhmmm ok… habt ihr Bier?” – “Sicher, 3 € die Flasche!” Aha, hat der gute Herr wieder Profit gerochen. Profit. Profiiiiit!!! Dass aber außer den beiden Herren noch ungefähr die Hälfte aller anderen Bier gesoffen hat, wurde natürlich verschwiegen. Diese verfluchten Heuchler! Glücklicherweise hat sich der eine oder andere beim Powersprint übergeben. Payback’s a bitch, diggi. Romanski schaute sich das Ganze aus einem Fenster an, dass durch ein Gitter eigentlich vor Farbklecksen schützen sollte. Erzähl das mal seiner Lederjacke. Reinigungsgebühr 23,40 €. Na gut, man hätte auch vielleicht drauf kommen können, dass ein Gitter immer noch etwas anderes ist als ein Sichtschutz, aber HERRGOTTKANNMANDENNNEDEINWENIGAUFPASSENHEILANDSACK….

Machen wir nun einen Zeitsprung und kommen zum Wesentlichen, was am Abend passierte. Warum Romanski bis heute keinen festen Stuhlgang hat. “20 € wenn Du die Jäger trinkst!” – “Wie viel?” – “Die halbe Flasche” – “Geht klar.” – “50 € wenn Du es nicht machst!” Diesen Kommentar hatte Romanski gekonnt überhört. Hat doch keiner was davon. Also setzte er die Flasche an und innerhalb von 23 Sekunden war die Pulle um etwas mehr als 4 Siebtel dezimiert. Alles natürlich auf Video festgehalten. 10 Minuten später sauste ihm ein Schuss in den Schädel und er fing an zu torkeln. 20 Minuten später wurde er aus seinem Zimmer rausgeschmissen und er ging in das Zimmer, wo die andere Gruppe war. Nach 40 Minuten flog er auch da raus, nachdem man ihm Schläge angedroht hatte. Nach 45 Minuten kroch er hoch in sein Bett. 2 Minuten später reierte er auf einen Teil seines Kissens, die Decke, die Leiter (unten schlief noch sein Cousin) und so ziemlich den gesamten Boden voll. Farbe der Kotze? Pechschwarz. Mit ein paar Chicken Wings drin. Der Körper so: Was bitte soll ich mit diesem Scheiß? Nie im Leben verarbeite ich das, Du Mongo! Somit verpasste er komplett Tag 2, den Abend zumindest. Aber letztendlich kam er wenigstens drumherum an diesem Tag weiter Kohle zu verprassen. Denn auch so hat der Trip ohne die ganzen “Drumherum-Kosten” einfach mal 450 Eier gekostet. Das könnte auch ein schöner kleiner Fernseher sein oder zumindest mal fette neue Kopfhörer. Aber wofür arbeitet man eigentlich? Vollkommen richtig: Um festzustellen, dass Jägermeister nicht zur ausgewogenen Ernährung gehört.

Das war also der JGA in Hamburg, einer hat gefickt, ist nicht gekommen und war deswegen stocksauer, der andere ließ sich für 300 € abziehen, der Dritte bekam einen Blowjob von 2 Schlampen (was wir ihm bis heute nicht abkaufen), der Vierte ließ sich mit einer Flüchtlingsdame ein und ihr Onkel schaute zu – alles so Geschichten, die auf dem Kiez passieren. Rückzus wurde sich wieder nur von Bier ernährt, der übliche Kram, wenig Interessantes dabei gewesen. Kommen wir nun also zum Interessanteren Teil: Die Prüfung.

Romanski brauchte den ganzen 1. Mai, um wieder klarzukommen. Klarkommen heißt in diesem Fall: der Weg zur Toilette war die absolute Königsdisziplin. Am 2. Mai traf er sich mit den hellsten Köpfen seiner Klasse (das ist natürlich nur relativ zu sehen), hustete sich einen ab und lernte Wirtschafts- und Sozialkunde sowie BWL. Lernen heißt in diesem Fall natürlich, die anderen beiden Prüfungsaufgaben machen zu lassen, diese bei ihren Fehlern auslachen und daraus seine eigenen Schlüsse zu ziehen. Im Großen und Ganzen kann man das Fazit hieraus ziehen, dass Buchungen extrem verhurt sind und jeder Einzelne, der in der Buchhaltung sein erbärmliches Dasein fristet, die Vollendung der Beschäftigung nur um der Beschäftigung willen erreicht hat. Was für ein dummes Zeug! Schieb Dir Deine Forderungen an Umsatzerlöse aus Handelswaren und Umsatzsteuer sonst wo hin. Ironischerweise kam genau das in der Prüfung dran, wogegen sich Romanski mit aller Macht gewehrt hatte. Und ironischerweise hatte er seine Aufgaben richtiger als diejenige, die es prophezeit hatte.

Am zweiten Prüfungstag kam der ganz besondere Clou: er und sein Classmate – einer fertiger als der andere, und damit meine ich richtiiiich feddich – zogen kurze Hosen, Schlappen und ein Hawaii-Hemd an, es waren draußen vllt. 10 Grad, und haben in diesem Aufzug ihre fucking Prüfung geschrieben. Dein Ernst!? Ist euch echt nichts Besseres eingefallen als Ballermann 6 HLA Style? Nun an dieser Stelle muss man wirklich ohne großkotziges Gehabe festhalten: Das war schon ein Geniestreich. Noch mehr kann man den Leuten nicht vorhalten, wie wenig man von diesem ganzen pseudopädagogischen Quatsch namens Berufschule hält. Romanski hat das als eine Art Hobby gesehen, der einen oder anderen jungen Lehrerin nachzustellen und vielleicht auch der einen oder anderen Schülerin – Arsch gab’s gute diese, wenn auch hier und da mal die 10-Jahres-Regel aktiviert wurde. Zurück zur Prüfung, wir weichen wieder vom Thema ab -,- Während Romanski in seinen Shorts und Flip Flops sich einen abhustete – schließlich war er wegen Hamburg immer noch erkältet – floss andernorts der Angstschweiß selbst in die hinterletzte Ritze. “Können wir bitte nicht mehr über die Prüfung reden!” – hörte man im Nachhinein aus zahlreichen Mündern. Doch alles in allem ist es gut gelaufen – die Ergebnisse erfährt man 2 Monate später, an dieser Stelle auch gern wieder angemerkt, was für eine zurückgebliebene Institution da wieder Hand angelegt hat, dass man auf seine Prüfungsergebnisse 2 Monate warten muss, aber inzwischen stellt man auch keine Fragen mehr, sondern freut sich wieder, dass man 5 Tage am Stück arbeiten kann…. hellyeah.

Romanski hatte zuvor eine Flasche Jack Daniels besorgt. Sein Classmate hatte mit ihm gewettet, dass er am Ende des Jahres eine 2 erhält. Das sah noch zu Beginn des Jahres ganz anders aus. Von seiner Projektnote wollen wir an dieser Stelle nun nicht sprechen, wo er die Lehrerinnen um eine ganze Note beschissen hat. Aber letztendlich ist es natürlich deren Schuld, wenn sie ihn erwischen, wie er ganze Textzeilen aus dem Internet kopiert und dann trotzdem noch der Notenabzug vergessen wurde. Sorry, das ist so dämlich, dass man es wieder feiern könnte. Und das wurde direkt nach der Prüfung ausgiebig getan. 11:00 Uhr vormittags. In Hawaii-Kluft. Jetzt beginnt die Szene des absoluten Untergangs.

Gegen 12:00 Uhr saß man mit einigen Mitschülerinnen im Café und hatte schon die dritte Mische intus. Die Bedienung fing langsam an gut auszusehen und Romanski bemerkte Fingernägel einer Klassenkameradin, wie sie langsam über sein Knie streichelten. “So das war’s, heute bist Du fällig!” Sie bekam derweil den Schock ihres Lebens, während sich sein Classmate grade so noch vor Lachen auf Tischkantenhöhe halten konnte. Team “Ihr büffelt, ich lerne” traf sich daraufhin zu dritt in den Gemäuern der Klassenältesten. Während sie und Classmate sich mittlerweile Jacky als Kurze gönnten, wurde auch die grüne Gin-Flasche eröffnet. Was für ein Sauffest! Classmate umarmte die Sanitäranlagen, Romanski fing an auf Kuschelkurs zu gehen, was der erfahrenen Frau im Bunde (die an dieser Stelle auch noch verheiratet war) nicht sonderlich schmeckte. “Ihr scheiß Kerle, wo wart ihr, wo man selber noch auf der Suche war!” Frustration Abrigation. Der Haussegen hing gewaltig schief, man war nur froh, dass der Hausherr in diesem Moment nicht zugegen war. Da wäre nix mehr mit lustig Gin mit Gurke schlürfen. Sie machte eine Riesenszene, Romanski peilte die Welt nicht mehr, Classmate hatte sich gerade die Kotze aus dem Gesicht gewischt und kloppte sich den nächsten Drink in die Birne. Aber Moment mal. Wir sind mitten in der Pampa. Und wollen heute in Karlsruhe feiern gehen. Fehlt da noch nicht irgendeine Variable zur Lösung der Gleichung? Herrgott, wie zum Geier kommen wir da eigentlich hin?! Alle drei noch voll wie Kanister, schleppte man sich zum Bahnhof des kleinen Örtchens um dem Zug beim Wegfahren noch schön hinterherwinken zu können. Hawaii-Hemd macht’s möglich.

Da kam der Retter in Not. Romanski erkannte ihn sofort. “Samma! Watt machst Du denn hier!” Zweimal im Leben gesehen, einmal in so einem pseudointelektuellen Kreis unter Klassenvertretern und irgendwelchen externen Futzis, die mit Schule vielleicht so viel am Hut haben wie Romanski mit Abstinenz und dann an der Kasse im Lidl – und jetzt best Friends. Is kla. “Yooooo Dude! Du kannst uns ned zufällig nach Bruchsal bringen?” – “Kla, war sowieso auf den Weg dahin!” Jackpot. Rätsel gelöst. Währenddessen haute er Kay One rein, kam auch richtig nice, wenngleich man dachte, dass Bushido ihn 2013 beerdigt hatte – aber wenn es einer weiß, dann Romanski: Totgesagte leben länger, Unkraut vergeht nicht, schlechten Leuten geht es immer gut, sucht euch etwas davon aus. In Bruchsal angekommen, kloppten sich Romanski und Classmate direkt nen Döner rein. Ausnüchtern macht schließlich extrem hungrig. Die Älteste hat sich derweil in ihre Gemächer zurückgezogen und war nicht mitgekommen. Kaum die Hälfte des Döners runtergedrückt, kam diejenige mit dem Auto vorgefahren, die Romanski vormittags mit den Fingernägeln das Knie gestreichelt hat und damit fällig war. “Woher kommt die denn jetz her”, fragte er sich kurz. Dieser Gedanke war aber schnell verworfen, da er aufpassen musste, dass er den Döner beim Fahren nicht aus den Händen fallen ließ. Es ging zu Classmate in die Bude und während die Mucke aus der Bluetooth-Tröte lief, machte Romanski einen ersten Annäherungsversuch an Henriette – so nennen wir sie einfach mal an dieser Stelle. “Was hast Du eigentlich für eine Körbchengröße?” – “Das ist aber sehr direkt!” – “Gutes A-Körbchen, oder?” Classmate bepisste sich schon wieder – unter anderem auch deshalb, weil er, bevor Romanski in die Klasse kam, eine gewisse Vergangenheit mit Henriette gehabt hatte, auf die wir hier nicht weiter eingehen wollen. Während Romanski weiter auf Kuschelkurs ging, kam inzwischen eine andere Klassenkameradin vorbei – nennen wir sie an dieser Stelle mal Josephine. Sowohl Josephine als auch Henriette waren heute fahrtüchtig unterwegs und Romanski musste sich ernsthaft die Frage stellen, warum es in seiner Blütezeit keine Fahrmiezen gegeben hat. WO WART IHR, WENN MAN EUCH GEBRAUCHT HATTE!!! In diesem Sinne. Romanski war auch mal alleine mit Josephine und Henriette feiern – gut, was heißt alleine, bisschen Pimmelanhang ist immer dabei, wenn man mit gutaussehenden Frauen unterwegs ist – aber das ist jetzt eine andere Geschichte. Fahrt nie betrunken, liebe Kinder! Ihr könntet auch Blumenkübel umreißen und euch damit das Auto aufschlitzen. Herrje, was war Mutti danach sauer….  Josephine war am Steuer und Romanski kuschelte derweil mit Henriette auf der Rückbank und gab Sachen von sich, für die man sich fremdschämt. Erwähnen wir an dieser Stelle, dass Henriette einen Freund hat? Lieber nicht, man muss sich ja mehr als genug mit anderen Lappen im Leben herumschlagen. Aber Henriette ist auch nicht gerade die Hellste, das sagt sie zumindest von sich immer, also kann man ihr das auch ruhig mal glauben. In dubio pro reo.

In Karlsruhe angekommen, kam noch ein Kollege von Classmate mit hinzu, der ein Pole war. Nennen wir ihn an dieser Stelle einfach mal Pole. Pole hatte eine Karotte dabei und nachdem sich ordentlich Vitamin A gegönnt wurde, verschwand der Bügel mit sämtlichen Hawaii-Utensilien im Gebüsch und es wurde sich die volle Karottendröhnung gegeben. Auf dem Weg zur Bar wurde noch die eine oder andere lustige Story ausgetauscht, an die sich keiner mehr erinnern kann und dann wurden Cocktails bestellt. “Wir haben Happy Hour!” – “Geil, 2 Long Island Ice Teas, bitte!” Romanski erfüllte die höchste Regel im Leben eines Säufers: Pegel halten! “Zahlst Du mir meinen Drink?”, fragte Henriette. “Aber sicher doch, Schatzi” Doch irgendwann platzte Josephine der Kragen und sie fühlte sich dazu berufen, zu intervenieren: “Für den Fall, dass Du es nicht mitbekommen hattest… sie hat einen Freund!” – “Und jetzt? Ist das jetzt mein Problem oder seins?” Henriette verstummte zu diesem Zeitpunkt ein wenig und es traf der Rest der Klasse ein. Noch vor den ganzen Bestellungen, die an diesem Abend extrem lange auf sich warten ließen, weswegen es auch kein Trinkgeld gab, ihr Butterbirnen AMK. Es fiel auf, dass sich so einige in Schale geschmissen haben. Bis auf den Schnorrer der Klasse, der selbst für 20 Cent auf den Strich geht, nennen wir ihn an dieser Stelle mal Franjo. Der sah so aus wie immer. Romanski hatte irgendwie Probleme mit dem zweiten Long Island Ice Tea, wo sich Franjo als sehr kooperativ zeigte, ihm beim Trinken zu helfen. Überhaupt kann man von Glück reden, dass Romanski noch zum Schluss die 50 Flocken für den Taxifahrer nach Hause hatte, denn sowohl Classmate, als auch Henriette, als auch Franjo hatten an diesem Tag seine Kasse an Verbindlichkeiten ganz schön überstrapaziert. Aber dazu kommen wir später. Nach einem weiteren Kuschelkurs kam das Übliche “Halloooo!!! Sie … hat … einen … Freund!” You don’t say, Sherlock? Josephine war sichtlich pissed. Und plötzlich ergriff auch Henriette das Wort, so ganz nach dem Motto WO WARST DU, WENN MAN DICH GEBRAUCHT HAT. “Jetzt plötzlich kommst Du an. Was hast Du eigentlich die letzten 2 Jahre gemacht?” *Bestimmt nicht für Dich interessiert* wäre jetzt wohl die falsche Antwort gewesen. Stattdessen verfiel Romanski in lautes Gelächter, weil er innerlich dachte “yep, die hätte ich auch haben können, wenn ich gewollt hätte”. Der übliche männliche Größenwahn eben. Franjo machte heimlich Fotos von beiden, stellte sie in die Klassengruppe und bepisste sich bis zu den Grenzen des guten Geschmacks. Classmate schien auch sichtlich amüsiert. Der Pole hat gar nicht geblickt, was eigentlich abgeht und Josephine hat wohl in diesem Moment für sich entschieden, sich möglichst früh von der ganzen Show hier loszusagen. Müssen ja alle am nächsten Tag arbeiten, nech… auch dazu kommen wir später.

Clubtaaaaaim!!! Romanski hörte Dubstep. Grober Fehler vom DJ. Er war von der Tanzfläche kaum wegzukriegen, haute seinen X-Step zum Besten und den ganzen Mädels stand Folgendes direkt ins Gesicht geschrieben: “Dieser fertige Freak wird 30? Das soll wohl ein Witz sein”. Romanski ging zurück Andibar. “Franjo, was trinkst Du?” – “Captain Morgan! Du zahlst!” – “Aber selbstverständlich.” Das ging jetzt so einige Male weiter in anderen Clubs, Romanski bekam Komplimente von einem Dude bzgl. seiner Dreads (wie sowieso fast immer nur von Dudes), tanzte mit einem Afro an der Stang und lud irgendwelche Random Guys zum Trinken ein. Man könnte ja fast auf den Gedanken kommen, dass er schwul sei, weil nur Kerle um ihn herum waren, aber legen wir hier mal die Eier auf den Tisch: Kaum ein Mädel hätte den Mumm, einem besoffenen Romanski auch nur in die Augen zu schauen. Das wäre, wie sagt der Volksmund, ein Schuss ins Knie. Denn dann hast Du dem Einbrecher die Haustür offen gelassen. Dann hast Du den Tiger aus dem Käfig gelassen. Dann hast Du dem Katholiken einen Schlüssel zum Kindergarten gegeben. Dann hast Du den Terroristen mit Waffen beliefert und wunderst Dich, dass er Dich angreift. Genug von diesem metaphorischen Bullshit! Henriette ist irgendwo im Hintergrund am schlürfen, Josephine packt ihre Sachen so langsam und Romanski klöppelt einen Jägermeister nach dem andern mit irgendwelchen Randoms rein – es war schließlich Studentenparty angesagt, also kamen von überall her diese kleinen gutgelaunten Rotzbälger an, die ihm gefälligst Respekt zu zollen haben, diggi! Hm ne, eher net. Und dann kam der Moment wie in Hamburg. Romanski schoss ein Blitz in den Kopf. Beim Anstehen des mittlerweile vierten Clubs müsste es sein!? war er in einem Moment da. Und dann wieder weg. Einfach verschwunden. Nur der Teufel weiß, was da wieder passiert ist. Oder halt nur der einprogrammierte Autopilot.

Als Romanski wieder zu sich kam, lief er mitten auf der Hauptstraße in Karlsruhe rum, es dürfte kurz nach 3 Uhr sein. Mit Lackschuhen läuft es sich auch sehr unbequem auf dem Gehweg. Das blieb jedoch der Polizei nicht lange verborgen. “Würden Sie bitte von der Straße gehen?” – “Hmmm…. Sie fahren nicht zufällig nach Bruchsal?” – “Sehen wir aus wie ein Taxi!?” – “Hmmm… 20 Euro ist ok, oder?” – “Gehen Sie sofort weg von der Straße, sonst kommen Sie mit uns mit, und das ganz bestimmt nicht nach Bruchsal!” – “Ja, Sie können mich auch irgendwo unterwegs rauslassen, gar kein Problem.” Nach diesem Spruch brannte sich in Romanskis Gedächtnis das wohl miesgelaunteste Gesicht eines Polizisten überhaupt ein. Was der sich wohl gedacht hat. Läuft da einer mitten in der Woche auf der Straße rum. Ein erwachsener Mann. Mit Sakko und Lackschuhen. Gott, was muss er in diesem Moment seinen Job gehasst haben. Aber da hat er die Vorkassen/Ausgangs/Weiterberechnung ohne Romanski gemacht. Denn Romanski ist ein Soldat. Er zieht in den Krieg. Das war seine tiefste Überzeugung in dem Moment. Wer einen 30 km Marsch mit 10 kg Gepäck rumkriegt, der kann auch von Karlsruhe nach Bruchsal laufen!!! Auch 30 km, gar kein Problem. So die Theorie.

Der Soldat ging runter von der Straße und murmelte irgendetwas Größenwahnsinniges vor sich her, das nur er verstand. Hin und wieder den Daumen rausschwenkend in einem Anfall aus Verzweiflung. Langsam wurde es etwas heller. Romanski folgte den Schildern und landete irgendwann in Durlach. Way to go…. Doch als er dann die nächste einladende Bank einer Bushaltestelle erblickte, war vorbei. Er machte es sich hier bequem. Wenige Minuten später kam ein schwarzer Golf mit ein paar jungen Kerlen vorbei und hielt an. *Gott, schon wieder nur Schwänze. Warum bekomme ich nie Titten!* “Ihr fahrt nicht zufällig nch Bruchsal, Jungs?” – “Neeee, aber wir können Dir ein Taxi rufen” – “Allahop… danke”. Das hätte er natürlich auch selbst machen können, aber ein Soldat macht sowas nicht. Sich kutschieren lassen ist jedoch ganz ok. 10 Minuten später kam er dann an, der Rentner. “Jetzt pass mal auf, ist ja schön und gut, dass Du das machst in Deinem hohen Alter, aber ich werde arbeiten, bis ich tot umkippe, verstehst Du!? Du denkst jetzt vielleicht, der Besoffski kann mir viel erzählen, aber was ist, wenn ich Dir sage, dass ich in genau 4 Stunden zur Arbeit erscheine wie ein Soldat und selbst wenn ich vom Stuhl fliege, ich meine Arbeit mache? Und Du fährst Taxi… ” Der arme Taxifahrer hatte sichtlich keinen Spaß mit Romanski, vermutlich noch weniger als der Polizist von vorhin. Aber selbst das ist immer noch besser als diese ganze gefällige Scheiße, wie der liebe Serdar sagt. “50 Euro.” – “Was!?” – “Wir sind da. 50 Euro.” – “Was!?” – “Wie was…. hast Du nicht soviel mehr übrig?” – “Mom, mal gucken.” Das sagend, kratzte er alles zusammen, was der Abend übrig gelassen hat. “Gehen auch…. ähm….. 46,93 €?” – “Komm, hau ab… guck dass für morgen fit bist” – “Danke Mann, bist der beste Taxifahrer der Welt!” – “…….”

Es ist 8:47 Uhr. Die Welt fühlt sich an, als würde sich sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen alles in die entgegengesetzte Richtung auseinanderreißen. Romanski beschleicht das Gefühl von Panik, innerer Unruhe, Aufgewecktheit und der Kater des Todes gleichzeitig. Glücklicherweise war er noch angezogen, also etwas Zeit gespart. Er sucht sein Auto. Er sucht sein Auto. Er sucht immer noch sein Auto. Ein verpeilter Alkoholiker morgens um 9 in der Bruchsaler Innenstadt. Und jeder sieht es. “WO IST DIESES VERFLUCHTE DRECKSTEIL” Inzwischen wählte er die Nummer seines Chefs in aller Verzweiflung, um ihm entweder zu sagen, dass er heute alles andere als arbeitstüchtig ist oder um sich für die Verspätung zu entschuldigen. Welche Variante er wählt, würde er spontan entscheiden. Glücklicherweise nahm sein Chef den Anruf nicht an. Als nächstes Ruf an die Mutter. “Ma, wo steht mein Auto!” – “Habe ich Dir heute morgen gesagt!” Diese Tatsache leugnend schliff er sich dann endlich zu seinem Gefährt und fuhr mit sicherlich einem markablen Restalkohol zu seiner Firma. Lief dann seinem Chef über den Weg, während er sich in der Buchhaltung so einiges an Gelächter abholte. “Hmmm… eine ordentliche Fahne hast Du da!” Huch… und sämtliche andere Geschäftsführer waren an diesem Tag auch da für ein Meeting anwesend. Perfektes Timing, um seinen Kater auszukurieren und bei sämtlichen Mitarbeitern aller Firmen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, dass man ein Alkoholproblem hat. Na gut, einige feierten die Aktion auch. Nicht jeder bringt es fertig,  sich direkt nach der Prüfung so krass abzuschießen und dann noch im Geschäft zu erscheinen. Das zeugt gewissermaßen von Rückgrat. Wenn auch nur bildlich gesprochen. Denn wenn Romanski eins an diesem Tag nicht hatte, dann war es Rückgrat, diese gekrümmte Existenz. Noch Wochen später darf er sich selbst bei dem kleinsten Fehler anhören, dass er doch mal den Wodka bei der Arbeit weglassen soll. Aber hey für die Reputation eines Russen ist das so verkehrt nicht, Towarish moj. Gegen 13 Uhr fiel ihm die Erde auf den Kopf und er überlegte kurz, ob er den Chef nicht doch bitten soll, ihn früher gehen zu lassen. Aber nein, Soldat! Soldahaa……. *hust* Er hatte unter einem gewissen Alkoholnebel einige Beratungsgespräche am Telefon geführt und fühlte sich mal wieder wie der Top-Verkäufer himself.. Haha, was ein Schmarrn. Erinnern wir uns doch an die FIBO zurück wo er nach einem anderen JGA…. oh bitte nicht.

Am Ende des Arbeitstages wurde er von einem guten Kollegen angerufen und debattierte mit ihm eine halbe Stunde lang über das bislang Erlebte. Da diesem natürlich nicht entgangen ist, wie sehr Romanski in Hamburg den Vogelschwarm abgeschossen hatte, und jetzt diese Aktion, kam folgendes Fazit über seine Lippen: “Roman, ich kenne ja viele Leute, die einen an der Klatsche haben… aber Du! Du bist der allergrößte Baran!” Womit wir wieder beim Thema wären… Was ist aber aus Classmate geworden? Nun… er stolzierte mit dem Polen aus der Karlsuher Innenstadt in Richtung Bahnhof, eine sehr stolze Strecke – klaute ein Fahrrad mit einem Platten, fuhr 10 Meter weit und ließ es dort liegen. Er kann von Glück sagen, dass um 3 Uhr nachts ein Zug gefahren ist. Und dann liefen sie vom Hauptbahnhof aus den ganzen weiten Weg bis zu seinem Kuhkaff nach Hause. Gepennt bis 18 Uhr. Man könnte also sagen, er ist dann aufgewacht, als Romanski mit seiner “Arbeit” “fertig” war.

Was also lernen wir aus dieser Geschichte? Erkennt in eurem Leben irgendwann den Zeitpunkt an, wo man keine Prüfungen mehr schreiben sollte… denn das bringt einen unweigerlich ins Grab. Arbeiten, Tests, Klausuren…. keine Ahnung, warum das seit dem Kaiserreich unter Bismarck nicht mehr modifiziert wurde und sich so viele Menschen regelrecht den Anus dafür aufreißen… für eine komische Zahl auf einem verfluchten Stück Papier, das so nichtssagend ist wie ein Nippelblitzer auf der Pornomesse.

Ich für meinen Teil habe mit diesem Schwachsinn fertig. Und betrinke mich jetzt nur noch mit Waldfrucht-Tee.

In diesem Sinne, reinig’ Dich von inne!

 

Ziele 2017

Zur Einstimmung ein Juristen-Witz: Wer viele Vorsätze hat, kriegt vor Gericht keine Strafmilderung wegen Fahrlässigkeit. Höhö.

Was ein dummes Geschwätz.

Und jetzt zu Dir, 2017! Eigentlich hast Du ja megagut angefangen, da der grüne Messenger, lange überfällig, die Toilette runtergespült wurde. Nie wieder muss man sich mit Dingen befassen, die mit Realität nichts zu tun haben. Aber apropos Toilette: kennt ihr das? Ihr wollt morgens gemütlich ein Ei legen und stellt fest, dass von der Papierrolle nur Karton übriggeblieben ist? Wieso kann man die Rolle nicht wechseln, wenn sie leer ist…. ist das soooo schwer? Die Racheaktion folgt prompt auf dem Fuße. Der nächste leere Milchkarton wird zurück in den Kühlschrank gestellt! Karma goes wild.

So erfolgreich die eine Aktion mit dem Zeitfresser war, so unerfolgreich war die andere Aktion: Ich wollte ein Lappen werden. 70 kg Läppchen mit Armen wie Zahnstochern und Beinen wie Ohrstäbchen. Also das, was Du täglich so siehst, wenn Du durch die Straßen läufst. Hab ich mir mal gedacht, ja gut, lässt mal das Training bissle schleifen und isst halt etwas weniger. Nach der Fressorgie namens Weihnachten dürfte es ja auch nicht allzu schwer sein. Hat ja hervorragend geklappt. Nur ragten nicht die Knochen hervor, sondern das Fett. Mhhh… der Schuss ist auch wieder nach hinten losgegangen. Ohne die Muskeln hab ich ja nichts mehr, was meinen hohen Energieverbrauch rechtfertigt, wenn ich mir mal wieder die 32134 bei Burger King bestellt habe. Alter, was musste ich danach furzen…

Was also nun? Aktion 70 kg dauert noch ein wenig an, also probieren wir wieder was anderes. Als so eine Art Zwischenziel: Viech werden. “Och neee, nicht schon wieder”, denkt sich ein Teil von mir. Die 120 kg auf Brust zu nehmen war zwar schon ‘ne ordentliche Leistung, aber wie der Rumpf dann aussah, wenn ich mich mitten vor den Fitnessspiegel hinsaß, machte einem schon Angst. Und auf diese Nummer, breiter als der Türsteher zu sein, habe ich eigentlich keinen Bock. Das überlasse ich lieber den Kanacken. Das Ziel ist eigentlich, sich wieder im Club so weit zu ficken, bis man kurz vorm Verrecken ist und dann kriechend nach Hause kommt, um nur noch zu schlafen und so den Fressflash auszulassen. Tolle Idee, oder? Daher wird schön dem Trainer gesteckt: Machma aus mir ne Maschine! Das wird die 140 Aktion. Nicht, weil ich 140 wiegen will, sondern weil ich erst aufhöre, wenn ich 140 stemme. Mal sehen, ob ich wenigstens durch die 140 kg Aktion der 70 kg Aktion näher komme… hab ein ganzes Jahr Zeit für den Spaß. Für die Frauenwelt gilt natürlich nichtsdestotrotz: Schnauze halten! Ich masturbiere lieber. Egal, wie lecker ich auch aussehe. Des dumme Gelaber do kann sich doch intelligent anmutender Mensch antue… haltet euch zurück und geht mir nicht auf den Sack. Retourkutsche kommt sofort. Feminismus war gestern, Maskulismus Attacke!

Was ein dummes Geschwätz…

Für den Fall, dass auch diese Aktion wieder ein Schuss in den Ofen wird, also dass ich nach dem Training dermaßen Hunger hab, dass ich ein paar saftige Rippchen in den Ofen schieße, habe ich mir Folgendes überlegt:

The Documentary

Starting with March 1st werde ich Bilder von mir nur in Buchse machen und hier hochladen. Natürlich erstmal mit dem Ziel, unqualifiziertes Publikum fernzuhalten, aber auch, um in mir einen Selbsthass zu entwickeln und diesen als Motivation zu nutzen. Instagram Girlie Vorher-Nachher Bildchen war gestern! Jetzt kommt Romanski’s Wampenporträt 2017! Über keine Aufmerksamkeit (wie immer) freue ich mich an dieser Stelle natürlich sehr. The Documentary dient in erster Stelle nur dem Ist-Soll-Zustand Zwischenfazit Reißleine Bauchrasur Selfieskill Lächelfaktor. Das geht ab.

Jetzt müsste man das nur noch mit dem Domainbetreiber wieder in den Griff kriegen, dass er mehr Speicherplatz freigibt… also bitte noch ein wenig Geduld. Ich könnte natürlich auch paar alte Bildchen rauslöschen, die sich eh keiner mehr anguckt, aber dann wäre der Nostalgieeffekt nicht so schön, wenn ich mir in einer dunklen Stunde altes Zeug von mir reinpfeif. Tagebucheffekt. Mir wird schon was einfallen, also…

Hässlichkeit incoming

 

Eine neue Ära bricht an…

Es ist soweit. Pünktlich zu Neujahr wird mit einer Sache abgeschlossen, die schon lange in die Tonne gehört. Sowas Zeitzerstörendes, Nervenaufreibendes und vor allem komplett Sinnloses – damit ich habe fertig. Besonders weil der Radiosender bigFM am 06.12.16 festlegte, dass ohne dieses etwas eine Existenz nicht möglich sei. Und aus diesem Grunde, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, präsentiere ich hier voller Stolz die 99 Top-Gründe, warum man mir es mir nachmachen sollte, und diesen komischen Grünen Kreis aus seinem Leben verbannt.

Selbstmord hat noch nie so viel Spaß gemacht!

Warum WhatsApp schwul ist:

1. WhatsApp ist schwul.

2. WhatsApp ist homosexuell.

3. WhatsApp ist nicht hetero.

4. WhatsApp geht auf den Strich – nur zum anderen Ufer.

5. WhatsApp ist der Stiefsohn von Facebook – und damit stockschwul.

6. WhatsApp hängt bei Lesbenpornos.

7. WhatsApp gründet eine Boyband bestehend aus Bruce Darnell, Jorge Gonzales, Modern Talking sowie der ganzen YMCA-Gang.

8. WhatsApp ist Mainstream und damit: schwul.

9. WhatsApp hat mit Realität nichts zu tun.

10. WhatsApp macht süchtig.

11. WhatsApp fördert die Dummheit – oder anders gesagt: macht sie für jeden zugänglich.

12. WhatsApp ist kostenpflichtig.

13. WhatsApp ist nichts anderes als SMS-Nachrichten mit ein paar Bildchen. Überflüssig.

14. Die Bildergalerie, die man durch WhatsApp erhält, macht einem Lust darauf, sein Handy gegen die Wand zu scheppern.

15. Jeder, wirklich absolut JEDER, kann Dich privat anschreiben.

16. WhatsApp war mal privat.

17. Inzwischen hat sogar Deine 70-jährige Oma WhatsApp.

18. Inzwischen hat sogar Dein 5-jähriger Neffe WhatsApp.

19. Sondermeldung! im Pazifischen Ozean wurde schon der erste Delfin mit Handy und WhatsApp gesichtet! Was wasserdichte Handys so alles möglich machen!

20. Du gibst einen Fick auf andere Profilbilder – dasselbe gilt natürlich auch für Dich.

21. Du liest Dir die Stati von anderen Leuten durch und denkst Dir nur: was ein Rotz… im Idealfall besitzt man einfach keinen.

22. WhatsApp-Anruf? Unnötig.

23. Nein, ich möchte kein Feedback über die Qualität des Anrufs geben. Will man beim normalen Anruf ja auch nicht von mir, oder?

24. Videoanruf.

25. Zum Thema kostenlos anrufen. Die meisten Tarife beinhalten bereits kostenlose Anrufe und SMS. Mach’ Dich halt mal schlau, Du Hänger.

26. Kommen wir nun zu den Gruppenchats, was so hirnverbrannt dumm ist, dass diese Rubrik an sich schon einen eigenen Punkt bekommt.

27. Du kannst absolut nichts dagegen tun, in eine Gruppe eingeladen zu werden.

28. 80 % der Gruppenmitglieder sagen nie einen Ton.

29. 80 % der Gruppenmitglieder lesen schön im Huntergrund und denken sich ihren Teil dabei, halten aber trotzdem die Fresse.

30. Die restlichen 20 % geben etwas von sich, was entweder unverständlich ist oder mit dem eigentlichen Haupteröffnungsgrund nichts zu tun hat.

31. Und sollte doch der Totgeglaubte etwas sagen, so will er einen auf cool machen. Hätte er doch lieber mal die Fresse gehalten…

32. Man sieht, wenn Leute etwas schreiben. Warum? Was bringt einem diese Information?

33. Man kann so toll Leute verarschen. Wild im Handy rumtipseln, jeder sieht gerade, dass man etwas schreibt, und dann löscht man es einfach wieder, ohne etwas zu senden.

34. Über die blauen Häkchen, Doppelhaken, Einfachhaken… ach komm. Diejenigen Leute, die das als Kontrollinstrument nehmen, denen ist sowieso nicht zu helfen.

35. Gibt es tatsächlich Leute, die bei ihrer Nachricht schauen, wer sie alles in der Gruppe gelesen hat und darauf aufbauend sich was einbilden? Ohja, die gibt es.

36. Oh! Er war zuletzt online um 15.29 Uhr. Da hätte er doch etwas schreiben können!

37. Es antworten sowieso immer nur dieselben.

38. Allein der Anblick, wenn ein erwachsener Mensch konzentriert minutenlang, manchmal sogar stundenlang, wie so ein Kleinkind auf einem Spielzeug… ach komm.

39. Gruppenchats sind für eine ernsthafte und zielorientierte Planung völlig untauglich.

40. Nein, ich lade Dein Scheiß-Video nicht runter, Denis! Lass’ den Rotz bei Dir auf der Festplatte!

41. Manchmal ist man eine ganze Zeit damit beschäftigt, Bilder und Videos vom Handy zu löschen, bei denen man sich fragt, wie sie jemals dahin gelangen konnten.

42. Und lädst doch etwas herunter, ist es eine geile Olle mit einem schönen dicken rasierten Schwanz. Größer als Dein eigener. Womit wir wieder bei der grenzenlosen Schwulität wären.

43. Manche Leute haben noch nie etwas von deutscher Rechtschreibung gehört.

44. Manche Leute haben noch nie etwas von Grammatik gehört.

45. Manche Leute haben noch nie etwas von Groß- und Kleinschreibung gehört.

46. Manche Leute haben noch nie etwas von Kommasetzung, und zwar, wenn man es schon versucht, dann bitte auch an der richtigen Stelle, gell, gehört.

47. Subjekt – Prädikat – Objekt. Lernt man spätestens mit 11.

48. Wenn Du andere verbessern willst, solltest Du nicht im Glashaus sitzen…

49. Wenn Du schon einen Link postest, dann bitte auch den richtigen.

50. Wir sind bei der Hälfte angelangt und mir gehen immer noch nicht die Ideen aus.

51. Wenn Du schon ein Faktenbild postest, dann behalte Deine Meinung, dass es auf überhaupt jemanden aus der Gruppe zutrifft, bitte für Dich.

52. Lass bitte den Facebook-Post aus WhatsApp heraus – minus und minus ergibt nicht plus.

53. Politische Diskussionen enden im Regelfall in einer Farce.

54. Ach, was sage ich! Diskussionen jeder Art sind hinfällig, da Du ja eigentlich nur auf den ersten, höchstens zweiten oder dritten Post von oben eingehen kannst und schon meldet sich der erste und flennt, dass man nicht so viel schreiben soll.

55. Wenn einem keine Argumente mehr einfallen, schreibt man einfach: ist ok, Eugen. Damit bewahrt man sich zumindest seine Coolness. Nicht.

56. Und wenn mal viel geschrieben wird, auch wichtige Sachen, kommen Leute und fragen nach einer Zusammenfassung. Danke, Andi.

57. Die Zitat-Funktion ist der letzte Dreck.

58. Leute, die sich was darauf einbilden, nur weil sie diese Funktion nutzen, sind der letzte Dreck.

59. Selbst mit der Zitat-Funktion sollte man meinen, dass der Zusammenhang klar ist. Fehlanzeige.

60. FÜR DIESE METERLANGEN NACHRICHTEN, DIE OHNE SINN UND VERSTAND IN ANDEREN GRUPPEN GESPAMT WERDEN, LANDEN DIE VERANTWORTLICHEN HOFFENTLICH BALD IN DER HÖLLE. SENDE DIESE NACHRICHT AN JEDEN, DEN DU KENNST, SONST KRIEGST DU IN JEDEM NEUEN JAHR EINE FRISCHE KREBSERKRANKUNG.

61. Kommen wir mal zum zwischenmenschlichen Teil des Ganzen. Kategorisch zählt WhatsApp zu den Social Media. Sollte aber demnächst zu den Associal Media verschoben werden.

62. Der Ton lässt hier zu wünschen übrig.

63. Auch bei den Audio-Dateien. Manche Stimmen klingen unglaublich scheiße.

64. Leute haben das Gefühl, ignoriert zu werden, wenn man ihnen nicht sofort antwortet.

65. Solltest Du über WhatsApp versuchen, Deine bessere Hälfte zu finden, hast Du den Hahn nicht krähen hören.

66. Es werden Respektlosigkeiten ausgetauscht, die von Angesicht zu Angesicht nie fallen würden.

67. Es entstehen durch und durch Missverständnisse.

68. Hast Du mal das Glück, und eine Konversation erfolgt wie erwünscht, so kommt spätestens beim realen Treffen das böse Erwachen. “Aber ich dachte, Du… ” – ganz genau.

69. Leute vergewaltigen das Recht, Smileys und Satzzeichen in der in ihrer passenden Sichtweise und Häufigkeit nutzen zu dürfen.

70. Wenn Du mal etwas Kritik äußerst – keine Antwort.

71. Wenn Du etwas Wichtiges fragst – keine Antwort.

72. Selbst wenn Du etwas unglaublich Tolles geschrieben hast – keine Antwort.

73. “Hallo, die Welt geht unter!” Online -> zuletzt online, heute um 17.29 Uhr.

74. Themawechsel. “Was machen wir am Wochenende?” – “Hat einer irgendeine Ahnung, warum Jägermeister und PS4 Controller keine gute Mischung sind?”

75. “Ich habe meiner Freundin heute noch keinen geblasen! Oh Shit, was mache ich jetzt nur, sie macht doch direkt Schluss mit mir…” – Vielen Dank für diese Information! Ihre Anfrage wird schnellstmöglich bearbeitet. Bei dringenderen Angelegenheiten steht Ihnen unser Notfallkundenservice von “idi” bis “nahuj” Uhr zu Verfügung.

76. Je brisanter etwas ist, je öfter es geteilt wird, desto eher sollte es ignoriert werden. Die Sensationsgier des Menschen ist kein Beleg für den Belang einer Sache. Beispiel: Der Autobahn-Wichser von Ettenheim. Wie das die Aufmerksamkeit von so vielen Menschen erlangen konnte… da soll doch lieber der Islam übernehmen.

77. Hier noch einmal, weil es wirklich wirklich WIRKLICH dumm ist: Kettenbriefe.

78. Fehlmeldungen. Obama ist tot.

79. Generell Todmeldungen. “Ach, haste gehört, der und der ist gestorben!”…

“Bitte wer?”

80. “Sophia Thiel ist bei uns am Samstag im Fitness-Studio!”…

“Bitte wer?”

81. “In Aleppo ist schon wieder ein LKW explodiert und auf einem Flüchtlingsheim gelandet.”

“Bitte was ?”

Über Misszustände zu berichten, ist natürlich außerordentlich wichtig. Nur hat man irgendwann das Gefühl, es passiert nur noch überall Scheiße auf der Welt. Dann hinterfragt man irgendwann alles. Besonders, wenn die Politik nicht im Stande ist die Missstände zu regeln. Oh, jetzt wird es aber zu gesellschaftskritisch!

82. Unwissenheit ist und bleibt ein Segen.

83. WhatsApp fördert die Neugier derjenigen Menschen nur noch mehr, die sowieso unfähig sind, sich hinreichend mit sich selber zu beschäftigen und zu reflektieren.

84. Es ist inzwischen anerkannt, das Handy am Arbeitsplatz direkt auf dem Tisch bzw. der Arbeitsfläche rumliegen, vibrieren und aufleuchten zu lassen.

85. Abmahnungen deswegen gibt es so gut wie nie.

86. Es könnte doch jederzeit etwas Wichtiges sein! “Nein Mama, nicht die braunen, ich habe doch gesagt, ich will die schwarzen Yeezys zu Weihnachten! BOAHHHH, EY… ”

87. Die generelle Angst, etwas zu verpassen, mindestens einmal pro Stunde aufs Handy schauen ist heilige Pflicht.

88. Sobald das Symbol aufleuchtet… hmmm… später checken? Hmm… hmmm… hmmmmm… ach komm, ich lins mal schnell rein!

89. Irgendein Random Fact, der mit der Sache nichts zu tun hat.

90. Hast Du schon mal auf die Uhr geschaut?

91. WLAN-Passwort, bitte!

92. Schon mal was von Diskretion gehört?

93. Blinken sollten nur Autos.

94. Schick mal Standort.

95. Schick mal Link.

96. Schick mal Pic.

97. Wenn man WhatsApp hat, ist man nie einsam.

98. Leute, die meinen, einen coolen Spruch loszulassen, den sie irgendwoher kopiert haben, mit einem schönen Bildchen, das irgendein Hobbygrafiker im Keller erstellt hat. Das ist weder Dein Verdienst noch eine tolle Leistung, Du Honk!

99. Last but not least, und da will ich mal etwas ernster werden:

WhatsApp hat vieles vereinfacht, aber auch für eine Form der Bequemlichkeit gesorgt. Anstatt anzurufen oder eine SMS zu schreiben, was viel persönlicher wäre, wird fix eine Nachricht gepinselt, die wir tagein, tagaus zu Genüge erhalten. Das Ganze verliert an Wert. Der Vorteil, immer und überall erreichbar zu sein, wird dann zum Nachteil, wenn andere es schamlos ausnutzen und von Dir wollen, dass Du schnell für sie Ziggaretten an der Tanke holst. Dafür wurde dieser Dienst nicht erfunden. Wie bei jeder Erfindung der Menschheit und wie es in seiner Natur vorgesehen ist, wird alles Mögliche getan, um die eigene Unfähigkeit, Banalität und Dummheit damit zu verschleiern und den Dienst schamlos für egoistische Zwecke zu nutzen. Aber manche Dinge sind unerträglich geworden und im Endeffekt muss man sich gar nichts gefallen lassen. Welche Konsequenz man nun daraus zieht, ob man welche zieht, “ach egal, kann doch eh nichts machen, weiter so!” – das bleibt natürlich jedem Einzelnen selbst überlassen.

 

 

 

SMS 2016 + sonstige Trivia & Halbwahrheiten, die eigentlich woanders hingehören

Kennst du das? Du willst mit irgendwas anfangen, weißt aber nicht wie? Gut, ich auch nicht…

Ab die Post! Wird wieder Zeit, dass ich aus freien Stücken ‘nen neuen Artikel schreib. Warum? Делать нечего. Aus Russland. Im Urlaub. Natürlich habe ich mir vorgenommen, keine meterlangen Texte mehr zu schreiben und mich möglichst auf das Wesentliche zu fokussieren, aber das hier wird wieder ein Brecher. Brecher nicht in dem Sinne, dass du rein vom Lesen her brechen musst, sondern ein Rekordbrecher. Das ist das Ziel. Was natürlich nicht heißt, das dir nicht irgendwann doch noch speiübel wird.

Geschrieben wird der ganze Spaß hier auf dem Sony Xperia Z5 Compact. Das ist eine Art Novum. Natürlich halten sich ein paar Leute für die Weltmeister im WhatsApp Nachrichten tippseln und besonders bei den Frauen der Schöpfung sind hier schon die Finger eingekrümmt (ich denke an niemanden Bestimmtes), aber das hier ist next Level. Akku sagt 27% – also so 2.000 Wörter müssten schon drin sein. Wenn ich mich ranhalte. Deine iPad-Schulter kannste auf den nächsten VideoDays präsentieren, wenn das nächste Bunny Doggystyle genommen wird – ich hab hiernach ‘nen ordentlichen Displayschaden. Und das, obwohl ich natürlich in meinem Urlaub fernab von jeglichem Handygeficke sein wollte – so ganz klappt es dann doch nicht und ich muss mir eingestehen, dass ich auch so’n Sklave dieses Miniatur-Backsteins bin. Wenn auch nicht so ganz krass wie manch anderes Opfer. Erschreckenderweise sieht man auch hier in Russland einen Großteil der Jugendlichen mit Smartphone am Meer herumlaufen. Pralle Sonne, frische Meeresbrise, schlanke & hübsche Menschen, überall dampft es nach frischem Grillfleisch, nee lieber aufs Handy gucken und Ohrstöpsel drin. Aaaalles klar. Die Seuche hat inzwischen auch das höchstkonservative Russland übernommen. Und die Handys sind nichtmal aus Holz! Kleine Anekdote am Rande: einer hat versucht mit dem Handy in einer Kirche Pokémon zu fangen – und durfte das hinterher in der Zelle weitermachen, nachdem die Polizei ihn abgeführt hat. Mit dem Humor hier nimmt es halt nicht jeder so ernst. Erdowie, Erdowo, Erdogan.

Zurück zum üblichen Erzählstil: Romanski ist gestern in 2 Unfälle verwickelt gewesen und der Schädel brummt immer noch. Liegt eventuell auch am Alkohol, aber verglichen mit den sonst üblichen Dosen (Plural von Dosis, du Weltmeister) juckt bei ihm allein davon ausgehend nicht mal die Kimme. Beide Unfälle hätten durchaus tödlich ausgehen können, aber hätte hätte fick die Fette… bedenkt man das Fahrverhalten des Russen per se, sind solche Geschehnisse eigentlich normal. Ähhh, was?! Ja, genau. Normaaaal, digga. Da ihm wieder mal bewusst wurde, wie schnell seinem erbärmlichen Dasein ein Ende gemacht werden kann, macht es für Romanski durchaus Sinn, die ihm zu Verfügung gestellte Plattform noch mit der einen oder anderen Zeile zu fluten. Der Tod ist allgegenwärtig, nicht nur in Syrien. Das verdrängen natürlich die meisten Menschen und tun nur betroffen, wenn Bud Spencer oder Mohammed Ali stirbt. Überhaupt fliegen fast täglich Meldungen rein, wo irgendwer irgendwo irgendwie den Löffel abgibt. Das muss ein Zufall sein, oder?! Die Welt ist dem Untergang geweiht! Bemerkenswert, wie da noch diskutiert wird, welche Ursache der Tod im Einzelfall denn haben könnte… im Zweifelsfall, liebe Freunde, ist immer das Leben schuld. Ying und Yang gehören untrennbar zueinander, ob du willst oder nicht. Daraus könnte man jetzt natürlich einen fruchtbaren Gedanken entwickeln oder einfach nur weiter vor sich hin existieren und alles Negative um sich herum verdrängen.

Womit wir hier natürlich wieder beim Thema wären. Romanski verdrängt immer noch die Tatsache, dass auf seinem komischen Blog keine Bilder mehr hochgeladen werden können, weil das eingangs erwähnte Xperia nur Monster MB-Dateien aufnimmt und diese einfach mal den ganzen Laden hier sprengen. Nicht dass jetzt unüblicherweise mehr Aufnahmen gemacht wurden als sonst, aber Bronko hatte den Selfie-Stick am Start. An sich ein megapeinliches Teil, weil du damit aussiehst wie der hinterletzte Japsentouri, aber wenn dann dein “Konnichiwaaa” in die Kamera schreist, hat das zugegebenermaßen eine ganz eigene Wirkung aus der “Ferne”. So, jetzt stellen sich erste Ermüdungserscheinungen im Tippellenbogenbereich ein. Weiter im Text: Romanski gönnte sich vor der Abfahrt zum diesjährigen Festival Hühnersuppe und plötzlich wurde ihm schwarz vor Augen. Dieses Flimmern, wenn du zu lange in die Sonne guckst. Kam ganz von alleine, ohne Sonne. In Begleitung eines Schwindelgefühls. Mit Losfahren war nichts mehr und er legte sich nochmal für 2 Stunden hin um sich auszuruhen. Sehr merkwürdig das Ganze, er hatte das noch nie und es ist schon interessant, warum es direkt jetzt vor der Abfahrt zu seinem Lieblingsfestival passiert. Wäre man jetzt gläubig oder etwas in der Richtung, könnte man das als Zeichen deuten und eventuell die Fahrt auf morgen verschieben oder sogar das Festival ganz absagen. Aber wie oft muss man sich selbst noch beweisen, dass man zu blöd für solche Zweifel ist. Ist das Gehirn denn überhaupt lernfähig? YouTube an, Rooz ein bisschen labern lassen und schon döst man vor sich hin und bekommt Alpträume, dass die ganze Nacht durchgepennt wurde. Nix da. Romanski gab sich ein Smack that auf die linke Backe, packte seine Zahnbürste und flog geradezu zum Auto. Der Gedanke zu spät anzukommen, löste in ihm einen Schock aus und machte ihn hellwach. 23.45 Uhr fuhr er los und schrieb seinen Kölner Kollegen, dass er sich etwas verspäte und ließ sich den Standort schicken. Red Bull Cola intus heizte er alleine auf weiter Prärie in Richtung seines Lieblingsspielplatzes. Warum er auch in diesem Jahr wieder keine Mitstreiter gefunden hat, ist wieder mal ein Rätsel, doch längst nicht mehr sein Problem. Grüße gehen raus nach Köln, Düsseldorf, Castrop-Rauxel und Ennepetal. Denn Frankie, Charlie, Shöttie und Öttie’s Vertretung (ÖV im Weiteren genannt) waren auch wieder am Start. Öttie selbst war aus diversen Gründen verhindert, wahrscheinlich um sich Darkwing Duck auf den Nacken tätowieren zu lassen, aber wie gesagt, es ist klar, wessen Problem das ist. Überhaupt hatten die Kölner Jungs nichtmal vorgehabt, bei diesem SMS dabei zu sein, doch Romanski’s Schaschlik und seine feuchtfröhliche Ader bewirkten den Spontanentschluss. Endlich normale Leute!

Romanski fühlte sich verarscht, als er um 4 Uhr nachts ankam. Wie keine Parkgebühr. Letztes Jahr wollten die Futts noch 20 Flocken. Frechheit… Die hat sich wohl die junge Dame letztes Jahr direkt einmal durch den Schlitz gezogen. However. Ist ja klar, wessen Problem das ist. Die Wiedersehensfreude war groß. Der Zeltplatz, die riesige Area, das Dosawoiza und Shöttie’s Glitzern in den Augen, als er Romanski und seine Dreadlocks erblickte. Des…. des isser! Prousht mitainond und ab runter zur Zeltdisko. Das Problem an der Sache war allerdings, dass um halb sechs Uhr morgens kaum noch was ging, was untypisch war, bedenkt man, dass am morgigen Tag der Festival-Freitag beginnt. Was morgen Lan, eher gesagt heute. So gingen alle nach dem dritten Bier in die Haja, Romanski quetschte sich in seinen Autosessel, da er sich natürlich viel zu fein war, sein Wurfzelt in der Nacht “aufzubauen” und gönnte sich Lenkrad als Kopfkissen. Natürlich wurde kurz davor wieder mit Charlie ausgiebig über Teilchenbeschleuniger diskutiert, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Hadouken! Weiter geht’s mit 68 % Akku. Zwischendurch probiert ‘en läppisches Bild hochzuladen. Aha. Arschlecken. Na gut, dann halt weiter im Text, bis der Zeigefinger glüht wie Merkel’s von der AfD zermarterte Rosette. Bisschen Politik und Gewalt muss ja auch immer mit rein. Ja jaaaa, unterbrich’ mich jetzt nicht! Tag 2 sagste? Richtig. Tag 2 gestaltete sich unüblicherweise recht katerfrei. 3 Bier sind ja noch lange kein Grund sich ‘nen Kopf zu machen. Jeder, bei dem das der Fall ist, macht am liebsten einen riesigen Bogen um Festivals und auch um Romanski. 10 Uhr aufgewacht – 12 Uhr wieder knülle. Heiliger Jesus, wie haste das nun wieder geschafft. Die Antwort liegt klar auf der Hand: pfandfreies Pils aus den Niederlanden und Charlie hatte Bock auf Gin Tonic. In der Mitte lag so ne Pulle Bombay’s Gin rum und Romanski hätte sich in dem Moment ritzen können, weil er wirklich so doof war und vor dem Festival jeglichen Alkohol in Plastikflaschen umgefüllt hat. Weil Glasverbot und so. Save the Beach 2.0 und so. Zur Hölle, bljat! Überall fliegen irgendwelche Glaspullen herum, aber nein, Mr. G(r)eek hat es sich natürlich nicht nehmen lassen, alle Anweisungen strikt zu befolgen. Dieser Musterschüler… “ähm, gehört einem von euch der silberne Jetta?” – “JAAA BLJAT, was ist mit der Karre?” – “Kannst du das bitte ein Stück wegfahren?” – “Wozu” – “Möchten Bierpong spielen” – “Bier…was?! Achso! Ja klar… gib’ mir 2 mins.” Nach ca. 7 Minuten hievte Romanski seinen Fettarsch aus dem Campingstuhl und lief in Richtung seines Autos. Bierpong ist an sich ein schlüssiges Argument und man will die Kinder ja in Ruhe spielen lassen. “Ahhhh, da kommt er ja doch noch!” – ” Sooo, was zum Geier ist hier schon wieder los.” Während auf Romanski gleichzeitig 5 Leute einredeten, musste er feststellen, dass er wirklich gut einen sitzen hat. Die Sonne tat ihr Übriges. “Ich kann dein Auto auch wegfahren!”, sagte ein Mädel zu ihm. Jetzt pass mal auf du Hodin, es trennen uns immer noch 5 Promille, bevor ich dich an mein Auto lass’ – dachte sich Romanski und hätte beinahe beim Voll-cool-Hinsetzen ins Auto das Lenkrad weggerissen. Nach 20 Sekunden hat er auch atemberaubende 1,5 m nach vorne geschafft. “Ist das jetzt dein Ernst?”, lachte ihn das Mädel aus. “Wieso, die Karre ist ein Stück nach vorne gekommen, so wie ihr wolltet.” – “Nicht dass einer dann auf dein Auto fällt…” – “Wieso sollte jemand auf mein Auto fallen wollen und nich’ viel lieber in meine Faust?” Klingt logisch. Das Spiel hat begonnen und Romanski ließ sich verleiten, mitzumachen. Hey, immerhin ging es um Bier. Nach einem “Passt mir ja aufs Auto auf!” – “Danke, lieber Romaaaan!” ging es auch wieder zu den Jungs zurück, die sich auch nur fragten, was um Himmels willen der Kerle da wieder getrieben hat. Aber wie eingangs schon erwähnt – im Zweifel immer dem Leben die Schuld geben.

Apropos Schuld geben. Brillante Überleitung incoming: man kann einem Deutschen nicht die Schuld geben, dass er nicht weiß, wie er mit einem russischen Holzkohlegrill umzugehen hat. Frankie und Charlie machten wilde Experimente, füllten das Teil bis zur Hälfte hoch mit Kohle und wunderten sich dann noch, warum das Ding fast bist zum Explodieren knisterte. Shöttie war in der Zwischenzeit so verblüfft, als hätte er bei einer chemischen Reaktion von entzündbarem Methan zugesehen. Wie kann dieser Metallkasten sich nur dermaßen erhitzen? Romanski staunte auch nicht schlecht, wie das Ding ein so übertriebenes Eigenleben führte. Und die umliegenden Passanten: “Was zum Geier machen die da eigentlich… ach lol, ich vergaß ja fast, wo ich bin.” Shöttie: “naja, jetzt haben wir zumindest ne gute Heizung.” Man muss an dieser Stelle sagen, dass es freitags recht kühl war und man selbst bis um 12 Uhr noch in Pulli bzw. Jacke dasaß. Das wirklich gute Wetter kam erst am Samstag. So gut, dass Romanski sich noch 3 Wochen später die vom UV-Licht zerstörten Hautfetzen abstreifen konnte. Aber dazu später. “Jou, ich denke so langsam können wir das Fleisch draufpacken!” Mangal hat so 10 Minuten vor sich hingebrutzelt und die 3-Sekunden über dem Grill-Halteregel konntste immer noch knicken. Wat soll’s, rauf mit dem Fleisch. Neee, wieder runter mit dem Fleisch!!! Achwaaas, beste Temperatur, digga. Kennste das, wenn du einen Grill hast und vier verschiedene Grillmeister kennste, kennste, kennste?! Aber das Ergebnis konnte sich sehen bzw. schmecken lassen. Auch der in diesem Jahr neu hinzugekommene ÖV war sichtlich angetan von scheneidet das Feleisch scheweißferei. Gut, an paar Stellen war das Fleisch noch bisschen garstig, aber die Marinade übertünchte jeden Makel. Und abends gab’s noch in Mayo und Gürkchen einmarinierte Hähnchenflügel awwwwrrrrrrr…. Festival Fried Chicken. Also rein vom Kulinarischen konnte auch in diesem Jahr keiner meckern, auch wenn das inhalierte Holland-Pielz mit dem verdauten Grillfleisch für die ganz besondere Gärung sorgte.

Jetzt kam es zum absoluten Clou in diesem Jahr. Wir holen hier mal kräftig aus. Kräftiger als Ruffy für seine Elephant Gun oder Grizzly Magnum. Romanski hatte im Dezember 2015 vier Karten für 560 Nüsse geholt. Eine für ein junges Mädel, was ihm im Februar absagte, eins für irgendsoeinen Blöden, der aufgrund eines Jobwechsels abgesagt hatte und die letzte für nen Kollegen, der 2014 auch mal dabei war, aber laut eigener Aussage keinen Urlaub bekommen hätte. Ahso. Letzteren 2 hatten allerdings Vorkasse geleistet, von daher alles kein Problem. Karte zurück und guck’ selber, wie sie los wirst. Die Karte vom Mädel blieb also noch übrig. Und da Romanski nie so ein Freund von Schwarzmarktgeschichten über ebay war, hat er die zweite Karte einfach mal mit aufs Festival genommen. “Findet sich schon wer…” Was man halt so denkt, wenn man Optimist ist. Dass er mit einer Karte aber gleich vier Leute ins Festival geschleust hat, dieser Gedanke ist ihm in dem Moment noch gar nicht in den Sinn gekommen. Call me Davos-Romanski, the Festival-Schmuggler. Wie stellt man das nun an? Du hast eine Karte, also kriegst du ein Bändchen. Du nimmst den dicksten Handrücken von den Vieren und holst dir das Bändchen. Derjenige sagt dann “och, bitte nichso eng, das zieht doch nur unnötig”… Und schon hast du ein Bändchen, was sich mit ein wenig Gefummel abstreifen und bei einer anderen Hand wieder anziehen lässt. So spielt man aus 1 mach 4. Jetzt nimmst du nur noch einen knüllen Romanski, der es mit sich machen lässt, total unauffällig einen nach dem anderen reinzuholen, mit ihm reinzugehen, dort das Bändchen abzustreifen und den nächsten zu getten – et voilà: Pulp Fiction. Romanski hat sich wie ein vorbildhafter Schmuggler verhalten: den Pulli nur auf einer Seite an – er fühlte sich nämlich wie Auron von FFX – und jedes Mal, nachdem er die Schranken hinter sich gelassen hatte, schmiss er sich in eine Menschenmenge, die ein Gruppenfoto machen wollte und hielt seine komische Fresse rein. Höchstprofessionelles Procedere. Wahrscheinlich dachten sich die Secus, der ist einfach nur so besoffen, der blickt gar nicht, dass er immer wieder rein und raus geht. Macht auch Sinn. Eigentlich kann es ihnen auch scheißegal sein, die Karten waren sowieso schon im Februar ausverkauft und der Veranstalter hat sein Geld. Schwarzmarkt hin oder her. Nur Charlie hatte ‘nen deftigen Absturz, da er als Letzter reinkam und dementsprechend bis zur einer halben Stunde auf demselben Platz auf- und abging. Romanski ist wirklich nicht der Schnellste, mein Freund. Vor allem die torkelnde Version nicht.

So nun waren alle drin, es wurde sich mächtig ins Fäustchen gelacht, ab zum SMS Beach, sämtliche Zelte abklappern. Romanski teilte jedoch seinen Genossen mit, dass jemand auf ihn wartet. Und dieser Jemand ist kein Geringerer als Delta Heavy. “Bis später Jungs, bin auf Empfang!” – Hahahaha haha haaaaaa…. nice1. Delta Heavy bämste ihm derweil den Schädel weg. SO GEIL!!! White Flag VIP brachte den Overload. Jetzt realisierte er, dass es gar nicht mal so klug gewesen ist, mit Sweatshirt und noch ‘nem dicken Pulli drum rum zu X-Steppen. Un nu? Romanski badete im Schweiß. Dicken Pulli in die Ecke geschmissen, weiter abgegangen. Un nu? Schweiß bappt immer noch. Allagut, Pulli nehmen und zum Zeltplatz hochschleppen. Willst ja nicht ewig mit diesem fetten Ding rumlaufen, auch wenn das manche Männer mit sich machen lassen. Höhö. Hinfort mit der Qualle. Beim Hochkrächzen kassierte Romanski ‘nen Arschtritt. An sich nichts Besonderes aufm SMS, aber er drehte sich trotzdem um… nach 4 Sekunden blitzschneller Reaktionszeit.

Ja, meine Hacke. Der gude alte Bronko, was geeeeeeht! Ab dieser Stelle kleiner Hänger. Weiter geht’s im Text aus Barcelona Airport. Ohrstöpsel rinn und 2 Stunden auf den nächsten Flug nach Stutti warten. Echt nix Besseres zu tun, aber zumindest geht die Zeit rum. Bewaffnet mit einer Sprite und Dusky am grhymen the shit is just happenin’. So, Bronko… der Hansel kam kurz nach Mitternacht von Freitag auf Samstag an, hat sich umgehend s’ Bändle geholt und ging runter. Romanski hingegen ging zum Zelt. Diese ganze Reinschleusaktion und Delta Heavy und der fette Quallenpulli haben seine Waden dermaßen gefistet, dass er ich nicht mehr wusste, warum er immer noch so voll war. Verdammt, irgendwie ging das alles früher viel easier! Alter Sack. Während Romanski es sich in seinem Zelt bequem machte, eierte Bronko ca. bis 3 Uhr unten rum, gönnte sich nen fetten Bottich Gin Tonic. Die Kölner gingen ab bis 6 Uhr mit anschließenden 2 Stunden Schlaf. Wie machen die datt nur. Antwort: einem geschenkten Gaul holste gerne auch mal einen runter. Oder so ähnlich…

Tag 3: Romanski wachte auf und musste heeeeftig pullern. Datt Pielz drückte hart. Glücklicherweise kamen die Scheißewägen durch und er fand ein frischgeputztes ToiToi vor. Die Königsklasse unter den Assis. 2 Stunden später musste er wieder heeeeeftigst pullern. Da war allerdings schon vorbei mit Etepetete. “Wo warst du schon wieder zum Teufel?”, gelang Shöttie’s Stimme aus dem Zelt. Ja, hm. “Einer Bock duschen zu gehen?” Um mal ziemlich sachte das Thema zu wechseln. “Bin dabei”, ertönte es ausm Zelt. Ach stimmt, Bronko Kulitschka war ja auch noch da. Und ab zum Kater schieben und Schlange stehen. Altaaaa, war das wieder anstrengend. Zwischendurch kamen paar Tussis an und wuschen sich beinahe komplett im Großbecken, was vor der Dusche stand. Morgendliche Hygiene ganz im Bundstyle. Zwar haben sie zum Teil akrobatisch die Beine hochgehoben und waren in engen Stoffhosen unterwegs, aber dabei an etwas Versautes zu denken war ein grober Fehler. Hattest es doch getan, kam die nächste verkaterte, von alter Schminke zersetzte Visage vorbei, und dann hieltst dich mit dem Gaffen dezent zurück. 45 Minuten später kamst dann endlich zum Duschen und wie immer hat sich die Anstrengung gelohnt. Wieeee neu geboren. In den neidischen Blicken der Wartenden konntste grad weiterbaden.

In der Zwischenzeit warf Charlie ein paar Würstchen aufn Grill und es kam Kohle raus. “Scheiße, wieso guckt danach keiner!” – hm, man hatte wohl andere Sorgen. Besonders Frankie verzog die Miene so hart, dass sämtliche Stirnfalten noch einmal in sich zusammenfielen und dadurch im unteren Teil des Gesichts kaum Haut mehr vorhanden war und sich die Zähne offen zeigten. “Boah, langsam krieg ich datt nimmer gebacken…” Shöttie: “Joa, große Klasse. Und ich muss morgen noch auf ‘ne Hochzeit.” Bitte was? Hochzeit an einem Sonntag? SMS als Aufwärmphase? 2 Fragen: wie krass musst du deine Freunde und Verwandten hassen, dass du deine Hochzeit auf einen Sonntag legst, und die noch viel wichtigere Frage: Samma, nimmst du die ganze Scheiße hier denn überhaupt ernst? Nach SMS bist du eigentlich kurz davor, dein Testament zu machen. “Hm, ja… was soll man machen”, sagte Shötte und guckte bedrückt aufn Boden. “Wir packen langsam zusammen und dann fahren wa.” Jetzt war Romanski auch bedrückt. Andererseits war er meilenweit davon entfernt, nochmal diese Rein- und Rauslaufolympiade zu veranstalten. Aber hatten die Jungs sicher auch kein Bock drauf. “Keine Sorge, nächstes Jahr sind wir alle Tage am Start, du den Schaschlik, wir die Couch”, versicherte Frankie. Bronko ist in der Zwischenzeit Brötchen holen gegangen, Charlie die Bild und las die beknacktesten Schlagzeilen vor. Wie, keine Titten…was ist nur aus der Bild geworden… Versager. Romanski pfiff sich schon die nächste Jägermische rein und grillte Chorizo Würstchen. Das sind so fette Dinger, bis zum Rand gefüllt mit Schweinfleisch, triefen vor Fett, dass Vegetarier dich dafür häuten und selber zu einem Würstchen verarbeiten würden, aber warte warte….!!! Leichte Paprikanote war auch dabei. Mangal war zwar echt nicht mehr heiß, dennoch sind die Dinger absolut nicht zum Grillen gedacht. Romanski spießte gleich drei davon auf und das rotgefärbte Fett rannte den ganzen Spieß runter. Eine einzige Sauerei. “Ist echt gut, mach mir bitte noch eine!” Na also. Shöttie hat Geschmack und weiß, was abgeht. Kombiniert mit der Jägermische dürfte das das ungesündeste Frühstück aller Zeiten sein. Aber wen kümmert das hier noch groß. Du bist ausschließlich hier, um dich zu foltern. Wer mir was andres erzählt, kann sich gerne nach SMS 5 Tage Summer Breeze geben. Das ist immer die Woche drauf. Dann hau mal rein und erzähl mir nochmal was von einem gesunden Sommer. Come to think of it – die Sonne kam heraus und Frankie kam gar nicht mehr klar. “Los, wir packen jetzt!!!” Und alle springen voller Euphorie auf, wie man’s halt kennt.

 

JVA 2016

Was bin ich doch ein fauler Sack und nehme es mir allen Ernstes raus, erst einen Monat später zu berichten… im Vorfeld schon mal keine Entschuldigung an keinen. Was doppelte Verneinungen alles ausmachen, heftig oder? Was soll’s: die scheiße ist mal wieder mega abgefahren…

PRAGRIGATION:

Na gut, eigentlich war ja ein Trip nach Italien mit einer schönen Finca am Meer geplant, doch rückblickend betrachtet ist Prag halt einfach nur geil. Silvester 2013 – der Beitrag befindet sich irgendwo in den dunkelsten Katakomben dieser Seite, ist jedoch sehr empfehlenswert – spricht für sich. So entschloss sich eine Mannschaft von 16 reudigen Russen, mit dem Hashtag конченийнарод betitelt, die tschechische Hauptstadt unsicher zu machen. Um nicht dieses Mal wieder von irgendjemandem die Ohren vollgenölt zu kriegen “wieso schreibst du das über mich!”, wird im Folgenden alles anonym gehalten. Naja teilweise anonym. Ihr Pisser.

Der Grund für diese Reise war der JGA eines Kumpels, der allen Ernstes vorhatte das Ehegelübde zu schließen und es damit seine letzte Chance war, ohne sein weibliches Gegenstück ordentlich einen drauf zu machen. Dass viele Leute die ganze Aktion als JVA bezeichneten, schien den meisten sinnvoller. Und so begann die Gaudi, indem sich eine Meute aus 14 männlicher Personen zusammenraufte, ein Becker’s Pils (oder zwei) an Obi soff, und den sechzehnten Auserwählten mit Sturmmaske und Baseballschläger aus dem Schlaf riss. Dieser konnte kaum die Augen öffnen (kann er auch so kaum) und bekam erstmal eine Dose Becker’s Pils in die Flosse gedrückt. Ab jetzt wusste er, was eigentlich zum Teufel abgeht. Noch den allerletzten Genossen aufgegabelt, der noch mit einer Kuh Schach spielte und deswegen nicht früher da sein konnte, und ein munterer Haufen vollmotivierter Trunkenbolde gab sich gegenseitig Umarmung und Mische. Es standen 8 Stunden Fahrt und jede Menge Tankstellenausfahrten bevor. Als es bereits hell wurde, fingen die ersten Genossen an zu randalieren, zu pöbeln und irgendwelches wirres Zeug in die Luft zu schreien. Wie man es halt eben kennt. Atriwaza nada.

Die Eskalation auf der Hinfahrt führte dazu, dass einige das geplante Kartfahren für ein Mittagsschläfchen ausließen, andire genervt die andiren verfluchten, weil sie nicht genauso eskalierten wie sie selbst, der erste schon beim Essen kotzen musste und abends bei dem ein oder anderen der Akku sagte: Gay Over – Try Again Tomorrow. Naja was soll man sagen: Tag 2 ist berüchtigt, das weiß man spätestens seit SMS. Romanski ist alt geworden und wollte an Tag 2 abends auch nichts mehr machen. Aber für einen Dropkick in Richtung Bronko, weil dieser ihn einfach nicht pennen lassen wollte, reichte es allemal. Er selbst hatte es geschafft, mit seiner gewohnt feuchtfröhlichen Russenzunge einen Rumtreiber namens Женя zuzulabern, ihn gefragt, wo heute Abend der Bär steppt und sich dann Eintritt zu einer Privatparty verschafft. Der Cheater! Natürlich hatte er dann noch Titten im Gesicht, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

Vorher war man noch im Hooters und die Spare-Ribs waren echt scheiße. Aber das Geschäftsmodell, junge hübsche Dinger in schwarzen Hot-Pants und Pressbalkon bedienen zu lassen, dazu Bier und Fleisch, ist schon genial. Bronko spielte schon mit dem Gedanken, selber so ‘n Laden in seinem Kaff aufzumachen. Dieser Geschäftsmann, diese. Wo er die minderjährigen, sich selbst für einen Appel und ein Ei verkaufenden Schmaras herbekommen möchte, ohne dass die Kripo bei ihm andi Tür klopft, sei mal dahingestellt. Aber der Farmerburger war geil! Und die Nachlieferungen mit Bier erst recht. Der Fahrer von gestern bzw. heute Morgen gab in diesem Moment den Geist auf und machte die Denkerpose. Aber auf jeden Fall Respekt an ihn, dass er so lange durchgehalten hat. Als Lohn wurde er nicht vollgesprüht, wie der andere, der im Nachhinein in geschwärztem Bettzeug aufwachen durfte. Und gleich mal die Dusche versiffte.

Kommen wir nun zum Hostel. An sich ist ein Hostel ein Ort, von dem man sagt, dass selbst ein Penner seine Würde behalten und nicht dort hausen möchte und dass es selbst die Afrikaner besser als hier haben. Dennoch war es diesmal ganz erträglich. Sogar mit Romanskis Schnarchakrobatik. Nicht zu vergleichen mit dem Hostel in London, wo einem die Frau den Schlafplatz wegnimmt und dann auch noch aus irgendwelchen psychischen Überempfindlichkeiten anfängt zu weinen. So ist das mit den Weibern, gibst ihnen was sie wollen und sie flennen trotzdem! *Hust*… Das Hostel war in Ordnung, das furztrockene Brot zum Frühstück dagegen nicht. Man hielt sich ja sowieso die ganze Zeit in der Stadt auf. Und da war das Essen wirklich fett, wenn auch nicht allzu billig. Aber zumindest hat Prag seine Rolle als weltoffene europäische Stadt verstanden und Euronen akzeptiert. Kronen will man auch nicht unbedingt in seinem Geldbeutel haben, sieht doch peinlich aus. Warum allerdings die Duschen und WC’s im Hostel nach ‘Girls’ und ‘Boys’ strikt getrennt wurden, leuchtete nicht ein. Will man die Damen davor bewahren, dass die Dusche plötzlich voll mit schwarzer Farbe ist? Wie auch immer. Romanski gönnte sich Damendusche. Als er herauskam und zwei Frauen bereits warteten, bis Madáme fertig ist, entgegnete er: “I have long hair too!” Naja, macht Sinn. Im Bund hatte man wenigstens ein Tisch im Zimmer, aber scheiß mal aufs Hostel! Wir würden’s doch alle jederzeit wieder tun. Kein Grund, diese komische Einrichtung weiter in Grund und Boden zu reden. Achja nebenbei liefen noch Bauarbeiten, aber das zum Glück nur an Tag 2.

Der Abend von Tag 2, nach Hooters, gestaltete sich für jeden Hobbytschechen ganz nach seinem Gutdünken. Es reicht von Besuchen diverser Etablissements, Würstchenbuden oder auch Bronko’s VIP-Club. Oder man ging einfach nur pennen.Versuchte es zumindest. *HIER EINFÜGEN, WAS NOCH SO ABGING*

Tag 3 war wieder ganz ok. Es ging wieder einigermaßen. Oder man hatte sich einfach nur andi Schädeldisko gewöhnt, kann natürlich auch sein. Wieder das trockene Brett am Kauen, ging es in Richtung Marktplatz und ein paar Besorgungen wurden gemacht. Schneekugel, Russenmütze, Bleistift mit Aufschrift “Praha” and so on. Alles Zeugs, das man nie wieder braucht. Aber man möchte ja auch nicht mit leeren Händen wieder zu Hause auftauchen, oder? Neee, schmeckt mir ned. Nebenbei lief einem wieder ein kaputter Женя über den Weg. War wohl zuviel für das sanfte Gemüt, der harte Kurs. Einfach nur im Sack und abgefucked vom Tageslicht hoffte er, dass ihn niemand unter seiner Sonnenbrille erkennen würde. Am Arsch, Bobo. Als Bronko ihn umarmte, fragte der gekrümmte Junge ihn, ob er nicht einfach dessen Job haben kann. In der Stadt rumlaufen, irgendwelche Typen von A nach B buxieren, irgendwas empfehlen und dafür Provision kassieren, nebenbei noch paar Drogen verticken, und am nächsten Tag Gott und die Welt verfluchen – das ist nicht so ganz das, was sich der junge Bub für sein Leben vorgestellt hatte. Bronko entgegnete nur: “Du machst das schon super, bleib dabei! Immerhin darfst Du so coole Leute wie uns treffen!” Romanski platzte das Lachen raus. “Meinen Job willst Du sowieso nicht haben.” Romanski nickt. “Yup. Den Job willst Du echt nicht haben.” Und zack, rief schon der nächste wieder bei Bronko an. Scheiß mal auf die Auslandsgebühren. Harter Kurs!

Zum Mittag traf sich die gesammelte Truppe unten wieder am Hostel und es kamen zwei Begleiter hinzu. Der Tour-Führer und der Selfie-Stick. Mit dem Unterschied, dass der Scheiß-Stick der treuere Begleiter war und an jedem noch so beschissenen Fleck Fotos mit Weitwinkel geschossen wurden.

Der Führer wechselte zur Führerin, was sowieso den meisten lieber war. Dann ging es ab ins Brauhaus. Endlich etwas Kultur hier, Junge! Die Führerin wechselte zu einem rotbärtigen Führer, der allesamt durch die verschiedenen Stationen des Bierbrauens führte – manch einer war vom Treppengeländer bereits komplett überfordert – und er las in einem gebrochenen Deutsch von seinem Fresszettel vor, wie Bier zu dem wird, was es letztendlich wird und wie groß die Biertradition in Prag doch ist. Noch ein Grund Prag zu lieben. Endlich fand sein Gesabbel ein Ende und es gab das nächste Schwarzbier zum Runterspülen. Richtig lecker! Nebenbei gab es auf einer Bank was Feines zu spachteln, sodass der Pegel etwas gedämpft wurde. Im Endeffekt half das allerdings wenig. Denn in der nächsten Bar konnte man seinen Promillewert messen und die Führerin fragte sich, wie es bei so manch einem der Wert zulässt, dass er noch aufrecht stehen kann. Die Antwort: “Harter Kurs!” – Nuja… macht Sinn. Darauf erst einmal ein Bier. Von hier an wird es allerdings etwas dunkel. Zu dunkel. Romanski kriegt nur am Rande mit, wie Bronko von einem Mitgenossen angepöbelt wird, woraufhin er die Grenzen zu Polen öffnen wollte und im Nachhinein nur das Fazit gezogen wurde: “Passiert. Hat ja keiner aufs Maul gekriegt.” – Exakt! Wie pflegte unser Altbundeskanzler Helmut Kohl zu sagen: “Es kommt immer darauf an, was hinten rauskommt!” Und wie Recht er doch hat. Aber wie ist dieser Fettsack eigentlich in diesen Beitrag reingekommen? Der vielfach gepriesenen political correctness willen.

Zurück zum Thema: Nach diversen Pöbeleien ging es zur nächsten Bar und zwei junge, gutaussehende Blondinen machten den Fehler, sich neben die Gruppe aus schwarzen Hemden und roten Krawatten tragenden Gigolos zu setzen. Gay Over. “What’s your name?” – “+*#-§”%&)(=” – “Ah, cool!” – und in dem Moment natürlich gleich wieder vergessen. Ne, nicht vergessen. Zu voll, um überhaupt abzuspeichern – so war’s. Scheiß Touristen, kommen nur her, um sich volllaufen zu lassen! Das dürften sich die zwei Damen wohl gedacht haben. Wer weiß, wie lange sie im Bad gebraucht haben, um sich so aufzutackeln. Ungeschminkt, zerzauste Haare und Mundgeruch hätten die Jungs aber auch nicht verjagt. Eure Mühe war zwar umsonst, natürlich. Es ist allerdings nicht so, dass ihr irgendeine Wahl gehabt hattet. Romanski rechnete jede Sekunde mit einem “leave us alone!”, was auf Gut-Deutsch soviel heißt wie “пошол в жопу, урод”, aber sie zeigten sich äußerst geduldig. Er selbst hatte aber schon die nächste Dummheit im Visier. Auf dem Weg zum Klo hörte er ein paar Engländer reden und als Master of the Universe wollte er in die Konversation gleich mit einsteigen: “What’s up dude! I love Drum n’ Bass, mate!” Bevor er’s blicken konnte, war er umzingelt von Briten, die sich auch nur fragten, was diese komische Gestalt hier eigentlich soll. “Oh, that’s Roman, mate! He’s pretty cool!” Pretty voll, würde man eher sagen. Er folgte ihnen in den nächsten Kellerclub, bis er auch hier langsam bemerkte, dass die zwei Blondinen im Gefolge keinen Bock auf ihn hatten. Die logische Konsequenz ziehend haute er auch hier wieder ab und ließ sich den Standort von seinen alten Kameraden schicken. Tja was soll man sagen. Romanskis Orientierung war in dem Moment, naja sagen wir mal, “temporarily not available”. So he fetched his mates again, who found him lurking around in the streets, as if he was looking for the meaning of life itself. They knew he was completely lost. “Hey mate, where you were going! We’re heading towards goldfinger, wanna join us?” – Ah, genau! Da war doch was. An der Destination angekommen, fragte er sich, warum kein Eintrittsgeld verlangt wurde. Was soll der Scheiß. Selbst in so einem verfickten Bumsschuppen hinterm Dog zahlste 5 € und kriegst so ein schwules neongrünes Bändchen nachgeschmissen. Kein Eintritt lol. Versuch das mal im Unity bei Nyusha trotz VIP-Tischen. Solche Läden finanzieren sich doch nur dadurch dachte er. Aber nein, da gab es ganz andere Einnahmequellen. Betonung liegt auf Einnehmen. Von Einnahmen. Von so manch einem gar der Monatsverdienst.

*An dieser Stelle wird sich ein Red Bull-Cola reingepfiffen, um das letzte Quäntchen an Motivation herauszukitzeln* So wo waren wir nochmal. Ah ja, Bitches und so, ne? Romanski hat an diesem Abend kein Bitchie geschossen. Schade eigentlich, denn Material war genug da. Und sie waren noch so freundlich und hingebungsvoll, einem anzubieten, sie auf ein Sektchen einzuladen. Wo gibt’s das noch in freier Natur? Da muss man nicht mal selbst seinen Mumm zusammennehmen und besoffen daherstammeln: “Maggsuu wuas zu trienköhn?!” – “Boah du Arsch, was denkst du, wer du bist? Ich bin eine gestandene Frau und kann mich selbst versorgen!” Ja, genau. Die Weiber von heute. Emanzen. Hören Deutsch-Rap und sind die krasseren Massafakkas als diese Pussies, die nur mit gehobenem kleinen Finger an Gin Tonics schlürfen. Warum kommt also nun so ein gequirlter Mist an dieser Stelle? Ganz einfach: Faden verloren. *HIER EINFÜGEN, WAS NOCH SO ABGING*

Tag 4 war angebrochen. Es folgte der traurige Abschied. Das trockene Brett zu guter Letzt noch einmal angeknabbert und den Rest dann irgendwo in die Tonne gekloppt wurde sich erstmal ein Becker’s Pils runtergezogen, um die Speiseröhre von den restlichen Brotkrusten wieder zu befreien. The Royal’s Flush. Jeder Einzelne war sichtlich gezeichnet von diesem Trip und manch einer sah aus wie 35. Was für den einen oder anderen sogar noch ein Kompliment war. Um dem Spiegelbild nicht erliegen zu müssen, wurde die nächste Palette geöffnet oder die Big Pump Flasche verdunkelt. Und wieder ab nach Hause! In einer abschließenden kleinen Prag-Tour kam man wieder an Europas größten Diskothek vorbei, in der es schon jeden im Treppenhaus auf die Fresse gelegt hat – trotz Putzfrauen im Dauereinsatz. Außerdem wurde jedes weibliche Wesen hinsichtlich des ersten Eindrucks von 1-10 bewertet. Romanski kämpfte derweil wieder mit sich selbst und hatte große Furcht davor, das nächste Becker’s Pils zu öffnen (was im Nachhinein als bestes Weckergeräusch ever hochgepriesen wurde), da jede kleine Erschütterung das instabile Gemisch in seiner Magengegend zum Zerbersten bringen könnte. Doch er war sicher nicht der Einzige, der von Sorgen gequält wurde. Einer war kreidebleich – wegen Krankheit. Noch einer – wegen Kassenbon. Noch einer wurde verfolgt – und zwar immer noch vom harten Kurs. Der Nächste von Jägermeister-Bull ausgeknocked. Und noch einer. Der Junggeselle bekam nen Schritt ins Gsicht. Und egal, welche Sorgen den einen oder anderen noch an Tag 4 quälten, z.B. dass der nächste logische Schritt nach einem Junggesellenabschied die Hochzeit ist, oder was man mit den Walkie-Talkies nun anstellt, die bis zum Erbrechen mit Finanzamt- und DAX-auf-Talfahrt-Witzen vollgespuckt wurden, oder wie man überhaupt die kommende Woche ohne Meteor überleben solle – das Wichtigste ist, dass man zu seinem Anker zurückkehren konnte, zu seiner Heimat, seinem heiligen Refugium: der Schüssel sowie dem eigenen Bett, egal wie verranzt es auch ist. Denn nach so einem Trip will man a) die anderen bis auf Weiteres nie wieder sehen b) eine Stoffwechselkur machen c) sich in die Entzugsklinik einweisen lassen und d) alles bis dahin Angestaute entladen, was auch immer das heißen mag. Denn erst in der Erholung quillt der Lebenssaft nochmal so richtig auf. No homo.

Tja und das, meine lieben Freunde, war die berühmt-berüchtigte Pragrigation, der JVA 2016. Harter Kurs…

Nochmal alles zusammengefasst, wofür sich der eine oder andere ohne Umleitung direkt die Einbahnstraße zur Hölle gönnt (in absolutely no order):

  1. Junggesellen im Schlaf entführt und ihm noch ‘ne Nackenschelle extra gegeben.
  2. Noch vor der Fahrt fast eine Pulle Wodka vernichtet.
  3. Sowohl freitags als auch samstags sowohl Schwänze als auch Titten gesehen.
  4. Im Hooters zwei Leute trotz hinreißender Bedienung eingepennt. Einem davon wurden die hellen Haare mit schwarzer Farbe zugesprayed.
  5. Genau dieser Typ bat dann darum, dass man ihn heimfährt, das Auto stünde doch gerade um die Ecke und er will sich nicht weiter verarschen lassen.
  6. Mitten auf dem offenen Marktplatz gesoffen.
  7. Einem Spasti auf dem Segway dessen Flyer vor seinem Gesicht auf den Boden geschmissen. “That’s why it’s called a flyer!” – “Ahhh, you are German, right?”
  8. Auf dem Weg nach Prag jede halbe Stunde zum Pissen angehalten und die Fahrer zur Weißglut getrieben.
  9. Party an jeder Tanke gemacht.
  10. Mehrere Paletten Becker’s Pils vernichtet.
  11. In einer Bar einen Promilletest gemacht. Kaum einer hatte unter einer Promille.
  12. Die weibliche Führung besoffen angebaggert (nicht nur einer).
  13. Zu blöd, um ein Treppengeländer gescheit runterzulaufen. Beim nächsten Versuch immer noch zu blöd.
  14. Kaum in Prag angekommen, schon gekotzt.
  15. 2.000 € an eine gemeinnützige Einrichtung gespendet. Und erst hinterher von der Abrechnung erfahren.
  16. Mit einem T-Shirt von der besoffenen Jugendfresse des Junggesellen durch die Stadt gelaufen.
  17. Seinen Finger mehrmals vergoldet.
  18. In einem Club abgegangen, wo Ecstasy zum guten Ton gehörte.
  19. Einen Russen in Prag aufgegabelt, der Weed besorgt hat.
  20. Ganzen Samstag im Hostelzimmer verbracht.
  21. In der Damendusche geduscht.
  22. Einem tschechischen Mädel hinterhergepfiffen und Stinkefinger kassiert.
  23. Kopfnuss gegen den Bus mit anschließender банка-об-еблом Attacke.
  24. Ihn rausgeholt und öffentlich auf den Tisch gelegt.
  25. Minderjährige Russinnen aufgegabelt und mit ihnen Fotos gemacht.
  26. Selfie vor einem Schild mit der Aufschrift “POZOR!” gemacht.
  27. Mietbusiki in einem Siff aus Becker’s Pils und Jäger zurückgegeben.
  28. Auf die Gruppe einen Feuchten gegeben und stattdessen mit ein paar Engländern und deren Bitches Party gemacht.
  29. Versucht, eine nette, leicht bekleidete Dame mit Coupon auf ein Bier einzuladen.
  30. Auf der Rückfahrt Kondom und Münze im Arsch gehabt.
  31. Sich auf der Rückfahrt nur von Becker’s Pils ernährt, um den Magen zu reinigen.
  32. Statt direkt heimzufahren, abschließende Prag-Besichtigungs-Tour.
  33. Sämtliche Kontakte interviewt, was Sie mit 2.000 € anstellen würden: Hier jetzt das Ergebnis investigativer journalistischer Feinarbeit !!!EXCLUSIVE!!!
  • In Urlaub fahren, Thailand
  • Eigene Nutte kaufen
  • Auf die Seite legen
  • Urlaub fahren & shoppen
  • Shoppen
  • Roma geben
  • Schuhe kaufen & San Francisco
  • Oculus Rift & Drohne holen
  • Augen lasern
  • Rotterdam Nutte & Gras holen
  • Spenden
  • Noch mehr stoned werden
  • Sparen
  • Neue Möbel, bessere Wohnung
  • Ferrari für einen Tag holen, alle Clubs abfahren und alles und jeden durchficken

Das Erschreckende daran ist, dass man bei diesen Antworten immer erahnen kann, ob sie von einem männlichen oder weiblichen Befragten kommt. Soviel zum Thema Geld verdirbt den Charakter.

Zum Schluss bleibt zu sagen, dass sich ein Trip in das wunderschöne Prag immer lohnt und dass es hoffentlich nicht wieder drei Jahre werden, bis man in den Genuss dieser wunderschönen mitteleuropäischen Hauptstadt kommt. POZOR!!!

Und zu aller-aller-allerletzten guter Letzt: Bitte entschuldigen Sie diese ganzen Fickwörter, ich habe erst sehr spät Deutsch sprekken gelernt :’-(